VR: 360 Animation auf der Überholspur

Die besten animierten 360 Videos mit virtueller Realität

360 Animation VR: die besten Beispiele
«Invasion!»., Emmy Award Winner 2017 | © Baobab Studios Inc.

Die Hälfte von dem, was zurzeit  über die Zukunft und die Möglichkeiten der virtuellen Realität zur Zeit geschrieben wird, ist falsch. Die andere Hälfte ist unwahr. Richtig ist: VR hat ihren Platz hinter den Kulissen gefunden! Das zeigt der aktuelle Stand der 360 Animation. Und dieser kann sich, im wahrsten Sinne des Wortes, sehen lassen!

Das Problem fast aller 360-Filme liegt darin, dass der Zuschauer dem VR-Film und damit dem Filmemacher überlegen ist. Ein normales Video steuert den Blick und besitzt so die immens wichtige Fähigkeit, den Zuschauer zu führen.

Bei 360 steht es dem Zuseher frei, wohin er sehen will. Und meist blickt dieser dann just dahin, wo es Regie und Autor lieber nicht hätten. Nach unten, auf den Boden zwischen die Beine des Darstellers. Nach oben zum Himmel, wo nichts geschieht. Oder einfach irgendwo ins Apfelmus.

Wer den virtuellen Raum inszenieren will, findet in der Realität schnell einmal seine Grenzen. Es lässt sich nun beim besten Willen nicht die ganze Welt um eine 360-Kamera herum künstlich bauen. Oder doch? Erraten! Hier kommt die 360 Animation ins Spiel, der dieser Beitrag gewidmet sein soll.

360 Animation

Virtuelle Realität in Form von 360 Animation hat gegenüber realen 360-Filmen drei ganz große Vorteile. Diese zeigen sich bereits heute. Und sie sind es, die heute in der virtuelle Realität im Bewegtbild neue Maßstäbe setzen. Ausschlaggebend dafür sind

  • das Fehlen von Grenzen im digitalen, virtuellen Raum. Was vorstellbar ist, lässt sich in Perfektion umsetzen.
  • immer leistungsstärkere Computer und bessere Software. Die Kosten für Hochleistungsrechner und Speichermedien werden gleichzeitig immer günstiger,
  • verbesserte Systeme zur Ansehen von 360-Videos für den Zuschauer / User. In dieses Universum gehören Samsung Gear VR, Oculus Rift, HTC Vive, Google Daydream und PS VR (PlayStation VR).

Zu was die Kombination dieser drei Faktoren fähig ist, zeigen Filme wie «Pearl» oder «Invasion!», die plötzlich für Oscars oder Emmys nominiert werden.

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Maureen Fan, CEO und Co-Gründerin

Spezialisiert auf 360 Animation, gelten die Baobab Studios im Bereich virtuelle Realität zwei Jahre nach ihrer Gründung bereits als ernst zu nehmende Konkurrenz zu Disney’s Pixar.

Unter der Leitung von Maureen Fan (Maureen kommt aus der Game-Industrie), finden sich bei Baobab zunehmend ehemalige Mitarbeitende der klassischen Animation Studios wie Disney und DreamWorks Animation.

Mit dem Kurzfilm «Invasion!» wurde die Welt, nicht nur in Hollywood, plötzlich auf 360 Animation und die Baobab Studios aufmerksam. Aber damit nicht genug. Der erste VR-Kurzfilm des jungen Studios ist zugleich auch der allererste 360 Animationsfilm, der uns demnächst als abendfüllender Kinofilm begeistern wird.

Geplant war ein freundschaftliches Arbeitsmeeting bei den Universal Studios in Los Angeles zum Erfahrungsaustausch. Als das Meeting zu Ende war, hatten die Macher des 360 Animation Kurzfilms einen Blockbuster-Deal in der Tasche.

Co-Gründer und Kreativ-Chef Eric Darnell von Baobab Studios meint dazu mit einem Augenzwinkern «zuerst haben wie immer die Jungs miteinander diskutiert. Dann hat Maureen erklärt, wie wir arbeiten. Erst da haben die Studioleute erkannt, wer unser Boss ist und wem sie besser ihre Aufmerksamkeit schenken sollten!» | filmpuls logo

«Invasion!»

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Eric Darnell, CCO und Co-Gründer

Eric Darnell ist Autor. Er war einer der Regisseure des animierten Kino-Hits «Madagascar». Darnell und sein Team haben ihren Kurzfilm «Invasion!» während der Produktion an über 1’000 Personen (!) systematisch getestet.

Immer wieder wurde verbessert und über Monate erneut getestet. Etwas, was mit einem herkömmlichen Film ebenso wie mit einem real gedrehten 360-Video absolut undenkbar wäre.

Ungewöhnlich ist auch, dass ein dermaßen perfektionistisch hergestellter Film nicht nur beim Publikum, sondern auch bei der Kritik und bei Festivals (Sélection officielle in Cannes für Le Marché du Film, Toronto International Film Festival, und Tribeca Film Festival) auf riesige Begeisterung stößt.

Das Resultat spricht für sich. Hier ist es:

Vorschaubild«Invasion!» VR: 360 Animation auf der Überholspur

«Asteroids!»

Der nicht weniger erfolgreiche Nachfolger von «Invasion!» mit dem Titel «Asteroids!» wurde diesen Sommer von den Baobab Studios veröffentlicht.

Vorschaubild«Asteroids!» VR: 360 Animation auf der Überholspur

«Special Delivery»

Auch der Kurzfilm «Special Delivery» von Regisseur Tim Ruffle ist ein kleines Meisterwerk. Produziert wurde die 360 Animation von den weltbekannten Aardman Studios in England.

Aardman wurde für seine Animationsfilme (darunter «Wallace and Gromit» und «Shaun the Sheep») unter anderem mit einem Oscar / Academy Award ausgezeichnet.

Vorschaubild«Special Delivery» VR: 360 Animation auf der Überholspur

Google hat den Trend der Zeit schon früher als die viele heutigen Mitbewerber im Bereich 360-Animation erkannt. Dazu hat der Internet-Riese schon 2016 mit Google Spotlight Stories einen eigenen YouTube-Kanal für virtuelle Realität ins Leben gerufen.

TED-Ed Originals

Bei TED-Ed illustrieren professionelle Animatoren die unterschiedlichsten Lerninhalte. Das erste Video der Serie wurde gleich als 360 Animation umgesetzt.  Das edukative Drehbuch stammt aus der Feder von Iseult Gillespie, Regisseur war Michael ’Lippy‚  Lipman.

VorschaubildTED-Ed Originals VR: 360 Animation auf der Überholspur

«Space Experience»

Mittlerweile ein Klassiker, der aber unbedingt in dieser Liste der Best Practice von 360 Animation vorkommen muss. Dies weil die Perfektion der digitalen Animation immer mehr auch die reale Welt zu ersetzen droht.

Wer dieses Video noch nie gesehen hat: nach der Raumstation im Orbit suchen. Und bei der erschreckend realitätsnahen Kollision bitte nicht erschrecken!

Vorschaubild«Space Experience» VR: 360 Animation auf der Überholspur

© Titelbild und Fotos Maureen Fan / Tim Darnell: Baobab Studios Inc. | im Interesse der Lesbarkeit sind in diesem Artikel die Berufsbezeichnungen auf die männliche Form reduziert. Gemeint sind immer Frauen und Männer | © Filmpuls – das Magazin für Filmemacher und Videoproducer

Volker Reimann
Über Volker Reimann 3 Artikel
Mag. Volker Reimann ist TrendScout für virtuelle Realität, Games und interaktives Bewegtbild. Er ist überzeugt davon, dass bald schon über gezielte Nervenstimulation realitätsnahe Projektionen direkt in das menschliche Hirn möglich sind.

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