Schauspielern seine Stimme verleihen: Wie wird man Synchronsprecher?

Beruf-Synchronsprecher
Bruce Willis in «Live Free or Die Hard» | © Twentieth Century Fox

Hollywoodstar Bruce Willis spricht wie viele andere Stars in unseren heimischen Kinos deutsch. Und er klingt dabei mindestens so gut wie im Original. Aber wie wird man eigentlich Synchronsprecher, und welche Voraussetzungen muss man dafür mitbringen, um den Anforderungen zu genügen?

Filme und Serien sind bei vielen Menschen beliebt und werden regelmäßig online, auf dem heimischen Fernsehgerät oder auf der Kinoleinwand angesehen. Da aber nicht alle Filmproduktionen in Deutschland stattfinden, werden in der Branche Synchronsprecher benötigt, welche den Schauspielern beziehungsweise deren Charakteren in Film und Fernsehen ihre Stimme verleihen und es den Zuschauern möglich machen, der Handlung auch ohne Untertitel zu folgen.

Synchronsprecher: Eine Ausbildung gibt es nicht

Wer sich für eine Karriere im Bereich Synchronsprechen interessiert, kann diese ausschließlich als Quereinsteiger erreichen. Eine Ausbildung im klassischen Sinne gibt es nicht.

Viele Menschen, die als Synchronsprecher tätig sind, haben aber vorab eine Schauspielausbildung absolviert und kennen sich so in der Filmbranche aus Das gilt auch für Manfred Lehmann: Der Synchronsprecher von Bruce Willis und Gérard Depardieu hat zunächst in Filmen und Serien mitgewirkt, bevor er den bekannten Darstellern seine Stimme verlieh.

Voraussetzung ist eine Schauspielausbildung aber nicht. Oftmals sind es auch Moderatoren oder Hörfunksprecher, die eine Laufbahn im Bereich Synchronsprecherei anstreben.

Wer nicht über Erfahrungen im professionellen Sprechen verfügt, tut gut daran, eine Sprechakademie zu besuchen oder seine Stimme durch einen Vocal-Coach ausbilden zu lassen. Um sich für offene Sprecherjobs zu bewerben, können selbst aufgenommene Synchronisationen hilfreich sein. Auch die Teilnahme an einem entsprechenden Casting kann ein guter Einstieg in eine professionelle Sprecherkarriere sein.

Wichtige Voraussetzungen für Sprecher von Synchronstimmen

Synchronsprecher arbeiten mit ihrer Stimme und müssen in der Lage sein, vielfältigen Stimmungen Ausdruck zu verleihen. Für eine erfolgreiche Tätigkeit in diesem Bereich sind die Stimme, aber auch die Aussprache und der Dialekt entscheidend.

Hochdeutschsprechende Personen sind hier im Vorteil, da sie flexibler eingesetzt werden können – für regionale Produktionen können aber auch Sprecher etwa mit einem bayrischen oder sächsischen Dialekt zum Einsatz kommen. Synchronsprecher müssen zwingend über erstklassige Deutschkenntnisse verfügen und eine gute Auffassungsgabe besitzen.

Auch das Timing ist für eine erfolgreiche Tätigkeit in diesem Bereich Voraussetzung: Jedes Wort und jeder Satz müssen so eingesprochen werden, dass sie exakt zu den Lippenbewegungen des Film- und Fernsehcharakters passen. Synchronsprecher müssen sich in diesem Zusammenhang schnell und gut in die jeweilige Rolle versetzen können, um der Figur Leben einzuhauchen. Empathie und Einfühlungsvermögen sind daher zwingend erforderlich.

Da es nicht selten mehrere Stunden oder Tage dauert, bis die Synchronisierung perfekt ist, sollten Synchronsprecher sehr belastbar und stressresistent sein.

Freiberufliche Synchronsprecher sind besonders flexibel

Wer als Synchronsprecher arbeitet, ist in den meisten Fällen freiberuflich tätig. Das bedeutet, dass sowohl die Kundenakquise als auch Schreiben von Rechnungen und das Organisieren des Arbeitstages in Eigenregie übernommen werden müssen. In auftragsschwachen Phasen wird entsprechend kein Einkommen erzielt – umso wichtiger ist es, Rücklagen zu bilden, um eventuelle „Durststrecken“ überbrücken zu können.

Kenntnisse in Buchhaltung sowie ein gutes Zeitmanagement und ebensolche Kommunikationsfähigkeiten sind eine essenzielle Anforderung für alle, die im Bereich Synchronsprechen eine Laufbahn anstreben. Freiberufler sind sehr flexibel bei der Auswahl potenzieller Aufträge: Nicht nur für Filme und Serien können sie engagiert werden, sondern auch für Werbespots, Hörbücher und viele weitere Produktionen.

Redaktion Filmpuls
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