Was heißt Videomarketing und welche Ziele kannst du damit erreichen?

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Was bedeutet Videomarketing? | © Girl: freepik, Montage: filmpuls.info

Es wird uns nur so um die Ohren geschlagen: Videomarketing. Jeder Videoproduzent kennt 100 Gründe, warum du ohne nicht mehr leben kannst! Auffallend dabei ist, dass kaum je gefragt wird, was denn das eigentlich ist und heißt, digitales Marketing mit Video? Hier findest du die Antwort!

Richtig, an Videomarketing führt oftmals kein Weg vorbei. Viele Videoproduktionen sind von diesem Umstand naturgemäß überaus angetan. Sie tun dies auch fleißig kund. Lauthals zählen sie mit größter Begeisterung alle Argumente auf, warum Video wirkt.

Doch wo laut geschrien wird, so lehrt es die Erfahrung, gehen die leisen, aber wichtigen, Zwischentöne schnell einmal verloren. Das gilt auch für das Videomarketing. Oft wird dabei vergessen, was wahre Profis wirklich ausmacht: die Differenzierung.

Wer alles in einen Topf wirft, der braucht sich nicht zu wundern, dass sein auf diese Weise gekochtes Süppchen schmeckt wie jedes andere. Allein schon darum willst du wissen, was Videomarketing ist, welche Formen es gibt und wie es sich zu anderen Disziplinen der Bewegtbild-Kommunikation unterscheidet. Dieser Artikel erklärt es dir.

Das musst du wissen

  • Videomarketing ist keine Geheimwaffe, die einfach so und automatisch „funktioniert“. Um Erfolg zu haben, musst du darüber einige Dinge wissen und noch mehr Punkte sorgfältig bedenken, bevor du loslegst.
  • Hinter jeder erfolgreichen Maßnahme steht eine erfolgreiche Strategie. Zufällige Erfolge und Lucky Punches sind kein nachhaltiges Geschäftsmodell.
  • Dieser Artikel gibt dir das Wissen, wie du Videomarketing und dafür geeignete Ziele erkennst.

Was heißt Videomarketing?

Wie der Name es sagt, bewegen wir uns mit Videomarketing im Bereich der Marketingmaßnahmen. Genauer, im Segment Online-Marketing.

Behalte dir deinen Entdeckergeist und experimentiere mit der Materie Videomarketing. Je mehr du hier den Ansatz Neugierde verfolgst, desto leichter und unbelastender wird sich das Thema präsentieren.
Jörg Pattiss

Auch als Internet-Marketing oder Webmarketing bezeichnet, umfasst diese Disziplin alle Maßnahmen, mit denen ein Marketingziel digital (online) erreicht werden soll. Das Ziel kann dabei Bekanntheit (Wissen) oder eine Handlung (beispielsweise ein Online-Kauf) sein. Oder alle Stufen dazwischen. Mehr dazu findest du hier.

Gelungenes Beispiel zur Erhöhung von Bekanntheit und zur Imagebildung: Video von mynd.com

Video ThumbnailBekanntheit schaffen: Marketing mit Video

Neu ist das Instrument Online-Marketing schon längst nicht mehr. Auch nicht mit Social Videos. Erstens, weil es für Profis bei vielen Aufgaben längst schon als „zwingende“ Maßnahme zur Problemlösung und Zielerreichung gilt. Zweitens, weil die Vorteile und Wirkungsmechanismen der Bewegtbildkommunikation schon seit dreißig Jahren, also lange bevor YouTube erfunden wurde, bekannt sind.

Erzähle darum deinen potenziellen Kunden nicht, was Video leisten kann. Es sei denn, du willst ewiggestrige Auftraggeber, die bis gestern noch alle fünf Jahre einen Verkaufsprospekt produziert haben.

Lerne: Videomarketing als Teil des Online-Marketings umfasst sowohl Inhalt wie auch die Art der Verbreitung. Content ist King. Distribution ist Queen. Beide Dimensionen müssen einer Strategie folgen.

Jede Minute, die man mehr in Strategie und Planung investiert, spart man doppelt und dreifach in der Videoproduktionsphase.
Jörg Pattiss

Im Alltag eines Marketingexperten ist Online-Marketing nur ein einzelnes (!) Instrument im gesamten Orchester der Kommunikation, das zur Melodie auf seine ganz spezifische Weise beiträgt.

Abgrenzung zu online-Marketing

Die klassischen Formen des Internetmarketings werden meist unterschieden in: Website, Suchmaschinenmarketing, Suchmaschinenoptimierung, Content Marketing, E-Mail-Marketing, Influencer Marketing, Affiliate-Marketing und Social-Media-Marketing.

Videomarketing gehört in die Gruppe Content-Marketing. Dabei stehen Produktion und die Distribution von Medien im Zentrum.

Eine Marketingstrategie benötigt in der Mehrheit aller Fälle ein Medium, das die Botschaften eingebunden in eine Kampagne transportiert. Erfolgt dies mittels Videos, haben wir es mit Videomarketing zu tun.

Zugleich wird durch diese Einordnung aber auch klar, dass es bei Videomarketing nicht nur um die Herstellung eines Videos geht. Auch nicht darum, einen Film kurz mal ins Internet oder auf Social Media hochzuladen. Sondern um waschechte Kampagnen.

Wer also als Videoproduktionen mit seinen Kunden nur über Bewegtbild spricht, oder – noch schlimmer! – bedenkenlos verspricht, dass sich der Erfolg allein durch die Veröffentlichung einstellen wird, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Unterschied von Videomarketing zu online Advertising

Videomarketing nutzt wie die Online-Werbung mit Video das Internet. Und damit die im Web vertretenen Kanäle und Plattformen. Beide, Online-Werbung und Marketing mit Video, nutzen Bewegtbild. Sie profitieren von der Verbindung von Informationen und Emotionen.

Advertising mit Video ist nichts anderes, als ein Werbeclip, der extra für den Einsatz im Web konzipiert und erstellt wurde. Auch adaptierte TV-Spots gehören in diese Kategorie.

Videomarketing ist im Unterschied dazu nur im Kern werblich. Seine äußere Erscheinungsform ist inhaltlich weniger aggressiv. Sie muss auch nicht eine unmittelbare Wirkung entfalten. Oftmals sollen durch das Marketing mit Video zusätzliche Anreize geschaffen werden, etwas zu tun. Auch hier gilt, was zuvor schon ausgeführt wurde: Videomarketing ist in der Regel ein integraler Teil einer Kampagne, keine Einzelmaßnahme.

Typische Anwendungsfälle für das Videomarketing

Der denkbare Einsatzbereich von Videomarketing ist ebenso breit wie die Ziele, die damit erreicht werden können.

Klassische Anwendungsgebiete sind:

  • die Bekanntmachung von Unternehmen, Produkten oder Marken.
  • die Verkaufsförderung, indem das Video die Vorteile einer Dienstleistung oder eines Produktes zeigt
  • der Aufbau oder die Aufrechterhaltung von Kundenbeziehungen.

Videomarketing ist zudem eine der wenigen Maßnahmen, mit der sich auch auf Webseiten oder Internetplattformen, die nicht dem Absender gehören, Videos platzieren lassen.

Ebenso können solche Videos gezielt auch dazu eingesetzt werden, um das Ranking in den Suchmaschinen zu optimieren.

Vorteile des Marketings mit Video

Die Gründe, die für Videomarketing sprechen, gehen weit über die Kraft des Bewegtbildes hinaus. Sie lassen sich in allgemeine und spezielle Vorteile unterteilen:

Allgemeine Vorteile:

  1. Der Einsatz von Videos erhöht die Verweildauer auf einer Website oder einem Social-Media-Kanal. Die Algorithmen von Suchmaschinen belohnen dies mit einer besseren Auffindbarkeit. Aus ihrer Sicht ist die Dauer, auf der ein User auf einem Kanal oder einer bei einem Internetauftritt verteilt ein direktes Kriterium für Attraktivität und Qualität.
  2. Viele Menschen bevorzugen es, Informationen nicht lesen zu müssen, sondern diese mit Bewegtbild illustriert präsentiert zu bekommen. Infotainment macht Videos attraktiv und erhöht damit im Vergleich zum Textbotschaften grundsätzlich die Besucherzahlen.

Spezielle Vorteile:

  1. Im Vergleich zu klassischen Maßnahmen überzeugt das Video-Marketing durch meist sehr hohe Reichweiten und geringere Streuverluste. Anders als beispielsweise bei TV Spots oder bei Anzeigen, kann die Zielgruppe sehr viel exakter angesprochen werden.
  2. Beim Marketing mit Video kann der Erfolg ab der 1. Sekunde verfolgt und überwacht werden (Monitoring). Auch hier spielen die Daten eine entscheidende Rolle. Mit ihnen ist es möglich, auch laufende Maßnahmen zu optimieren (“ nachjustieren / optimieren“).

Das Monitoring des Benutzerverhaltens hilft dem Absender, seine Kunden und deren Interessen besser kennenzulernen.

Authentizität ist das neue Perfekt.
Jörg Pattiss

Professionelles Videomarketing ist darum immer auch ein ernst zu nehmendes Feedback-System.

Social Media und Video Marketing

Videomarketing im Bereich soziale Medien bewegt sich im Spannungsfeld von Glaubwürdigkeit und Absender-Kennzeichnung.

Während ein Videoclip auf der Website eines Unternehmens seine Absichten und seinen Absender sofort offenlegt, ist das bei Social Media nicht immer der Fall.

Unternehmen und Videoproduktion müssen sich bewusst sein, dass es sowohl rechtliche Vorgaben (Stichwort: unlautere Werbung) wie auch Nutzerbedingungen seitens der jeweiligen Plattformen gibt. Ob ein Video als „Werbung“ gekennzeichnet werden muss, ist darum in weit geringerem Maß dem Absender freigestellt, als man denken mag.

Übliche Messgrößen und Kenngrößen

Beachte, dass zu messende Werte abhängig vom Ziel einer Maßnahme sind. Sie müssen darum immer individuell und für jeden Einzelfall definiert werden. Entscheidende Kennzahlen (KPI, Key Performance Indicator) für das digitale Marketing mit Bewegtbild sind in der Regel:

  • Anzahl Besucher
  • Verweildauer
  • Interaktionen, sofern das Video dafür gemacht ist und dazu einlädt
  • Konvertierung, vorausgesetzt, das Video soll eine Handlung bewirken

Aussagekräftig sind ebenso Zugriffsorte, auf das Video verweisende Web-links oder die Platzierung in Suchmaschinen.

Typische Videoformate

Bewegtbildinhalte für das Marketing mit Video werden meist im Videoformat MP4 (kodiert als H.264) oder als QuickTime-Movies gespeichert. Auch die Alternative von Google zum Codec H.264, WebM, ist immer häufiger zu finden. Da es von Instagram und Facebook nicht unterstützt wird, muss es für diese Plattformen in MP4 oder MOV konvertiert werden.

Video-Plattformen und akzeptierte Formate:

WebsiteInstagramFacebookYouTube
Symbol-www-Internet VideomarketingSoMe-InstagramLogo Facebook: Videoformate von A-Z: Alles was Sie darüber wissen müssenSoMe-YouTube Videomarketing
Die ultimative Einführung (Teil 2), Marketing mit Video
Logo MP4 - Die ultimative Einführung (Teil 2), Marketing mit Video
Videoformate von A-Z: Alles was Sie darüber wissen müssenNeinNein

Quelle: Filmpuls Magazin

Vorgaben, welches Format das Video idealerweise besitzen muss, gibt es nicht. Zu berücksichtigen gelten einzig die Spezifikationen des jeweiligen Kanals und / oder des Video Players.

Exkurs: User Generated Content (UCG)

Videomarketing lässt sich auch unter umgekehrten Vorzeichen betreiben. Dabei wird der User zum Produzenten. Sie oder er produziert die Videos selbst und lädt sie auf eine vorbestimmte Website oder in die sozialen Medien hoch. Die Marketingbotschaft transportiert in diesem Fall die Zielgruppe selbst. Auf diese Weise kommt die Botschaft glaubwürdiger daher und besitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine maximale Kongruenz zum Personenkreis, der erreicht werden soll.

Damit die Botschaft kontrollierbar bleibt, wird diese bei dieser Spielart entweder vorgegeben (beispielsweise in Form eines Wettbewerbs, zu dessen Teilnahme gewisse Punkte zu beachten sind). Oder, ergänzend, auf ein Produkt oder dessen Verwendung („Zeige uns, was für geniale Fotos du mit unserem neuen Smartphone machst!“) beschränkt. Damit sollen die Produktvorteile authentisch kommuniziert werden.

Wie üblich bei Social Media, spielt auch bei UCG neben der positiven Grundhaltung der Beiträge die Vernetzung und die Fähigkeit, einen viralen Effekt oder zumindest eine namhafte Gruppe von Fans aufbauen zu können, eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Videomarketings.

Literatur zum Thema Videomarketing

Ein herzliches Dankeschön an Jörg Pattiss, Video-Coach und Experte für Videomarketing, für die Beisteuerung der Zitate zu diesem Artikel. Sein Standardwerk zum Thema, sowie weitere Literatur, findest du hier:

  • Jörg Pattiss: Praxisratgeber Video Marketing, 2018
  • Harald Reil: Videomarketing, 2015
  • Randy Berry: 50 Interviews: Video Marketing Pioneers: How America’s Most Skilled, Most Inspired, Online Video Advertising Creators Are Transformin, 2019
  • Jon Mowat: Video Marketing Strategy – Harness the Power of Online Video to Drive Brand Growth, 2018
  • Hal Landen: Marketing with Digital Video: How to Create a Winning Video for Your Small Business or Non-Profit.
  • Andreas Schulz: Marketing mit Online-Videos. Planung, Produktion, Verbreitung
Carrie Duvan
Über Carrie Duvan 14 Artikel
Carrie Duvan hat am Aufbau einer Social Media Plattform mitgearbeitet und war Chief Web Officer (CWO) für ein internationales Agenturnetzwerk. Carrie ist glücklich ❤️ verheiratet und Mutter.

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