Videoformate von A-Z: Alles was Du darüber wissen musst

Die ultimative Einführung (Teil 2)

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Immer wenn sich technischen Entwicklungen in rascher Folge die Türklinke in die Hand geben, zeigt sich das auch in einem wahren Wirrwarr der Begriffe. Das gilt auch für Videoformate und Filmformate. Wenn im Zusammenhang mit TV von Videoformat gesprochen wird, geht es beim Fernsehen um Bildgrößen und Seitenverhältnisse. Gemeint sind damit NICHT die eigentlichen Formate von Videos im vorher in diesem Artikel verwendeten Sinn.

Exkurs: Videoformate im TV-Bereich

Für das Fernsehen legen verbindlich vereinbarte Normen die Art der verwendeten Bildgrößen und Seitenverhältnisse (und weitere Parameter) fest. Die bekanntesten Formate im TV, die auch in der Unterhaltungsindustrie und für den Heimgebrauch eingesetzt werden, sind:

Spezifikationen für TV, Industrie und Home Electronic
NameBeschreibung
HDTVSammelbegriff für eine ganze Reihe von Fernseh-Normen. Aktuell ist ein Vertikalauflösung von 720 Zeilen und 1080 Zeilen üblich.
NTSCvon den USA definierte Norm, die auch in Ostasien eingesetzt wurde. Seit 2009 bei terrestrischen Ausstrahlungen durch ATSC ersetzt.
PALsteht als Abkürzung für Phase Alternating Line und war eine analoge Farbfernsehen-Übertragungsnorm. Sie war eine Weiterentwicklung von der älteren und heute ebenfalls veralteten Norm NTSC.
SECAMwar die in Frankreich und Osteuropa übliche Fernsehnorm.
DVBsteht für Digital Video Broadcasting. DVB gibt es in unterschiedlichen Unterarten. Für den Empfang von DVB benötigen die meisten TV-Geräte zusätzlich einen digitalen Empfänger (Set-Top-Box) erforderlich.
ATSCsind amerikanische Standards für digitales Fersnehen und beinhalten Vorgaben für hochauflösendes Digitalfernsehen (HDTV) und weitere Formate.
ISDBsteht für „Integrated Services Digital Broadcasting“. ISDB basiert als Standard für digitale Medienübertragung auf MPG-2.
UHDTVUltra High Definition TV besteht in zwei unterschiedlichen Bildauflösungen (4K und 8K). Super-Hi-Vision in Japan ist identisch mit UHDTV.

Quelle: Condor Films, Februar 2017

Nebst den vier vorgehend erwähnten Eckwerten (Filmformat, Bildwiederholfrequenz, Farbtiefe und Tonspur) können Videoformate auch noch zusätzliche Informationen enthalten. So gibt es Arten, welche Angaben (oder Vorgaben) zum angewendeten Kompressionsverfahren enthalten.

Formate für Videos und Datenformate sind also zwei Paar Schuhe. Sie kennzeichnen komplett unterschiedliche Dinge. Anders sieht es im Tonbereich aus: In der Audio-Technik ist es üblich, den Begriff „Audio-Format“ als Abkürzung für das „Audio-Datenformat“ zu verwenden. Audio-Format und Audio-Datenformat stehen hier irritierenderweise für ein und dasselbe. | filmpuls logo

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2 Leser-Erfahrungen

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit großem Interesse habe ich einige Artikel auf Ihrer Homepage gelesen. Mich interessiert aber vor allem die Frage, wie ich am besten Kauf-DVDs konvertieren kann.

    Es geht um Folgendes: Inzwischen hat sich eine ganze Reihe von Spielfilmen bei mir zur Hause angesammelt. Um Platz zu sparen, habe ich vor, einige dieser Filme mithilfe eines Konvertierungsprogramms auf eine Festplatte zu speichern. Derzeit arbeite ich mil dem Konvertierungsprogramm des Herstellers MOVAVI und mit damit auch sehr zufrieden. Wie gesagt, es handelt sich Spielfilme, die ich mir auf einem Notebook (17 Zoll) oder an einem größeren Bildschirm (21 Zoll und mehr) anschauen möchte.

    Aber welches Format ist nun Ihrer Ansicht am besten zur Konvertierung geeignet, um VOB-Dateien ohne Qualitätsverlust auf eine Festplatte abzuspeichern? Hier ein paar Beispiele:

    – MP4 H 264 Originalgröße
    – MP4 H 264 HD 720 p
    – MP4 H 264 Full HD 1080 p
    – MP4 H 262 HD 720 p
    – MP4 H 262 HD 1080 p

    Die Liste könnte man beliebig fortsetzen mit noch anderen Formaten.

    Ich wäre Ihnen daher sehr verbunden, wenn Sie mir in dieser Angelegenheit weiterhelfen könnten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Andreas Blum

  2. Hallo Herr Blum

    Eine gekaufte DVD (PAL) hat eine Auflösung maximal 720×576 Pixel. Eine Konvertierung in MP4 H 264 HD 720 p reicht damit, um die Qualität zu halten.

    Natürlich können Sie mit geeigneter Software die Videos in einer scheinbar höheren Auflösung als Datei abspeichern. Nur: die Qualität wird damit nicht besser. (Siehe: https://filmpuls.info/filmformat-seitenverhaeltnis-bildgroesse/5/ Sie generieren damit einzig größere Dateien, benötigen so mehr Speicherplatz und machen nur die Anbieter von Festplatten oder Cloud-Lösungen glücklich. Ein 21-Zoll-Bildschirm hat eine Auflösung von 1920×1080 Pixel. Schauen Sie sich DVD-Spielfilme in dieser Auflösung an, macht die Qualität wenig Freude. Ausnahme: Sie setzen sich weit entfernt vom Bildschirm, dann werden Pixel und Unschärfen weniger deutlich (Mehr dazu https://filmpuls.info/filmformat-seitenverhaeltnis-bildgroesse/3/.

    Wollen Sie ihre alten Filme in guter Qualität digital genießen, droht Ihnen dasselbe Schicksal wie mir: nochmals neu auf Blu-Ray erwerben oder in einem Abo als Stream anschauen. Das ist ärgerlich, besonders wenn man denselben Spielfilm (weil man ihn schon auf VHS und DVD gekauft hatte) nun zum dritten Mal neu erwirbt.

    Tipp: In das MP4-Format umgespielte Spielfilme lassen sich mit der Software MetaX (www.danhinsley.com) automatisiert beschriften und mit dem Titelbild der originalen DVD versehen. Diese Software ist kostenpflichtig, aber aus meiner Sicht trotzdem ein Must-have für jedes größere digitale Filmarchiv. Mit den Metadaten von MetaX lässt sich ohne Archivprogramm einfach im Explorer nach Titel, Regie und Darstellern suchen.

    Freundliche Grüße, C.P.O.

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