Panavision Filmkameras und Objektive – der Atem von Hollywood

Panavision-Kamera-Objektive
Cinematographer Bill Pope mit zwei Panavison-Kameras für «Baby Driver» | © Foto: American Cinematographer

Filmkameras von Panavision sind mehr als nur Kameras. Sie sind ein Symbol für Hollywood und großes Kino schlechthin. Kaum ein Filmstar oder Regisseur, der sich nicht mit einer Kamera des bekannten US-Herstellers ablichten lässt.

Panavision, beheimatet in den kalifornischen Woodland Hills, ist einer der weltweit wichtigsten Hersteller für professionelle digitale Kamerasysteme im High-End-Bereich. Gemeinsam mit weiteren Mitbewerbern wie ARRI, Sony und RED hat das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Digitalisierung von Filmaufzeichnungen geleistet.

Panavision

Die Marke Panavision steht für eine glorreiche, langjährige Geschichte. 1954 wurde das Unternehmen gegründet.

Die Super Panavision 70 MM Kamera

Super Panavision 70 Camera

Das Unternehmen ist bis heute einer der weltweit wichtigsten Filmkamera-Hersteller in englischsprachigen Ländern und Frankreich geblieben, auch wenn es von der deutschen ARRI zunehmend bedrängt wird. Weltweit beschäftigt es 1300 Mitarbeitende. Diese erbringen Dienstleistungen sowohl für die Kinobranche wie auch, weniger bekannt, für die TV-Industrie.

Bekannt wurde der Hersteller nicht nur für seine 35MM Filmkameras, sondern auch für das Filmformat 70MM.

Bei den Oscars ganz vorne mit dabei

Eine Analyse der für den weltweit wichtigsten Preis der Filmindustrie, der Oscar-Verleihung, zeigt den Stellenwert von Panavision im globalen Filmgeschäft. Von dem 2017 am häufigsten eingesetzten Kameratypen wurden von 10 nominierten Kinofilmen gerade mal 4 Produktionen ohne Mitwirkung von Equipment des Herstellers realisiert. Das schafft sonst nur noch die ARRI Alexa.

Ein Jahr später, 2018, zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier spielt die Firma mit ihren Filmkameras bei 6 von 11 für den Oscar-nominierten Kinoproduktionen ganz vorne mit.

Kein Kauf, nur Miete!

Kameras von Panavision kann man seit jeher nur direkt vom Hersteller mieten, nicht aber kaufen.

Nebst eigenen Objektiven bietet der Hersteller auch zusätzliche, hochspezialisierte Dienste an. So modifiziert man in Woodland Hills im Bereich MOS (Filmkameras, die für Tonaufnahmen zu laut sind) auch Konkurrenz-Modelle wie die Arriflex 435 und Arriflex 235.

Filmkamera Millennium Digital XL 8K von Panavision
Filmkamera Millennium Digital XL 8K | © Panavision

Genesis und Millennium: Digitale Panavision Filmkameras

Bereits sechs Jahre vor dem Mitbewerber, 2004, entwickelte Panavision gemeinsam dem Hersteller Sony die digitale Filmkamera Genesis, die ab 2005 erstmals für Hollywood-Filme eingesetzt wurde. Sie wurde später durch die Modellreihe Panaflex Millennium abgelöst. Auf die XL-Serie folgte die weiterentwickelte XL2.

Das neueste Modell der Reihe Filmkameras, die Millennium DXL (seit 2016) ist eine digitale Filmkamera mit einer Auflösung von 8K. Der in Zusammenarbeit mit Red Digital Cinema konzipierte Bildsensor bewegt sich im Bereich zwischen Super35 und 65MM. Die nur viereinhalb Kilogramm schwere Kamera (die Alexa bewegt sich ab 8.5 Kilogramm aufwärts) besitzt einen 35.5 Megapixel-Sensor und ist in der Lage, bis zu 60fps in 8K (8192 x 4320) aufzunehmen.

Die Millennium DXL ist nach Angaben des Unternehmens die erste Filmkamera, die 4K anamorphotisch mit 21 Megapixel aufzeichnen kann und dabei mit dem Linsensystem kompatibel sind (Sphero 65, System 65, Super Panavision 70, Ultra Panavision 70, sowie die neuen Primo 70 und Primo Artiste).

Kameras und Kameraobjektive

Panavision entwickelt und produziert auch Kameraobjektive.

Kameraobjektive von Panavision

Kameraobjektive von Panavision

Mehr dazu: (Ein-)Blick hinter die Kulissen

Hier geht’s zum offiziellen YouTube-Kanal des Herstellers: Panavision Official

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Carlo P. Olsson
Über Carlo P. Olsson 116 Artikel
Carlo P. Olsson begleitet die Herstellung von Filmen, Videos und TV-Serien im Auftrag von Unternehmen, Agenturen und Produktionsfirmen. In seiner Freizeit spielt er Eishockey und beschäftigt sich mit barocker Klangdramatik.

1 Kommentar

  1. Panavision stellte ursprünglich die anamorphotischen Objektive für Kinoprojektoren her. Als die Kameraabteilung von MGM aufgelöst wurde übernahm Panavision deren Mitchell-Kameras, vermietete und optimierte diese.

    Später wurden neue Film-Kameras unter Beibehaltung des bewährten Mitchell-Schaltwerks entwickelt. Dabei befand man sich spätestens ab den Siebziger Jahren im technischen Wettkampf mit Arri. Wobei Panavision sich zum größten Kunden von Arri wurde und diese für die eigenen Objektive adaptierte.

    In Sachen Kino ist Panavision deutlich hinter Arri und Red einzuordnen. Die Genesis stammte von Sony und die Millennium Digital XL ist kaum mehr als eine Red mit Panavision-Objektivanschluss.

    Heute ist Panavision eher als Verleiher mit eigenen Objektiven anzusehen.

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