Checkliste für das Casting von Statisten und Darstellern für Film und Fernsehen

Mehr als die Hälfte der Regiearbeit besteht aus dem Casting der Darsteller

Casting für Statisten und Darsteller: Checkliste • Filmpuls Magazin
Casting für Statisten und Darsteller: Checkliste • Filmpuls Magazin

Kino und Fernsehen sind ein Geschäft für Spezialisten. Das gilt nicht nur die Arbeit mit der Kamera. Sondern auch für das Casting. Das gilt auch für den Auftragsfilm. Auch im Imagefilm gibt es Darsteller, die einen Film tragen müssen. Und nicht nur bei Werbespots, wo jede Sekunde zählt, können falsch rekrutierte Statisten eine Szene zum Absturz bringen.

Trotzdem gibt es immer wieder kleinere Projekte und Fälle, in denen man als Produktion aus Kostengründen selbst casten will oder muss (sog. Eigencasting). Dieser Artikel erklärt mithilfe einer Reihe einfach verständlicher Checklisten, an was man beim eigenen Casting für Film und Fernsehen denken muss.

Der Beitrag erläutert ganz bewusst nicht, wie man den richtigen Statisten oder Darsteller findet (das ist der Job des Regisseurs). Aber er zeigt, was es zu tun gilt, um erfolgreich ein Casting von Statisten oder Darsteller durchzuführen.

Organisation / Suche

Bei der Organisation des eigenen Castings lautet die wohl wichtigste Frage: Wie finde ich die potenziellen Statisten für mein späteres Video oder meinen Film?

Dazu gehört auch das «wo finde ich Darsteller und Statisten?». Dass jede und jeder zum Film wollen, gehört längst in das Reich der Legenden. Gerade wer als noch junge, unbekannte Produktionsfirma nach Mitwirkenden für ein Projekt sucht, findet sich oftmals schnell auf dem harten Boden der Tatsachen.

Darum stellen sich am Anfang des Eigencastings eine ganze Reihe grundlegender Fragen:

Vorbereitungsarbeiten
A-01Festlegen, wie viele Personen (Statisten und Darsteller) mit welchem Profil man braucht. Dazu wird das Drehbuch oder die Drehvorlage analysiert und werden die Rollen und die Anzahl der Drehtage pro Rolle notiert.
A-02Kalkulation mit Richtwerten für Entschädigung und Spesen sowie Mahlzeiten und Transporte erstellen. Die meisten Darsteller und Statisten fragen zuerst nach Art und Inhalt des Films. Anschließend folgt die Frage nach der Entschädigung. (Als Drittes dann die Frage nach dem Datum).
A-03Rekrutierungsstrategie überlegen: Welche Web-Portale und Plattformen erlauben Gratis-Anzeigen? Wann sollen diese geschaltet werden? Wie oft? Wenn mit Facebook oder Instagram gearbeitet wird: was kann ich tun, damit meine Meldung möglichst viele Likes oder Shares erhält? Gibt es weitere Möglichkeiten zur Ansprache meiner Zielgruppe?
A-04Sollen Street Castings durchgeführt werden, also möglicherweise passende Passanten für eine Rolle auf der Straße angesprochen werden? Vorsicht: Ein Street Casting bedeutet, hunderte Personen anzusprechen, von denen die Mehrheit weder Lust noch Zeit hat.
A-05überlegen, wie man den Auftritt vor der Kamera einem potenziellen Statisten oder Kleindarsteller schmackhaft machen kann. (Nicht lügen!)
A-06Zeitfenster und Ort für das Casting sollte vor Beginn des Castings festgelegt sein.
A-07wird für die Teilnahme am Casting eine Spesenentschädigung bezahlt?
A-08Sicherstellen, dass nicht nur klar ist, welche Rechte für das spätere Video abgetreten werden müssen, sondern auch, dass das Casting-Material dem Kunden gezeigt werden darf. Preisbestimmend sind insbesondere:

  • die Anzahl der abzutretenden Rechte,
  • die Zeitdauer über welchen diese Rechte abgetreten werden,
  • für welche Verwendungsarten diese Zwecke gelten (darf ein Video nur online gezeigt werden? Auch am TV? Dürfen Screenshots als Banner oder sogar als Print-Anzeige verwendet werden?) und
  • für welche Länder diese Abtretung gilt.
A-09Drehtermin(e) müssen schon vor dem Casting definiert werden. Wer Dreharbeiten um die Verfügbarkeit seiner Statisten und Darsteller herum baut, tut weder sich noch dem Video einen gefallen. Er wird möglicherweise an unlösbaren Terminkonflikten mit seinem Projekt scheitern.
A-11Material und Raum für Casting vorbereiten. Je zentraler und je einfacher der Ort erreichbar ist, an dem das Casting stattfindet, desto größer die Chance auf möglichst viele Teilnehmer. Das gilt auch für den Zeitpunkt des Castings. Denn wer ist schon in der Lage, seinen Job mitten unter dem Tag für einen arbeitsfremden, privaten Termin zu unterbrechen?
A-12Festlegen, ob man das Casting alleine macht, oder als Team. Der erfahrene Caster weiß, dass für die spätere Zusammenarbeit nicht nur die Präsenz vor der Kamera (Stichwort Fotogenität und Bildwirksamkeit), sondern auch das Zwischenmenschliche entscheidend ist. Eine einzelne Person, welche die Kamera führt, Aufgaben stellt und sich während Stunden im 10-Minuten-Takt auf neue Menschen einlassen muss, hat keine Zeit für Zwischentöne.
A-13Abklären, was Casting von den Kandidaten gefordert wird. Zur Vergleichbarkeit empfiehlt es sich, allen Teilnehmern dieselben Aufgaben zu stellen.
A-14 Klarstellen, wie das Casting dokumentiert wird. Mit Video? Zusätzlich mit Fotos?
A-15dürfen Personen, die von einer (professionellen oder semiprofessionellen) Agentur für Statisten oder Laiendarsteller vertreten werden, am Casting teilnehmen? Es gibt Teilnehmer an ausgeschriebenen Castings, die schon Verträge mit einer Agentur eingegangen sind, in denen Entschädigungen, Agenturhonorar und Spesen verbindlich definiert sind.

Quelle: filmpuls.info

Tatsache ist: wer einmal als Statist gearbeitet hat, weiß das ein Traumjob anders aussieht. Zumal die Abgeltung oftmals aus einer besseren Spesenentschädigung besteht. Wer umgekehrt eine Karriere als Darsteller anstrebt, mag zwar als Jungschauspieler zu symbolischen Gagen arbeiten, sucht sich aber seine Projekte nach qualitativen Kriterien aus. Low Budget Videos und unterfinanzierte Imagefilme gehören da eher nicht dazu.

Vorbereitung

Sind genügend Teilnehmer rekrutiert, gilt es noch vor der Durchführung des Castings folgendes zu prüfen:

Technik
A-16angemessene Beleuchtung
A-17passender Hintergrund
A-18sind Ton und Kamera kontrolliert und bereit (Anmerkung: Ton ist für das Casting genauso wichtig wie das Bild.

Ist man in der glücklichen Lage, dass sich genügend Interessenten für das Casting angemeldet haben, empfiehlt es sich, die Anmeldung zum Casting jedem Teilnehmer nochmals ausdrücklich und verbindlich zu bestätigen. Nicht alle Menschen verstehen eine «Anmeldung» für ein Casting als eine Verbindlichkeit. Wer sich als Produktionsfirma rückversichert, riskiert, dass weniger als die Hälfte der Interessenten beim Castingtermin tatsächlich auf der Matte stehen.

Zeitrahmen, Kleidung und Requisiten
A-19vorab zum Casting mit Regisseur / weiteren Anwesenden ein klares Zeitlimit pro Teilnehmer des Castings besprechen
A-20Teilnehmer bitten, zum Casting passende Kleidung mitzunehmen (für sportliche Rolle einen Sportdresse, etc.)
A-21Namensliste und Pläne erstellen (inkl. Namensschilder)
A-22 wenn von Regie gewünscht, zur Rolle Requisiten vorbereiten  / bereitstellen (beispielsweise Brille, Zigarren, Zeitung)

Quelle: condorcommercials.com

Casting zur Suche von Statisten oder Darsteller

Beim Eigencasting geht es darum, die Grundlage zu schaffen damit der Regisseur erkennt, wer sich für den Auftritt vor der Kamera eignet. Aber nicht nur.

Ein professionelles Casting folgt einem festen Grundmuster und Ablauf. Gewissermaßen Pflicht und Kür.

Der Umfang des Pflichtteils ist immer auch davon abhängig, ob man sich dauerhaft ein Casting-Archiv aufbauen will. Diesfalls will man einen Darsteller oder Statisten im Casting möglichst so erfassen und kennenlernen, dass man auf Basis der so gewonnenen Informationen für ein späteres Projekt schon ohne Casting eine erste Vorauswahl treffen kann.

Casting: Pflichtteil (20 %)
B-01Namensschild: Vor jedem Part muss jeder Teilnehmer ein Namensschild (beschriftet mit Datum, Rolle und Produktionsfirma) mindestens 5 Sekunden ins Bild halten. Das verhindert spätere Zuordnungsfehler. Weil das Datum mit der Aufnahme verbunden ist, ist bei einer späteren Suche im eigenen Archiv sofort klar, wann die Aufnahme erstellt worden ist.
B-02Gesicht und Ganzkörperansicht ohne Bewegung (je ca. 5 Sekunden fix, ohne Ton)
B-03Vorstellen der Person:  Jeder Teilnehmer nennt seinen Namen und, wenn vorhanden, seinen Agenten oder seine Agentur. Die Kamera ist auf dem Gesicht. Dauer: ca. 30 Sekunden.
B-04Gesicht nah (Front, Profil links und rechts, je 4 Sekunden fix
B-05Hände vorne und hinten auf Augenhöhe, ca. 4 Sekunden
B-06Viele Regisseure (und beim Auftragsfilm auch Kunden) mögen es, ein Gefühl für die Teilnehmer zu bekommen. Darum darf man den Kandidaten für ein Rolle durchaus bitten, etwas Persönliches sich zu erzählen (Beruf, Hobbies, Karriere.) Dies aber gerne in nicht mehr als 90 Sekunden.

Quelle: condorfilms.com

Hat man alle standardisierten Schritte hinter sich gebracht, wird es spannend! Nun folgt der inhaltlich relevante, künstlerische Teil des Castings. Dieser sollte im Verhältnis zum ersten Teil (Pflicht) etwa 70 % bis 80 %  der Zeit des Vorsprechens beanspruchen.

Rollenspezifischer Teil (80 %)
B-07Der Kandidat oder Statist simuliert seinen späteren Auftritt. Das Briefing dazu bekommen Schauspieler vorab, meist mit der Gelegenheit, am Casting dazu auch noch Fragen zu stellen. Wichtig ist bei der Wahl, nicht die einfachste, sondern die schwierigste Szene auszusuchen. Nur so kann das Potenzial verlässlich eingeschätzt werden.
B-10Dialekte und Fremdsprachenkenntnisse sind von der Person vor der Kamera zu sprechen und nur zu erwähnen.
B-09Erfordert der Auftritt besondere Fähigkeiten (singen, sportliche Betätigung, handwerkliche Fähigkeiten), will man diese vor der Kamera sehen.

Quelle: condorfilms.com

Teil 1 des Castings «Pflicht») hilft bei der Aufbereitung des Casting-Materials für den Entscheidungsprozess. Auf Basis von Teil 2 («Kür») entscheiden Regisseur und Produzent (beim Imagefilm mit dem Kunden), wer den Zuschlag für den Part bekommt.

Aufbereitung für Entscheidungsprozesse

In der Regel geht der Entscheidungsprozess für ein Casting über mehrere Runden. Erstens, weil der Regisseur oder die Entscheider nicht zwingend selbst am Casting teilnehmen. Zweitens, weil ein Entscheid auch Auswirkungen auf andere Rollen hat. Typisch ist dies bei Eigencastings von Liebespaaren, Gegenparts (Held und Feind) oder Familien. Entscheidet sich die Regie für Person A, fällt möglicherweise Person B trotz perfekter Performance am Casting aus dem Rennen, weil die Chemie nicht stimmt.

Diesem Umstand hat Folgen für die Bearbeitung und Bereitstellung des Castings im Edit.

Bereitstellung der Castingaufnahmen für Entscheider
C-01Die Reihenfolge Elemente, die man pro Rolle aus dem Casting zusammenschneidet, sind in ihrer Reihenfolge immer gleich. Damit erhöht sich die Vergleichbarkeit.
C-02Der Clip einer Person beginnt mit 5 Sekunden Vorlauf (Schwarz oder Weiß). Dann wird der Titel des Projektes und der Name der Person eingeblendet. Viele Caster lassen den Namen während der gesamten Laufzeit des Clips stehen. Bei Auftragsproduktionen und Statisten ist es üblich, nur mit Vornamen zu operieren. Dann folgen Gesicht und Ganzkörperansicht (ohne Bewegung) während maximal 5 Sekunden. Anschließend die Vorstellung der Person (Großaufnahme Gesicht). Am Ende Gesicht Nah und im Profil und die Hände.
C-03Der Hauptteil des Casting-Reels besteht aus dem Rollenspiel. Hier geht es um Performance, Mimik, Körperhaltung. Weil beim Casting diese Szene mehrmals wiederholt wird, wählt der Regisseur die aus seiner Sicht jeweils beste Performance.
C-04Letztendlich folgt die Blende auf dieselbe Farbe, aus welcher der Casting-Clip gestartet ist. Darum, weil nur so mehrere Clips sauber hintereinander im Edit auf eine Timeline aufgereiht werden können.
C-05Von jedem Teilnehmer werden 2 Screenshots (Halbnah, Groß) aus dem Edit exportiert. Diese Fotos werden von der Produktion in einem Word-Dokument in Form einer Tabelle mit Bild, Name, optional Timecode und zwingend mit einer Spalte für Handnotizen zusammengefügt. Die Teilnehmenden an der Versionierung bekommen diese Liste ausgehändigt.

Quelle: C.P. Olsson

Ist der Entscheidungsprozess abgeschlossen, gilt es der Fairness halber die glücklichen Ausgewählten ebenso wie diejenigen Darsteller und Statisten, die nicht für den Dreh verpflichtet werden, zu informieren. Das «Don’t call us, we will call you» als letzter Kontaktpunkt für aus dem Casting ausgeschiedenen Teilnehmer ist schlechter Stil, der sich in einer Branche, welche eng vernetzt ist, früher oder später rächt.

8 Profi-Tipps, die es in sich haben

Wer selbst regelmäßig für Film und Video castet, erlebt so einiges. Gutes wie schlechtes. Hier sind einige Erfahrungswerte, über die es nachzudenken lohnt:

Ratschläge, Tipps und Tricks
D-01Aufzeichnen des Castings direkt auf die Harddisk des Computers, auf dem später editiert wird. Das spart Zeit und Geld.
D-02Vorsicht bei Kindern und Jugendlichen! Hier gelten nicht nur besondere rechtliche Bestimmungen für die Zusammenarbeit und haben die Eltern ihre Zustimmung zu geben. Jugendliche, die vor der Kamera Geschwister spielen sollen, tun dies überzeugender, wenn sich auch im wahren Leben Geschwister sind. Elternteile, die vor der Kamera ein Paar geben, können ohne Probleme einzeln und losgelöst von den Kindern ausgewählt und kombiniert werden.
D-03Wer einem Hund oder einer Katze eine Rolle ins Drehbuch schreibt, darf dies nur dann tun, wenn auch genügend Mittel im Filmbudget kalkuliert sind. Dreharbeiten mit Tieren sind teuer. Sie unterstehen einer Bewilligungspflicht. Und schlimmer: kein untrainiertes Tier gehorcht auf dem Set den Anweisungen seines Halters. Keines.
D-04Ein Casting für einen Film oder ein Video ist etwas anderes als eine Castingshow mit Heidi Klum am Fernsehen. Als Faustregel gilt: Anziehen, was die spätere Rolle oder der Auftritt vor der Kamera erfordert, ist in Ordnung. Alles, was diesen Code unterschreitet, ist zu unterlassen. Harvey Hollywood lässt grüssen.
D-05Wer nichts zahlt, kann (und darf!) auch nicht viel fordern. Das klingt erstmal wenig spektakulär. Ist es aber nicht. Nur wer eine halbwegs faire oder nachvollziehbare Entschädigung anbietet, kann sich darauf verlassen, dass sein Darsteller oder Statist überhaupt am vereinbarten Drehtermin auftaucht.
D-06Ein Casting ist für jeden Teilnehmer, der das noch nie erlebt hat, eine Extrem-Situation. Anfänger versuchen, diese Situation zu entschärfen. Das ist falsch! Auch der spätere Dreh ist eine äußerst ungewohnte, stressige Angelegenheit. Es geht beim Casting auch darum, abschätzen zu können, was später bei den Dreharbeiten abgeht. Denn dort kostet jede Wiederholung einer Einstellung richtig Zeit und Geld.
D-07Jede Schnittstelle birgt Risiken. Dazu gehören das Erfassen von Personendaten, Adressen und von Fotos oder Casting-Reels. Darum ist es sinnvoll, alle Informationen von Beginn weg digital zu erfassen. Damit wird die Durchgängigkeit, von der Anmeldung zum Casting bis zur Honorarzahlung, sichergestellt. Die Kosten dafür sind, auch für kleinere Produktionsfirmen die regelmäßig Castings durchführen, in kurzer Zeit durch den Effizienzgewinn kompensiert.
D-08Wer dem Teilnehmenden, noch bevor er vor die Kamera tritt, die Zusicherung abnimmt, mit den vorab kommunizierten Eckdaten (Entschädigung, Termine, Rechte) einverstanden zu sein, spart sich Ärger. Unterlässt man diesen Schritt, fühlt sich so manches vermeintliche Talent dazu berufen, bei einer Zusage die Deals nachzuverhandeln. Gerade beim Imagefilm ist das Verständnis des Auftraggebers für solche Späße sehr limitiert.

Quelle: filmpuls.info

Du hast weitere Erfahrungen gemacht oder zusätzliche Experten-Tipps? Wir freuen uns auf Dein Feedback mit der Kommentarfunktion am Ende dieses Artikels!

Zusammenarbeit mit Casting-Agenturen

Jede Casting-Agentur haben zwei Missionen. Eine künstlerische und eine wirtschaftliche. Wer als Produzent auf diesem Grat zu wandern weiß, darf auf bessere Filme und ruhigen Schlaf vertrauen.

Gelingen tut dies immer dann, wenn man die wichtigsten, grundlegenden Regeln der Zusammenarbeit kennt und akzeptiert.

Externes Film-Casting mit spezialisierter Agentur
E-01Klare Abmachungen = gute Freunde. Man darf mit einer Casting -Agentur verhandeln. Es gibt aber auch einen Grund, warum man sich zur Zusammenarbeit mit Casting-Agentur entschieden hat: diese erbringt die geforderte Leistung besser, als man es selbst tun könnte. Erbringt man eine gleichwertige Leistung selbst, sollte man dies auch tun, statt Preise zu drücken.
E-02Eine Casting-Agentur ist immer nur so gut wie das Briefing, das der Regisseur ihr gibt. Darum bekommt selten, was er sucht, wer nicht weiß, was er will.
E-03Wer mit Schrott in den Himmel schießt und überzeugt ist, dass so Feldhasen vom Himmel fallen, findet auch die nächste Angelina Jolie mittels Street Casting. Für viele Produzenten ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen keine Option. Casting-Agenturen bauen immer wieder auch neue Talente auf. Für Produzenten entsteht so oftmals eine Win-Win Situation. Die Agentur kann ihren Nachwuchstalenten eine Gelegenheit zum Sammeln von Erfahrungen bieten. Produzent und Auftragnehmer bekommen die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Talenten.
E-04Auch Castingagenturen bezahlen Miete und Steuern. Deals mit Sonderkonditionen sind für sie nur möglich, wenn sie im Gegenzug auf größere Aufträge vertrauen können. «Give-and-take», lautet das bewährte Motto.
E-05Schauspieler sind in vielen Ländern gewerkschaftlich organisiert. Die Zusammenarbeit mit einer professionellen Agentur hilft bei der Klärung vieler Fragen. Ganz besonders gilt dies, wenn ausländische Darsteller verpflichtet werden sollen.
E-06Casting-Agenturen haben unterschiedliche Kompetenzen. Die einen sind auf Laiendarsteller spezialisiert, andere auf Jugendliche oder auf bestimmte Altersgruppen. Referenzen und ein Vorgespräch über die Erwartungen helfen bei der Wahl des richtigen Partners und garantieren das bestmögliche Resultat.

Quelle: C.P. Olsson

Die (digitale) Zukunft?

Die Darstellersuche für Film und Fernsehen erfolgt zunehmend im Web. Spezialisierte Webportale wie Castupload setzen auf diese Form. Das Portal wird als Gründungsprojekt gefördert durch das Deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, durch die Europäische Union und durch den europäischen Sozialfond.

Feedback und Ergänzungen

Wo Punkte in der Checkliste missverständlich oder mit Fehler verfasst sind oder wichtige Aspekte zum Casting von Darsteller und Statisten fehlen, bitten wir um dein Feedback mit der Kommentarfunktion. Danke im Voraus! | filmpuls logo


Im Interesse der Lesbarkeit wird im gesamten Text die männliche Form verwendet; die weibliche Form ist selbstverständlich eingeschlossen. | © Artikel Filmpuls

Carlo P. Olsson
Wer ist Carlo P. Olsson? 23 Artikel
Carlo P. Olsson begleitet die Herstellung von Filmen, Videos und TV-Serien im Auftrag von Unternehmen, Agenturen und Produktionsfirmen. In seiner Freizeit spielt er Eishockey und beschäftigt sich mit barocker Klangdramatik.

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