Checkliste: Wie erkenne ich den perfekten Coach für Videos und Bewegtbildproduktionen?

Coach für Videos Videocoaching
Ein gutes Coaching ist mehr als die Summe seiner Teile | © Adobe Stock

Wer als Unternehmen die Herstellung von Bewegtbild nicht im Outsourcing mit einer externen Produktionsfirma erstellt, sondern intern produziert – oder dies in Zukunft zu tun beabsichtigt – steht vor der Frage nach dem richtigen Coach für Videos. Angebote zur Begleitung oder Ausbildung bestehen im Internet einige. Wie aber lässt sich die Qualifikation eines Videocoachs feststellen. Die Checkliste in diesem Artikel hilft dabei.

Um was es hier geht: die Auswahl eines Coaches für Videos, der Firmen oder Personen bei der Herstellung von Bewegtbild für die Dokumentation oder Kommunikation, Marketing und PR ausbildet und / oder begleitet.

Coach Bewegtbild Filmcoach
© Foto: Adobe Stock
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Was können Didaktik und Methodik wirklich leisten?

Didaktik und Methodik sind zwei wichtige Begriffe im Coaching. Die Didaktik bezieht sich auf die Frage, „was“ vermittelt werden soll und definiert damit den Lerninhalt, während die Methodik die Art der Darbietung des Lerninhaltes, das „wie“ des Wissenstransfers bestimmt. Coaching kann ohne Didaktik und Methodik nicht effektiv sein. Das Wissen um die professionelle Anwendung dieser zwei Fachgebiete helfen den Coaches, ihre Lerninhalte und Grundsätze wirksam und damit erfolgreich an ihre Kunden weitergeben.

Was dieser Artikel nicht behandelt: Fragen, wie Coaching mit dem Medium Video in Form von Videostreaming / Live-Video-Schulung für eine beliebige Schulung oder Beratung, die nichts mit der Filmproduktion zu tun hat, erfolgen oder wie ein solcher Videocoach qualitativ bewertet werden kann.

Was sollte das Coaching für Video umfassen?

Ein gutes Videocoaching analysiert und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette der Videoherstellung. Es reicht von der Frage, was mit den geplanten Videos erreicht werden sollte, bis zur Unterstützung bei der Videodistribution.

Ein Coach für Videos muss also weit mehr leisten können, als nur bei der eigentlichen Produktion (wie Konzept, Umsetzung, Bildbearbeitung und Tonbearbeitung etc.) mit Ratschlägen und Tipps anzuleiten. Denn schließlich hat jedes Video eine Aufgabe und ein Wirkungsziel.

Das Coaching für Bewegtbild kann sämtliche Fragen im Kontext mit der Videoproduktion beinhalten. Oder, abhängig vom Vorwissen, auch nur Teilaspekte beinhalten und punktuell erfolgen.

Ist der Anfrager für ein Coaching nicht komplett unwissend und hat bereits einige Videos eigenständig produziert, beginnt die Zusammenarbeit meist mit einer kurzen Analyse (Audit), auf deren Basis konkrete Anknüpfungspunkte diskutiert werden. Das Spektrum eines Coaches reicht darum von der Schulung bis hin zur Unterstützung des Kunden bei der Qualitätssicherung durch regelmäßig erfolgende Standortbestimmungen.

Checkliste zur Qualifizierung eines Videocoachs

Nebst dem für eine gute Zusammenarbeit zwischen Videocoach und Auftraggeber essenziellen menschlichen Faktor („passt die zwischenmenschliche Chemie?“) muss zum Erfolg auch eine Reihe weiterer Elemente gegeben sein. Diese „harten Faktoren“ einer Zusammenarbeit helfen bei der Wahl eines Coaches für Videos.

Ein guter Coach für Videos erfüllt folgende Bedingungen

  • Ausgewiesene Praxiserfahrung:

    Theorie ist das eine. Film und Video, das andere. Ein guter Videocoach besitzt das Bewusstsein, dass Bewegtbild immer (!) eine Mischung aus Absicht und Kompromiss darstellt. Um auf diesem schmalen, für die Qualität und die Herstellungskosten grundlegenden, Grat balancieren zu können, braucht nicht nur Videowissen und Film-Know-how. Sondern auch ausgewiesene Praxiserfahrung. Umgekehrt gilt aber auch: Praxis, die nicht mit mehr als Elementarwissen untermauert ist, taugt als Grundlage für ein Coaching nichts.

  • Weiterbildung als Lehrkraft / Wissensvermittler:

    Viele Videoproducer glauben, ihr Wissen und Erfahrung einfach so weitergeben zu können. Sie irren sich. Das ist derselbe Grundlagenirrtum wie die Annahme, dass, wer einst die Schulbank drückte, sich damit auch automatisch als Lehrkraft qualifiziert. Ein guter Coach für Videos besitzt immer ein Bewusstsein für Methodik und Didaktik. Im Idealfall kann sie oder er eine entsprechende Weiterbildung vorweisen. Sei es durch Workshops oder in der Erwachsenenbildung.

  • Fähigkeit, sich in die Organisation des Kunden einzufühlen:

    Wer Videos macht oder gemacht hat, ist nicht immer in der Lage, die organisatorisch-strukturelle Komplexität von Unternehmen, Abteilungen oder Teams richtig einzuschätzen. Anders als in Kleinfirmen und Kleinstunternehmen beeinflussen bei KMUs – und bei Konzernstrukturen sowieso – diverse Treiber und Agenden die Videoarbeit. Wer sich als Coach um diese Faktoren keinen Deut schert oder diese Komplexität nicht in der Art seiner Kundenberatung spiegeln kann, ist ein Risiko für den Projekterfolg. Achtung: wer früher im Fernsehen oder vergleichbaren Institutionen mit einer Videokamera tätig war, hat zwar in anspruchsvollen Strukturen gearbeitet, erfüllt dieses Erfordernis aber trotzdem nicht automatisch. Darum, weil solche Organisationen auf die alleinige Herstellung von Bewegtbild ausgerichtet sind und darum auf allen Führungsstufen entsprechendes Fachwissen vorliegt.

  • Frei von Interessenkonflikten

    99 % aller Coaches für Videos sind – natürlich und notwendigerweise – befähigt, den Gegenstand ihres Videocoaching auch als Dienstleister abzuwickeln. Dies kann und darf aber niemals das Ziel einer Zusammenarbeit sein. Die Freiheit von Interessenkonflikten ist darum ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein gutes Coaching. Auch darum, weil im Gegensatz zu etablierten Unternehmensberatungen für das Bewegtbildcoaching keine für die Videobranche verbindlichen Regeln, kein Code of Conduct oder eine entsprechende Charta etabliert sind. Siehe dazu auch den letzten Absatz dieses Artikels.

  • Modulare Angebote:

    Nicht jeder Kunde möchte eine Beratung von A bis Z. Etablierte Coaches offerieren maßgeschneiderte Angebotspakete aus Modulen für jeden einzelnen Arbeitsschritt der Videoproduktion oder für unterschiedliche Wissensstufen. Ein Coaching für Videos für Entscheider folgt anderen Regeln und Vorgaben als ein solches für die ausführenden Stellen.


Diese Kriterien gelten losgelöst vom jeweiligen Genre (Imagefilm, Doku, Reportage, Influencer-Video etc.). Trotzdem muss der Videocoach Erfahrung mit Videos vorweisen können, die der infrage stehenden Aufgabe entsprechen.

Gefahren und Missverständnisse beim Coaching für Videos

Viele Coaches für Videos arbeiten zugleich auch selbst als Videoproduzent. Das soll auch so sein, denn damit ist der Videocoach immer auch selbst am Puls der Zeit und kennt die konkreten Herausforderungen im Umgang mit Videos aus der eigenen Erfahrung. Zugleich lauert hinter dieser Konstellation auch ein handfester Interessenkonflikt.

Die unabdingbare, noble Aufgabe eines Coaches ist es, sich selbst mittelfristig bis langfristig überflüssig zu machen. Der Videoproducer umgekehrt muss aus geschäftlichen Gründen Sorge dazu tragen, dass er sich nicht durch ein Enabling des Kunden überflüssig macht. Diese zwei Ziele unterscheiden sich grundlegend.

Wer in einer Doppelrolle als Videoproducer und Videocoach am Markt tätig ist, muss diesen Konflikt offen mit seinem potenziellen Kunden diskutieren. Oftmals werden dabei klare Grenzen gezogen, sei es durch den Umfang des Coachings, oder in Form einer Vereinbarung, dass Videos mit einer gewissen Komplexität nicht vom Kunden-internen Videoteam hergestellt werden.

Hilfreich bei der Abgrenzung ist es, sich sowohl Videocoach wie die gecoachte Partei in Erinnerung zu rufen, dass ein erfolgreicher Film immer auf drei Grundpfeilern gebaut wird: Wissen, Erfahrung und Talent.

  • Wissen
  • Erfahrung
  • Talent

Grafik: die drei Grunderfordernisse für ein gutes Video

Wissen und Erfahrungen kann ein guter Coach für Film mühelos weitergeben. Talent – umgekehrt – hat der Videomacher, oder er hat es nicht! Jeder Film erfordert eine unendliche Zahl an ineinander verhängten logistischen und kreativen Einzelentscheidungen. Diese beeinflussen Emotionalität und Qualität eines Videos und müssen bis zu einem gewissen Grad auch aus dem „Bauch heraus“ und instinktiv getroffen werden.

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Volker Reimann 18 Artikel
Mag. Volker Reimann ist TrendScout für virtuelle Realität, Games und interaktives Bewegtbild. Er ist überzeugt davon, dass bald schon über gezielte Nervenstimulation realitätsnahe Projektionen direkt in das menschliche Hirn möglich sind.

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