Was kostet ein Imagefilm? Die wichtigsten 4 Faktoren der Preisbildung.

Die vier wichtigsten Preisfaktoren beim Imagefilm

was kostet ein imagefilm
Ein Film ist nicht billiger, aber auch nicht teurer als ein Auto.

Was kosten CEO-Videos? Wie teuer ist ein Webvideo? Welches Budget benötigt ein Produktfilm? Was kostet ein Imagefilm? … – Ihr Autohändler weiß es. Nämlich genau so viel wie ein Auto! Fragen Sie darum den Vertreter der Garage ihres Vertrauens. Das Problem, das sich Ihnen dabei stellen wird, ist dasselbe wie bei Film und Video: ein Rolls-Royce Ghost kostet ungleich mehr als der Kleinwagen Nissan Micra.

Je nach Garage und Marke kann der automobile Angriff auf die Geldbörse fundamental anders enden. Warum? Auto ist nicht gleich Auto. Und Film ist nicht gleich Film. Aber was bedeutet dieser Unterschied nun konkret?

Was kostet ein Imagefilm oder ein Video?

Während bei einem Neuwagen beispielsweise die Marke, Hubraum und Größe preisbestimmend sind, so sind es beim Film vier wichtigen Faktoren. Sie alle prägen die Antwort auf die Frage «Was kostet ein Imagefilm?»:

  • der Umfang der Inszenierung
  • das Ausmaß der notwendigen Emotionen
  • der Einsatzzweck
  • das Genre

Weitere Treiber werden am Ende des Artikels erwähnt und finden sich in der Filmpuls-Checkliste Briefing Imagefilm.

Kostentreiber 1: Inszenierungsgrad

Zuerst stellt sich immer die Frage, zu welchem Grad ein Imagefilm oder Social Video die Realität dokumentiert oder inszeniert. Eine Einteilung in drei Arten von Videos präsentiert der Artikel Video machen. Dieser erklärt auch, warum der Auftraggeber eines Films oder Videos nur eine einzige wichtige Entscheidung zu fällen hat.

Abgefilmte Realität ist immer günstiger als inszenierte Realität. Aber auch weniger stark in der Wirkung.

Abgefilmte Realität ist zwar weniger aufwendig, aber oftmals auch markant weniger attraktiv für den Zuschauer. Dieser verspricht sich von einem Film und Video nicht nur Informationen, sondern auch Emotionen und Unterhaltung. Filme sehen heißt immer auch fühlen. Das führt zur zweiten wichtigen Frage bezüglich «Was kostet ein Imagefilm?», nämlich derjenigen nach dem Umfang der Emotionalität.

Kostentreiber 2: Emotionen

Emotionalität und Storytelling kann immer nur entstehen, wo Identifikationsflächen geschaffen werden (mehr dazu im Artikel Storytelling im Imagefilm). Menschen orientieren sich an anderen Menschen. Sie identifizieren sich nicht mit Word-Dokumenten und Excel-Tabellen, sondern an Personen und Lebenswelten, die für sie als Referenzwerte dienen können. Was kostet ein Imagefilm? ist auch die Frage nach dem Umfang von Emotionen in einem Film oder Webvideo.

Kostentreiber 3: Einsatzzweck

In der Praxis gilt beim Auftragsfilm oft: je näher am Produkt sich der Film bewegt und je kürzer die verfügbare Zeit ist, desto sorgfältiger und qualitativ hochwertiger muss die Produktion angegangen werden. Für die Frage, was kostet ein Imagefilm?, ist dies äußerst relevant.

Das Paradebeispiel dazu ist der Werbefilm: Bei TV-Spots werden für 20 Sekunden oftmals sechsstellige Beträge investiert. Jede Einstellung muss hier sitzen, die Message soll einschlagen wie der Blitz und die Inszenierung des Produkts darf keine Fragen offen lassen. Schließlich geht es um Image, Sympathie, Bekanntheit und nicht zuletzt: um Abverkauf. Darum darf es keine Zufälle geben. Jede Sekunde ist geplant. Das verursacht Aufwand und damit Kosten.

Im Einsatzzweck gleichen sich Autos und Filme mehr als man auf den ersten Blick glauben mag. Film und Auto sind Transportmittel. Autos transportieren Menschen. Filme und Videos transportieren Informationen und Emotionen für Menschen.

Beide Male geht es auch um Transportsicherheit, also um die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Ziel zu welchen Kosten erreicht werden kann.

Bei Autos hilft dabei seit jeher ein starker Motor und die Ingenieurskunst, heute meist in Kombination mit computergestützten Sicherheitsassistenten. Beim Film dagegen helfen Erfahrung und Talent. Und das Wissen, dass es nicht ohne Grund über vierzig hoch spezialisierte Berufe in der Bewegtbildproduktion gibt (vom Dialog-Autor bis zum Beleuchter, von der Maske bis zum Focus-Puller).

Würden Sie sich in ein Auto setzen, dass eine einzige Person von  A bis Z alleine gebaut hat, um damit ein Autorennen zu gewinnen? Auf das filmische Handwerk übertragen lautet dieselbe Frage: Würden Sie einem einzigen Videojournalisten die Übersetzung Ihrer Markenwerte in Bewegtbild für einen Imagefilm anvertrauen?

Kostentreiber 4: Genre

Die Vielfalt der Definitionen von Genre (siehe dazu Filmarten definieren) beim Imagefilm produzieren ist beinahe so vielfältig wie diejenigen zur Unterscheidung von Filmen zu Video (Artikel Was ist ein Video?).

Definiert man Genre nicht wie im Spielfilm als Western, Abenteuerfilm oder romantische Komödie, sondern als Gruppe gleichartiger Kommunikationsaufgaben (Imagefilm, Produktfilm, Rekrutierungsvideo, etc.) so kommt bestimmt das Genre über die Preisbestimmung mit. Schließlich bewegt sich die geplante Kommunikationsmaßnahme nicht in einem Vakuum, sondern im Umfeld der Mitbewerber.

Um den Kampf um Aufmerksamkeit zu gewinnen, kann es sinnvoll sein, statt mit einem Luxuswagen mit einem Motorroller bei einem Luxushotel vorzufahren. Im vollen Bewusstsein des eigenen Tuns und ganz gezielt durchgeführt, kann die Verweigerung von, durch Genre scheinbar zwingend vorgegebenen, Gesetzmäßigkeiten äußerst klug und zugleich preismindernd sein.

Andersherum, bei unbewusster (oder noch schlimmer: bei grober fahrlässiger) Missachtung des Konkurrenzumfelds, kommt es meist knüppeldick. Aus Ignoranz erwächst selten ein Erfolg. Und wenn, dann meist nur dank Zufall oder Glück. Für die professionelle Kommunikation mit Film und Video kann das keine Strategie sein.

Weitere Kostenfaktoren für die Herstellungskosten eines Films oder Videos

Weitere preisbestimmende Faktoren beim Imagefilm erstellen für die Kreation und Produktion eines Filmes oder eines Web-Videos sind:

  • das Talent und die Erfahrung der beteiligten kreativen und operativen Schlüsselpersonen,
  • die Anzahl der für die Erledigung der Aufgabenstellung notwendigen Drehtage, und
  • die dazu notwendigen Drehorte,
  • das erforderliche technische Equipment (Verfügbare Kameratypen, Licht, Bühne, etc.), und
  • der Umfang der späteren digitalen Bild- und Tonbearbeitung,
  • zusammen mit allfällig notwendigen 2-D/3-D-Elementen,
  • der Umfang der erforderlichen Rechte zur Nutzung des Werks (abhängig von Filmart, Nutzung, Distributionskanälen, Territorien und Einsatzdauer) sowie
  • der Aufwand für die Neukundengewinnung. Dieser kann je nach Anbieter markant unterschiedlich ausfallen.

Nochmals ein Vergleich: was die Ersatzteile beim Auto sind, ist die Archivierung beim Film. Ohne professionelle Archivierung des Films sind keine Reparaturen, sprich spätere Film-Adaptionen möglich. Weder in Bezug auf die Länge, noch für Sprachversionen, noch für Social Media-Einsätze oder zur Nutzung der Aufnahmen in anderen Filmen oder Videos.

Checkliste für Offertanfrage

Wer sich eine ungefähre Vorstellung gemacht hat, in welchem Ausmaß sein Film oder Video dokumentiert oder inszeniert werden soll, wer weiß, welche Emotionen in welchem Umfang er bei seinem Zielpublikum auslösen möchte, ist mit einer sinnvollen Checkliste für ein Briefing problemlos in der Lage, die nächsten Schritte zur Realisation zielgerichtet und effizient anzugehen.

Zur Übersicht sämtlicher kostenlos erhältlichen Filmpuls-Checklisten geht es hier.

Richtwerte: Online Filmkosten-Rechner

Mit dem Online Filmkosten-Rechner von Filmpuls lassen sich Richtwerte für die Preise für ein Video einfach bestimmen. Länge und Genre eingeben und der Rechner zeigt sowohl einen Richtwert für die Kosten wie auch den für die Produktion erforderlichen Zeitraum. Dies rückwärts gerechnet ab dem Zeitpunkt, auf den der Film fertiggestellt sein muss.

Fazit

Zurück zur Ursprungsfrage: was kostet ein Imagefilm?

Natürlich hinkt der in diesem Artikel strapazierte Vergleich zwischen Filme machen und Autos etwas. Er musste hier primär zur Erhöhung des Erinnerungswertes und zu Illustrations- und Vergleichszwecken herhalten. Eines aber ist sicher richtig und gilt für Autos ebenso wie für Filme und Videos: die Preisspanne und die Vielfalt der Möglichkeiten. Gebrauchte Autos werden schon unter 5’000.- feilgeboten (manche Angebote erwirbt man dann natürlich auf eigenes Risiko). Gleichzeitig finden sich Angebote für Autos im fünfstelligen und sechsstelligen Bereich.

Eines aber ist zu bedenken: Autos sind fast immer seriell hergestellte Industrieprodukte. Filme haben im Gegensatz dazu inhaltlich immer den Charakter von Prototypen. Filme sind Projekte. Kosten haben zudem immer auch mit der Frage zu tun, wie lang muss ein Video sein?

Was nichts kostet, ist nichts wert. Was viel kostet, vielleicht auch.
Walter Ludin

Wer sich im Prototypenbau auf Feld-Wald-und-Wiesen Angebote einlässt, läuft die Gefahr, dass er am Ende statt eines Autos einen Rasenmäher oder einen Küchenmixer vor die eigene Türe gestellt bekommt. Das gilt auch für Imagefilme und Imagevideos. Audiovisuelle Werke erfordern von ihren Machern ohne Ausnahme und ohne Gnade stets drei erfolgsrelevante Schlüsselfertigkeiten: Know-how, Talent und Erfahrung. Und ja. Auch diese drei Elemente können für die Frage «Was kostet ein Imagefilm oder ein Web-Video wirklich?» preisbestimmend sein.

Weitere Infos zu Kosten und Budget und eine Tabelle mit Richtpreisen zu findet sich im FILMPULS-Artikel: Was kostet ein Film. | filmpuls logo


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1 Leser-Input

  1. Das ist eine sehr schöne Zusammenfassung! Vielleicht kann man noch ergänzen, dass auch die Kosten für die Vertonung, also z.B.: prominente Sprecher, individuelle Musikkompositionen oder die Mischung des Film den Preis treiben können.

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