Filme und Videos mit dem MP4 Tag Editor MetaX sauber beschriften

Warum Metadaten wichtiger sind, als du denkst!

Praxis-Test: MP4 Tag Editor MetaX sauber beschriften
Praxis-Test: MP4 Tag Editor MetaX für Film und Video

Ordnung ist das halbe Leben. Aber du willst natürlich nicht dein halbes Leben damit verbringen, Dinge sauber zu ordnen und zu beschriften. Das gilt auch für Videodateien. Hier zeige ich dir eine einfache Lösung, wie du Metadaten und MP4 Tags in den Griff bekommst.

Eine handvoll Videodateien hast du mühelos im Griff. Hast du die Dateien einigermaßen vernünftig beschriftet, findest du sie auch in den Tiefen deines Computersystems wieder. Bei einigen hundert Videos oder digitalisierten Filmen wird das schwieriger. Natürlich kannst du alle Daten in einen einzigen Ordner legen. Aber sobald du deine Filme nach Regie, Namen der Darsteller oder sonstigen Kriterien suchen willst, gute Nacht.

Klar, du kannst dir dazu in mühsamer Handarbeit eine Datenbank anlegen. Oder dir die Software für ein Videoarchiv kaufen. Einfacher geht es mit Tags und Metadaten. Hier zeige ich dir, wie das geht. Und verrate dir zusätzlich das für mich nach wie vor beste Tool, mit dem ich selbst auch meine gesamte digital archivierte DVD-Bibliothek verwalte.

Mein Geheimtipp für MP4 Tags: MetaX von Dan Hinsley

Mein Geheimtipp ist eine kleine Software namens MetaX vom Entwickler und Programmierer Dan Hinsley für MP4 Tags. Mit MetaX  kannst du weder schneiden, noch ein Video konvertieren. Dafür aber MP4-Videos perfekt mit Metadaten ergänzen.

Das funktioniert für eigene Videos mit MetaX genau so gut wie für deine alten DVDs oder BluRays. Bei Spielfilmen kannst du sogar alle Informationen, die dein Sammlerherz begehrt, automatisch einfügen lassen. Cover inklusive.

MetaX - automatisches erfassen von Metadaten und Tags
MetaX – automatisches erfassen von Metadaten und Tags für MP4

MetaX musst du bezahlen. Du kannst zwar das Programm kostenlos downloaden. Es funktioniert aber nur mit dem Lizenzschlüssel. Dieser kostet dich ganze €8. Damit allerdings öffnest du dir ein Universum. Professioneller kriegst du deine MP4 Tags mit einem Editor nicht hin.

Wer mit der Software MetaX arbeitet, der merkt sofort: auch der Programmierer selbst arbeitet mit dieser Software. Die Funktionen sind durchdacht, klug und vielfach intuitiv zu  bedienen. Wer mehr Untersützung für seine MP4 Tags benötigt, finde diese als Video-Tutorials auf der Webpage von MetaX.

Selbst der Humor kommt nicht zu kurz. Man kann in der Software in einer versteckten Box im Menu ein Häkchen setzen, damit MetaX nach dem hineinrechnen der Metadaten laut Muh macht. Ob Dan Hinsley dabei User aus Bayern oder der Schweiz im Hinterkopf hatte?

Der MetaX Tag Editor für MP4 wurde erst kürzlich wieder optimiert (Juni 2018). Auch wenn das Programm schon seit Jahren auf dem Markt ist – du bekommst also die neueste Version für Windows 10, Windows 8, Windows 7, Vista und XP. Fans von Steve Jobs gehen bei MetaX für einmal leer aus, auch wenn das Format MP4 gut mit Apple zusammenspielt.

Wer aber mit Windows arbeitet (ist eh schneller und günstiger, das spricht sich langsam auch in der professionellen Bildbearbeitung herum), bekommt das, was auch Dan Hinsley selbst wichtig ist: eine No Bull Software. No Bull steht dabei … – erraten: für No Bullshit.

Was tun Tags / Metadaten?

Viele Nutzer sind sich nicht bewusst, dass ihr Computer nicht nur die Daten und Dateinamen in einer Datei speichert (oder speichern kann), sondern auch weiterführende Angaben. Das sind die Metadaten. Sie liegen auf einer Zwischenebene (das Wort meta bedeutet griechisch = inmitten, zwischen, zusammen mit …). Metadaten können je nach Software auch für den User sichtbar sein oder nur für den Computer.

Du kennst das von YouTube. Lädst du dort deine Filme hoch, kannst du unter dem Textschrieb von dir frei gewählte Schlagwörter (Tags) einfügen. Diese helfen der Videoplattform zu verstehen, um was es im Video geht.

Das funktioniert auch bei Video-, Bild und Musikdateien. Hier kannst du Zusatzinformationen direkt und unsichtbar für den Zuschauer in ein das Videoformat einfügen. Voraussetzung dazu ist, dass es sich dabei um ein Containerformat handelt.

Metadaten können Eigenschaften einer Datei festhalten. Beispielsweise die Zeit der Erstellung oder der Name der Person, welche die Datei erstellt oder zuletzt bearbeitet hat. Möglich ist es aber auch, Metadaten ganz gezielt zu definieren und einzusetzen. Meist spricht man dann von Tags. Ein Tag  ist in der englischen Sprache ein Etikett oder ein Anhänger.

Wichtig auch für Suchmaschinen

Auch gut zu wissen: Tags und Metadaten werden von allen gängigen Internetportalen automatisch erfasst. Darum optimieren Metadaten bei MP4-Videos ebenso wie bei Fotos oder Audiodateien die Auffindbarkeit mit Suchmaschinen. Natürlich nur, wenn diese online frei verfügbar sind.

Metadaten eines Videos, das über YouTube in eine Webpage eingebunden ist, sehen für den Such-Roboter von Google so aus:

Metadaten (schema.org) wie der Google-Suchroboter sie sieht
Metadaten (schema.org) wie der Google-Suchroboter sie sieht

Beachte, wie der Dateiname (Name) und die Beschreibung (Description) unterschiedlich sind. Das ist ein Hinweis darauf, dass diese händisch erstellt und ganz bewusst zur SEO-Optimierung gesetzt wurden. Wie die Videos online für den User beschriftet sind, siehst du hier.

Es gibt Metadaten, die du auch ohne Hilfsmittel siehst. So in einem Player oder im Windows Explorer. Und Daten, die du  nur mit der entsprechenden Software siehst. So oder so lesen die Bots der Suchmaschinen für SEO (Search Engine Optimization) diese Daten mit.

Wie erstelle ich Metadaten für MP4 Videos ohne MetaX?

Metadaten kannst Du auch mit anderer Software einfügen oder bearbeiten. Entweder du nutzt dazu ein spezielles Programm wie das schon erwähnte MetaX als Editor. Oder aber du hast bereits eine Funktion innerhalb eines Programmpakets, welche die Bearbeitung von Tags erlaubt. Das ist bei den meisten Schnittprogrammen der Fall. Hier kannst du die entsprechenden Werte im Handumdrehen eingeben. Ebenso ist das auch bei vielen Programmen der Fall, mit denen du Videos von einem Format ins andere konvertieren kannst.

Für Windows und Apple kannst Du dazu die Metadaten beispielsweise bei Adobe Premiere (Schnittprogramm, kostenpflichtig) oder Wondershare Video Converter (auch als Gratis-Version) in die dazu vorgesehen Felder eintippen. Sobald du die Video-Datei neu speicherst, sind die Metadaten mit dem Video verbunden.

Adobe lässt dich dich bei Premiere nur eine beschränkte Auswahl an Informationen im XMP-Format einfügen. Weitere Werte wie Filmlänge oder Format werden automatisch ergänzt. Ganz professionelles Schnittprogramm, dienen hier die Metadaten insbesondere auch als Schnittstelle zur weiteren Software der Adobe Programm-Familie (After Effects, Media Encoder, Character Animator, etc.).

Wondershare zielt dagegen mehr auf den nicht-professionellen User. Diese Software lässt dich die Metadaten auch für die Kategorien Regie, Schauspieler, Filmart etc. eingeben. Wer  in der eigenen digitalen Filmbibliothek nach diesen Begriffen suchen oder sortieren will, ist damit gut bedient.

Ganz schön fies!

Viele Programme ziehen die Informationen für Metadaten automatisch aus anderen Quellen. Dazu zählt auch dein Nutzername, mit dem du dich bei deinem Computer anmeldest. Oder die Beschriftung der Videodatei. Im letzteren Fall kann das schon aussehen wie «v2018-09-1_a_final-final-kurzversion-2». Search enginge optimiziation funktioniert anders. Das ist zwar nutzerfreundlich, hat aber auch Nachteile:

Sendest du einen Imagefilm an einen Kunden, willst du eher nicht, dass statt deiner eigenen Daten diejenigen der Postproduktion oder des Color Graders beim Auftraggeber aufpoppt. Oder sonstwas, das du nicht unter Kontrolle hast. Oder auf deinem Radar.

Meine wichtigste Arbeitsstation trägt den für einen Computer wundersamen Namen Dr. Christmas. Du weißt schon, aus diesem alten 007-Film. Sie heißt Christmas Jones und Bond sagt zu ihr am nächsten Morgen: «I thought Christmas only comes once a year!» (Ich dachte, Weihnachten kommt nur einmal im Jahr!). Einmal habe ich einen Eventfilm im Stress ohne Kontrolle der Metadaten an einen Auftraggeber versandt. Im Windows Media Player des Kunden stand dann oben im Film der automatisch in das MP4 eingefügte Metaname.

Der Kunde fand es nicht so lustig.

VorschaubildAusschnitt «The World is Not Enough» (1999) | Beispiel für Metadaten

Video-Thumbnails

Was die Leute vergessen oder nicht wissen – sogar viele Profis – ist, dass auch Video-Tumbnails zu den Metadaten zählen. Damit kannst du deinem Film oder Video ein Filmplakat oder ein Titelbild fix zuordnen. Dies wird dann auf Computer angezeigt.

Das ergibt nicht nur für deine digital archivierten Spielfilme viel Sinn (sofern du die DVD mit den schön gestalteten Original-Covern nicht behalten hast).


Dieser Artikel wurde unabhängig vom Hersteller der Software MetaX erstellt und von diesem in keinerlei Form unterstützt oder abgegolten (mag sein, dass Dan bis heute gar nichts von diesem Beitrag weiß 😉 | © Originalfoto Titel: Pixabay, Screenshots MetaX: filmpuls / © Dan Hinsley | Im Interesse der Lesbarkeit ist im gesamten Text die männliche Form verwendet; die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen. | © filmpuls logo

Pavel Sokolov
Wer ist Pavel Sokolov? 12 Artikel
Pavel studiert Film mit Schwerpunkt Montage. Er mag François Truffaut, Terrence Malick, Dr Pepper, seinen Thermaltake View 71 TG, Musik von Seeed und alle Dinge, die mit der Farbe Rot zusammenhängen aber keinem Lebewesen Schmerzen bereiten.

1 Leser-Input

  1. Für Mac (in FCPX immer noch Welten schneller als alles was Windows bietet) gibt’s auch Kyno. Absolute professioneller Videobrowser, in dem sich nebenbei auch MP4 vertaggen lassen.

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