»Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins«, mit Tom Cruise | Filmkritik

Mission Impossible Dead Reckoning Teil eins, Tom Cruise
Mission Impossible Dead Reckoning (Teil 1) | © Paramount Pictures

Dieser Film hat alles, um ein weiterer, weltweiter Hit der langjährigen Franchise werden: »Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins«. Tom Cruise zeigt erneut, wie großes Kino geht. Dabei unterstützt wird von alten Bekannten wie Ving Rhames, Simon Pegg und Rebecca Ferguson, zusammen mit neuen Gesichtern wie Hayley Atwell und Pom Klementieff.

Bei „Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins“ kann man nicht anders, als an die bewundernswerte Beharrlichkeit und den unerbittlichen Einsatz von Tom Cruise zu bewundern: Seit 27 Jahren hält der Schauspieler und Produzent diese unglaubliche Reihe am Laufen und zeigt keine Anzeichen von Ermüdung, wobei er selbst mit über 60 Jahren noch wie ein Duracell-Häschen von einem Ende des Kinos zur anderen Seite rennt.

Die Aufgabe, die Agent Ethan Hunt diesmal – wir sprechen diesmal von der siebten Fortsetzung der Franchise – gestellt wird, ist die Auseinandersetzung mit einer allmächtigen künstlichen Intelligenz namens Entity, einer Bedrohung, die inzwischen nicht mehr nur Science-Fiction ist, sondern unmittelbar bevorzustehen scheint. Es ist ein kluger Schachzug von „Dead Reckoning“, die sich ändernden Zeiten einzufangen und zugleich eine bedrohliche Präsenz zu schaffen, die Hunt und seine Mitstreiter auf eine Weise herausfordert, die wir noch nicht gesehen haben.

 

75%
MISSION IMPOSSIBLE 7 Trailer German Deutsch (2023)

Mission: Impossible - Dead Reckoning Teil Eins

mit Tom Cruise

Filmtitel
Originaltitel/-sprache
Mission: Impossible - Dead Reckoning Part One / Englisch
Regie
Christopher McQuarrie
Filmdauer
2 Std. 44 Min.
Darsteller:in
Tom Cruise, Hayley Atwell, Ving Rhames, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Vanessa Kirby
Bewertung
★★★★★☆
75 % von 3'471 Menschen lieben diesen Film
Genre
Action, Thriller
Box Office vs Budget
Einspielergebnis: 568 Mio. USD (Produktion: 291 Mio. USD)

In »Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil eins« wird Tom Cruise, unterstützt von seinem treuen IMF-Team, vor seine bisher größte Herausforderung gestellt: Eine allumfassende künstliche Intelligenz namens „Entity“.

 

Diese erschreckende Waffe muss neutralisiert werden, bevor sie in die falschen Hände gerät. Der Geheimagent, der sich neben der Rettung der Welt auch mit den Schatten seiner Vergangenheit konfrontiert sieht, findet sich in einem globalen Wettlauf gegen die Zeit. Um die Welt zu retten, muss Hunt mit seiner Mission das Leben ihm nahestehender Menschen aufs Spiel setzen.

Ansehen
Nur im Kino
★★★★★ = empfehlenswert | ★ = kaum sehenswert
Credits & Filmdaten von | Nutzung erfolgt eigenverantwortlich


Wie immer, wenn Ethan Hunt den Actionhelden gibt, wird er von seinem treuen technischen Unterstützerduo Luther Stickell und Benji Dunn unterstützt. „Mission Impossible 7: Dead Reckoning“ versammelt altbekannte Gesichter: die Scharfschützin Ilsa Faust und die Waffenhändlerin White Widow. Cruise ist der Held, den wir kennen und lieben: ein Mann, der die Loyalität seinen Freunden gegenüber über alles stellt. Auch wenn das in einer Welt voller technologischer Bedrohungen eine riskante Taktik ist.

 

Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins überzeugt mit Action-Sequenzen und aufwendigen Stunts. Cruise baumelt in schwindelerregender Höhe, kämpft auf einem fahrenden Zug, springt mit dem Motorrad über Klippen und zeigt sich als Speedflyer. Die Umsetzung dieser Stunts ist spektakulär. „Mission: Impossible“ eine der wenigen Filmreihen, die noch auf echte Stunts setzt. Diese führt – schwer zu glauben, aber wahr – oft auch von Tom Cruise höchstpersönlich durch.

 

(Mausklick auf Grafik öffnet Gegenargumente)
MI7 Kritik warum der Film gut ist, Christopher McQuarrie
Dead Reckoning Teil eins (2023) mit Tom Cruise

Warum „Dead Reckoning Teil eins“ gut ist

„Dead Reckoning“ begeistert mit spektakulären und echten (!) Stunts.

Der Film bietet einen guten Mix aus Charakteren und coolen Darsteller:innen.

Die Rückkehr von altbekannten Figuren aus früheren Teilen ist liebevoll umgesetzt.

Die Einbindung aktueller Themen, wie künstlicher Intelligenz, macht den Film relevant und bedrohlich.

MI7 Filmkritik Was nicht gut ist, Ving Rhames, Simon Pegg
Filmbesprechung Tom Cruise

Was an „Mission Impossible 7“ ärgert

Wer Filme mit Tom Cruise nicht mag, wird auch „Mission: Impossible 7“ nicht mögen.

Motivation und Zeichnung der Figuren kommen verglichen mit der Action und den Stunts etwas zu kurz.

Man vermisst die atmosphärischen Spannungsbögen, welche die früheren Teile auszeichneten.

Die Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz (KI) ist sehr oberflächlich und undifferenziert.

 

Der Einblick in das digitale Gagahirn von Entity, das aussieht wie ein riesiges faseriges, pulsierendes Cyberdings, habe ich als etwas albern empfunden. Doch die Prämisse, zwei Schlüsselteile finden und zusammenzufügen zu müssen, um die KI zähmen zu können, ist ein klug gewählter Plot. Der (kleine) Preis dafür: er verlangsamt das Tempo des Films.

 

Neu in „Dead Reckoning“ ist die Figur Grace, gespielt von Hayley Atwell. Sie ist eine interessante Ergänzung: Als Meisterdiebin, die sich aus der Armut hocharbeitet, bringt sie eine leichte, spielerische Spannung in die Beziehung zu Ethan. Die Chemie zwischen Cruise und Atwell spielt und ist spürbar, und erhöht die Identifikation mit den Figuren.

 

was bedeutet filmtitel
© Foto: Paramount Pictures
Dead Reckoning

Was bedeutet der kryptische Titelzusatz von MI7?

„Dead Reckoning“ ist ein englischer Begriff, der sich kaum in die deutsche Sprache übersetzen lässt. Die Bezeichnung wird im Militär und in Geheimdiensten im Zusammenhang mit Navigation gebraucht. Sie bezieht sich auf die Methode, mit welcher die Position eines Objekts anhand der vorherigen bekannten Koordinaten, der Kursrichtung und der Geschwindigkeit präzise kalkuliert wird.

 

Fehlt einer dieser Faktoren – aktueller Standort, Bewegungsrichtung oder das Tempo – oder sind alle dieser Parameter unbekannt, können einzig Annahmen darüber getroffen werden, wo sich eine Person oder ein Objekt zum Zeitpunkt X befindet.

 

Man spricht darum beim Fehlen externer Referenzpunkte von „Dead Reckoning“ (wörtlich: „tote Berechnung“). Der Filmtitel steht also für eine Schätzung eines Aufenthaltsortes, basierend nur auf eigenen Informationen und Annahmen.

 

 

Erfreulich ist auch die Rückkehr von Henry Czerny als Kittridge, Ethan Hunts kauziger CIA-Chef aus dem ersten Film der Reihe, und das Wiedersehen mit Vanessa Kirby als Waffenhändlerin Alanna, besser bekannt als die White Widow. Einen wichtigen Part übernimmt Pom Klementieff als Paris: Sie gibt die eiskalte Killerin, die Ethan nach dem Leben trachtet.

 

Die Atmosphäre von „Dead Reckoning“ ist konstant spannungsgeladen. Diese Stärke kann man dem Film auch als Schwäche vorhalten: Einerseits hat die filmische Homogenität über alle sieben Folgen der Reihe eine gewisse Einheitlichkeit hervorgebracht, die gekonnt mit Elementen von Bond und „Die Bourne Identität“ spielt. Szenen wie die Verfolgungsjagd in Rom, in der Ethan und Grace in einem gelben Fiat 500 durch die Stadt rasen und fast alle wichtigen Sehenswürdigkeiten passieren, sind unbeschreibbar gekonnt realisiert.

 

Ein weiterer Höhepunkt spielt an Bord des außer Kontrolle geratenen Orient Express. Diese Referenz an die ursprüngliche „Mission: Impossible“ verdeutlicht zugleich, wie sehr sich die Erwartungen des Publikums in den vergangenen 27 Jahren verändert haben: Action-Sequenzen sind in Teil 7 in den Mittelpunkt gerückt, während die Charakterentwicklung auf die Zuschauertribüne verschoben wird. Ethan Hunt ist in „Mission Impossible: Dead Reckoning“ im Jahr 2023 ein müder, zynischer und emotional gezeichneter Mann, geprägt durch seine Verluste und Herausforderungen. Im Vergleich zu seinem ersten Sunny-Boy-Auftritt im ersten Film 1996 ist er nun ein ganz anderer Ethan Hunt.

 

„Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins“, das sage ich mit Überzeugung, ist ein visuelles Kino-Spektakel mit unvergesslichen Stunts, ein Film, der richtig Spaß macht und auf die Kinoleinwand gehört. Es ist bemerkenswert, wie die Macher um Tom Cruise es erneut geschafft haben, sich einmal mehr neu zu erfinden!

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Carlo Olsson 100 Artikel
Carlo Olsson begleitet die Herstellung von Filmen, Videos und TV-Serien im Auftrag von Unternehmen, Agenturen und Produktionsfirmen. In seiner Freizeit spielt er Eishockey und beschäftigt sich mit barocker Klangdramatik.

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