Videoformate von A-Z: Alles was Du darüber wissen musst

Die ultimative Einführung (Teil 2)

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Kann ein Videoformat nicht nur eine Eigenschaft und einen Inhalt, sondern unterschiedliche Eigenschaften und Inhalte in sich vereinigen? Beispielsweise einen Film oder ein Video mit Untertiteln ergänzen, womöglich in unterschiedlichen Sprachversionen? Was ist, wenn eine Videodatei nicht nur einen Film, sondern auch Fotos enthalten sollte?

Containerformate

Ein Containerformat (von englisch „Behälter“) legt fest, mit welcher Struktur einzelne Datenströme unterschiedlicher Formate zu einem einzigen Datenstrom (und damit zu einer Containerdatei) zusammengeführt werden können. Dieses Zusammenführen nennt sich in der Fachsprache Multiplexing.

Videoformate von A bis Z: ContainerformateContainerformate bieten je nach Typ stark unterschiedliche Möglichkeiten. Der einfachste Anwendungsfall ist die Kombination unterschiedlicher Dateien zu einer einzigen Datei, wie beispielsweise beim TAR-Format, das zu Archivzwecken verwendet wird.

Ein Container-Format muss mit den in ihm enthaltenen Daten als Videoformat ein sinnvolles Ganzes ergeben: Video-Daten und Audio-Daten sollen sich zu einem abspielbaren Film mit synchronem Bild und Ton zusammenfügen oder noch zusätzlich mit Textinformationen (Untertitel) angereichert werden. Container-Dateien sind darum auch als „Verbund-Dokumente“ bekannt. Medien-Containerformate treten häufig in Erscheinung als MP4 (Dateiendung *.mp4), Matroska (*.mkv, *.mka), DivX (*.divx) oder als AVI (*.avi).

Erst Containerformate ermöglichen es zudem, dass sich jeweils für Video und Audio unterschiedliche Codecs verwenden lassen. So können die jeweils besten Codecs kombiniert werden. Containerformate bieten darum nicht zu unterschätzende Vorteile auch für die Qualität der Enkodierung.

Fähigkeiten der Videoformate (Container-/Nicht-Container-Formate)
InhaltAVIMOVMP4MKV
LogoAVI Videoformat - Die ultimative Einführung (Teil 2)MOV Videoformat Die ultimative Einführung (Teil 2)MP4 Videoformat Die ultimative Einführung (Teil 2)MKV Videoformat von A-Z: Alles was Sie darüber wissen müssen
Kapitel
Mehrere Audiospuren
Untertitel
Cover
Menüs
Offener Standard
Kostenlos

Quelle: Condor Films, Februar 2017

 Containerformate werden in zwei Arten unterteilt:

  1. Medienformate
  2. Video-Containerformate

Medienformate: ihre Container beinhalten Daten unterschiedlicher Formate für diverse Zwecke und Anwendungen. Der noch immer verbreitete, aber veraltete, AVI-Container kann zum Beispiel eine MPEG-4 Videospur, die mit dem Xvid-Codec erstellt wurde, und eine mit LAME-enkodierte MP3-Audiospur kombinieren. Andere Medienformate ergänzen Bild- und Ton mit einer Menüführung, mit Untertiteln in verschiedenen Sprachen oder weiteren Tonspuren (synchronisierte Versionen in Fremdsprachen). Container-Formate können als Videoformate im Ausnahmefall sogar komprimierte und unkomprimierte Daten transportieren. Ein RIFF-WAVE-Container beispielsweise kann MP3-enkodierte Ton-Daten zusammen mit der originalen PCM-Kodierung transportieren.

Die Aufgabe, die Inhalte eines Containers zusammenzuführen, übernimmt der Multiplexer. Sein Gegenstück ist der De-Multiplexer (auch Splitter genannt oder als Demutiplexer geschrieben). Er trennt die Spuren und Inhalte wieder, damit diese von jeweiligen Dekoder aufbereitet werden können.

Audio-/Video-Containerformate: der Umfang von reinen Audio- oder Video-Containerformaten ist geringer als derjenige von Medienformaten, die mehr Einzeldateien enthalten, als es nur Filme erfordern. Video-Containerformate enthalten aber selbstsprechend zumindest eine Ton- und Videodatei. Einzelne Video-Container sind zudem auf die Einbettung weiterer Elemente ausgerichtet und enthalten Untertitel (VOB, MP4, MKV) oder eine Menüstruktur (VOB, MP4, DMF).

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2 Leser-Erfahrungen

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit großem Interesse habe ich einige Artikel auf Ihrer Homepage gelesen. Mich interessiert aber vor allem die Frage, wie ich am besten Kauf-DVDs konvertieren kann.

    Es geht um Folgendes: Inzwischen hat sich eine ganze Reihe von Spielfilmen bei mir zur Hause angesammelt. Um Platz zu sparen, habe ich vor, einige dieser Filme mithilfe eines Konvertierungsprogramms auf eine Festplatte zu speichern. Derzeit arbeite ich mil dem Konvertierungsprogramm des Herstellers MOVAVI und mit damit auch sehr zufrieden. Wie gesagt, es handelt sich Spielfilme, die ich mir auf einem Notebook (17 Zoll) oder an einem größeren Bildschirm (21 Zoll und mehr) anschauen möchte.

    Aber welches Format ist nun Ihrer Ansicht am besten zur Konvertierung geeignet, um VOB-Dateien ohne Qualitätsverlust auf eine Festplatte abzuspeichern? Hier ein paar Beispiele:

    – MP4 H 264 Originalgröße
    – MP4 H 264 HD 720 p
    – MP4 H 264 Full HD 1080 p
    – MP4 H 262 HD 720 p
    – MP4 H 262 HD 1080 p

    Die Liste könnte man beliebig fortsetzen mit noch anderen Formaten.

    Ich wäre Ihnen daher sehr verbunden, wenn Sie mir in dieser Angelegenheit weiterhelfen könnten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Andreas Blum

  2. Hallo Herr Blum

    Eine gekaufte DVD (PAL) hat eine Auflösung maximal 720×576 Pixel. Eine Konvertierung in MP4 H 264 HD 720 p reicht damit, um die Qualität zu halten.

    Natürlich können Sie mit geeigneter Software die Videos in einer scheinbar höheren Auflösung als Datei abspeichern. Nur: die Qualität wird damit nicht besser. (Siehe: https://filmpuls.info/filmformat-seitenverhaeltnis-bildgroesse/5/ Sie generieren damit einzig größere Dateien, benötigen so mehr Speicherplatz und machen nur die Anbieter von Festplatten oder Cloud-Lösungen glücklich. Ein 21-Zoll-Bildschirm hat eine Auflösung von 1920×1080 Pixel. Schauen Sie sich DVD-Spielfilme in dieser Auflösung an, macht die Qualität wenig Freude. Ausnahme: Sie setzen sich weit entfernt vom Bildschirm, dann werden Pixel und Unschärfen weniger deutlich (Mehr dazu https://filmpuls.info/filmformat-seitenverhaeltnis-bildgroesse/3/.

    Wollen Sie ihre alten Filme in guter Qualität digital genießen, droht Ihnen dasselbe Schicksal wie mir: nochmals neu auf Blu-Ray erwerben oder in einem Abo als Stream anschauen. Das ist ärgerlich, besonders wenn man denselben Spielfilm (weil man ihn schon auf VHS und DVD gekauft hatte) nun zum dritten Mal neu erwirbt.

    Tipp: In das MP4-Format umgespielte Spielfilme lassen sich mit der Software MetaX (www.danhinsley.com) automatisiert beschriften und mit dem Titelbild der originalen DVD versehen. Diese Software ist kostenpflichtig, aber aus meiner Sicht trotzdem ein Must-have für jedes größere digitale Filmarchiv. Mit den Metadaten von MetaX lässt sich ohne Archivprogramm einfach im Explorer nach Titel, Regie und Darstellern suchen.

    Freundliche Grüße, C.P.O.

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