Wie gründet man eine Werbefilmproduktion?

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Erfolg kommt mit drei Buchstaben: TUN | © Foto: freepik

Eine Produktionsfirma für Werbespots ist ein Unternehmen, das seine Dienste Kunden anbietet, die Werbespots zur Verwendung im Fernsehen oder im Internet produzieren möchten. Aber was macht eine Werbefilmproduktion erfolgreich? Wie finden sich Kunden und welche Zielgruppen fokussiert man bei der Gründung einer Werbefilmproduktion?

Wie sichert man die Finanzierung und welches Geschäftsmodell verspricht am meisten Erfolg? Fragen über Fragen, die in diesem Artikel für Gründer einer Produktionsfirma für Werbefilme Beantwortung finden:

Das Finanzielle: Finanzierung und Geschäftsmodell

Der erste Schritt bei der Gründung einer Werbeproduktionsfirma besteht darin, festzulegen, wie viel Geld in das Geschäft investiert werden soll. Auch wenn das Ziel meist sofort feststeht und darin besteht, Geld zu verdienen, ist das nicht unbedingt eine einfache Sache: Es gibt viele Schritte, die unternommen werden wollen, um sich in der Branche einen Namen zu machen – und sie alle benötigen Kapital.

Da wäre insbesondere das nötige Equipment sowie notwendige Räumlichkeiten, aber auch Kosten für die Buchhaltung oder die Gründung selbst (Rechtsanwalt, Eintragung, Gewerbeamt, Steuerberater und vieles mehr).

Rechtsform gründen Filmproduktion
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Gewusst wie

GbR oder GmbH: Die richtige Wahl der Gesellschaftsform

cpo. GbR bedeutet „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“. Dazu braucht es mindestens zwei Personen, die ein gemeinsames Ziel (in der Sprache des Gesetzes: einen „Zweck“) verfolgen. Für die Gesellschaftsform der GbR braucht es keinen Kapitalnachweis, keinen Eintrag ins Handelsregister und keine Verträge zwischen den Gesellschaftern.

Umgekehrt ist die Gründung einer GmbH im Gesetz im Detail geregelt. Einfach mal kurz eine Webseite aufsetzen genügt nicht. Weil eine GmbH anspruchsvoller zu gründen ist, wird dieser Gesellschaftsform im Geschäftsleben meist ein höheres Vertrauen entgegengebracht.

Die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) erfordert ein nachgewiesenes Kapital von mindestens 25.000 €. Zugleich muss ein Gesellschaftsvertrag abgeschlossen sein, der amtlich zu beurkunden ist. Der Eintrag ins Handelsregister durch einen Notar ist ebenso zwingend wie die Erstellung einer Eröffnungsbilanz, die Anmeldung beim Finanzamt, beim Gewerbeamt und bei der Industrie- und Handelskammer.

Der größte Vorteil einer GmbH ist die Beschränkung des Haftungsrisikos. Bei der GbR haftet der Geschäftsinhaber vollumfänglich privat. Bei der GmbH umfasst die Haftung nur die Höhe der eigenen Kapitalanlage. Der Gründer ist als Privatperson in rechtlicher Hinsicht von seiner Gesellschaft getrennt.

Ohne Geschäftspartner kann man als Start-up keine GbR gründen. Einzelpersonen steht die Form des Einzelunternehmens und sogar der GmbH offen. Trotzdem ist die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung meist nur für größere Unternehmen sinnvoll und empfehlenswert.

Je nach Vorhaben und Rechtsform braucht es mehrere 10.000 Euro allein zum Zeitpunkt der Gründung oder kurz danach, um zu starten. Wer bereits das nötige Equipment mitbringt und sich z. B. nicht für eine GmbH, sondern eine GbR entscheidet, kann hier natürlich viel Geld sparen.

Das Geschäftsmodell entwickeln

Wenn eine Produktionsfirma für Werbespots gegründet wird, die sich auf Fernsehwerbung für größere Unternehmen konzentriert, muss mit einem Preis von etwa 4000 Euro pro fertiger Videominute für die nationale Ausstrahlung gerechnet werden.

Wenn das Hauptaugenmerk jedoch auf lokaler Werbung oder Internetwerbung im Social Media liegt, wird dieser Satz deutlich niedriger sein. Aber egal wie hoch die Kosten für die Kunden des Filmproduktionsunternehmens am Ende sein sollen, es muss sichergestellt sein, dass mit dem Geschäftsmodell die verbundenen finanziellen Verpflichtungen erfüllt werden können.

Kunden gewinnen

Der nächste wichtige Faktor bei der Gründung einer Werbefilmproduktionsfirma ist der Dreh von einem Werbefilm und damit die Suche nach Kunden. Bevor Geld verdient werden kann, müssen Kunden gewonnen werden. Auch wenn es in der Region bereits einige kommerzielle Produktionsfirmen oder Unternehmen gibt, sind nur wenige bereit, das Risiko einzugehen, mit einem kleinen Unternehmen ohne Reputation zusammenzuarbeiten.

Diejenigen, die dazu bereit sind, müssen andererseits besonders zufriedengestellt werden. Wichtig ist in diesem Sinne vor allem, sich auch als Kunde zu verstehen:

Kundensicht einnehmen: Was erwartet ein Kunde von einem Start-up in der Werbefilmproduktion?

Kunden sind wichtig – und am besten versteht man das Anliegen des Kunden, wenn man sich in die Lage des Kunden versetzt. Der Kunde möchte z. B. Fernsehspots für sein Unternehmen erstellen, um eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen. Auf der Suche nach einer einzigartigen Möglichkeit sind, sein Produkt zu vermarkten, sucht er eine offensichtlich kleine und weniger bekannte Filmproduktionsfirma auf, der ihn mit professionellen, lang laufenden Werbespots versorgt.

Die Arten von Werbespots, die von Filmproduktionsfirmen produziert werden, sind unterschiedlich. Es gibt TV-Werbespots für große Unternehmen, aber auch solche für kleinere Hersteller, die ihren Absatz steigern wollen. Was auch immer die Botschaft des Produkts und des Unternehmens ist, die Werbeproduktionsfirma kann sie zum Leben erwecken – genau das erwartet der Kunde. Das würde er aber von jeder Werbeproduktionsfirma.

Warum wollen Auftraggeber gerade eine neu gegründete und kleine Werbefilmproduktion?

Ganz einfach: Entweder aufgrund eines besonderen Service, den er bei großen Anbietern nicht finden kann, weil er sich günstigere Preise erhofft, besonders kreativen Content mit neuen Ansätzen erwartet oder kleine Unternehmen und die regionale Filmproduktion unterstützen will. Den Antrieb hinter der Kontaktaufnahme auszumachen, zählt zu den ersten Maßnahmen bei Neukundenkontakt, um sich bestmöglich in den Kunden hineinzuversetzen.

Die Ideen kommen von selbst

Auch wenn es den Anschein hat, dass dies der schwierigste Teil bei der Gründung eines Produktionsunternehmens ist, so ist es doch der einfachste Schritt: Ideen.

Eine proaktive Vorgehensweise ist hier besonders wichtig: Wer als Gründer eines Werbefilmunternehmens eine Idee für einen TV-Spot für einen Kunden hat, kann diesen einfach darauf ansprechen – warum warten, bis der Kunde kommt? Das funktioniert natürlich nur für die Unternehmen, die ihre Kunden besonders gut kennen.

Wer die Bedürfnisse des Kunden kennt, hat es zudem einfacher, die Erwartungen übertreffende Werbespots zu produzieren. Übrigens gilt dabei immer: Die Kunden müssen dazu in der Lage sein, das Endergebnis zu sehen, bevor sie sich zum Kauf von Dienstleistungen der Filmproduktionsfirma verpflichten.

Ein Start-up will wachsen –sogar schon ganz am Anfang

Der nächste wichtige Schritt bei der Gründung eines Produktionsunternehmens ist die Einstellung des richtigen Personals, spätestens zum ersten größeren Auftrag. Idealerweise sind aber bereits zur Gründung mehr als ein bis zwei Personen zur Mitarbeit verfügbar. Es ist zwar am besten, wenn der Gründer alles über Video- und Filmproduktion im Allgemeinen weiß, aber das ist gar nicht einmal notwendig.

Wer erfolgreich eine Filmproduktionsfirma gründen möchte, sollte überwiegend Gründer sein – und entsprechend Leute einstellen, die Erfahrung mit Film- und Videoproduktion haben. Das ist zumindest das mittelfristige Ziel, um langfristig erfolgreich zu sein und z. B. auf viele parallele und teils größere Aufträge reagieren zu können. Als Gründer wird man dann nur noch wenig mit der eigentlichen Produktion zu tun haben, sondern viel mehr zum Manager werden – und das will später gelernt sein, daher ist es vorteilhaft, so früh wie möglich damit anzufangen.

Wichtig: die hier aufgeführten Erklärungen können eine kompetente Rechtsberatung nicht ersetzen. Zugleich unterscheiden sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und Gesellschaftsformen in der Schweiz und Österreich.

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