10 Tipps und Tricks der Profis: Was bei der Produktion eines Musikvideos zu beachten ist

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Madonna im Musikvideo „Vogue“ (1990) | © Screenshot Musikvideo

Ein Musikvideo drehen ist die perfekte Möglichkeit, der Musik eine weitere Ebene hinzuzufügen und mit deinen Fans in Kontakt zu treten. Aber was muss man bei der Produktion beachten? Hier geben wir dir 10 Tipps und sagen dir, woran du denken musst, um für einen Song ein Video zu drehen, das rockt.

Lange waren Musikvideos nur eine Möglichkeit für Fans, einen Blick auf ihre Lieblingskünstler in Aktion zu werfen. Im digitalen Zeitalter sind Musikvideos jedoch ein wichtiges Instrument für die Vermarktung von Songs. Mit einem visuell ansprechenden und fesselnden Video können Künstler/innen ein größeres Publikum erreichen und für ihre Musik begeistern. Außerdem gehen Musikvideos oft viral und verschaffen dem Song noch mehr Aufmerksamkeit. Daher sind Musikvideos ein wichtiger Bestandteil der Werbung für neue Musik.

Auch wenn manche behaupten, dass die Mehrheit aller Musikvideos unnötig oder sogar dumm sind, lässt sich ihr Einfluss auf die Musikindustrie nicht leugnen. In einer Zeit, in der Fans sofortigen Zugang zu Millionen von Songs haben, helfen Musikvideos dabei, einen Song aus der Masse hervorzuheben. Für Künstler/innen, die versuchen, in der Branche Fuß zu fassen, kann ein gut gemachtes Musikvideo den Unterschied zwischen Unbekanntheit und Ruhm ausmachen.

Das musst du beim Musikvideo drehen beachten:

  1. Konzept ist die Basis:

    Was ist die allgemeine Idee oder Geschichte, die du mit deinem Video erzählen willst? Dies ist die treibende Kraft hinter allem, von den Bildern über die Besetzung bis hin zu den Drehorten.

  2. Budget für Musikvideos:

    Wie viel Geld hast du für das Projekt zur Verfügung? Denke daran, dass die Produktion von Musikvideos kostspielig sein kann. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an ein realistisches Budget festzulegen. Tipp: Erstelle immer eine detaillierte Videokalkulation.

  3. Storyboard und Moodboard:

    Das Storyboard ist ein visuelles Dokument, das das geplante Video skizziert, einschließlich der Geschichte, der visuellen Elemente und aller spezifischen Details über das Projekt. Es ist ein hilfreiches Instrument, um alle Beteiligten auf die gleiche Seite zu bringen, bevor die Produktion beginnt. Tipp: beim Musikvideo drehen ist ein Mood Board zur Festlegung von Look-and-Feel oftmals hilfreich.

  4. Drehort beim Musikvideodreh:

    Wo wirst du filmen? Das hat beim Musikvideo drehen einen großen Einfluss auf das Aussehen deines Videos! also wähle mit Bedacht. Tipp: Drehbewilligung und Anwohner nicht vergessen!

  5. Casting:

    Wer wird nebst dem Künstler in deinem Video mitspielen? Achte beim Drehen von Musikvideos darauf, dass du sowohl die visuelle Ästhetik als auch die Persönlichkeiten der Darsteller/innen berücksichtigst.

  6. Crew:

    Neben dem Regisseur oder der Regisseurin gibt es viele andere Rollen, die um ein Musikvideo zu produzieren. Zu einer Filmcrew gehören der Produzent, der Regieassistent, der Kameramann, der Cutter usw.

  7. Kein Drehen eines Musikvideos ohne Zeitplan:

    Wie viel Zeit hast du für den Dreh des Videos? Denke beim Musikvideodreh daran, dass für Musikvideos oft lange Drehtage und/oder -nächte nötig sind. Tipp: Beachte, dass es gesetzliche Beschränkungen der maximalen Arbeitszeit gibt. Überschreitet der Produktionsverantwortliche dieses, kann das etwa bei Unfällen am Filmset böse strafrechtliche Unfälle haben, die dich ruinieren.

  8. Synchronisation der Aufnahmen mit dem Song:

    Damit ein Musikvideo seine Wirkung entfalten kann, ist es wichtig, dass der dazugehörige Song perfekt mit dem Filmbild synchronisiert ist. Es gibt drei Hauptmethoden, um diese Synchronisation zu erreichen. Die Erste ist natürlich das Abspielen des Songs während den Aufnahmen. Die Zweite ist die Verwendung von akustischen Hinweisen, wie einem Trommelschlag oder einem Gong, um den Rhythmus vorzugeben. Eine dritte Möglichkeit besteht in einer Kombination aus visuellen und akustischen Hinweisen. Mit einer oder mehreren dieser Methoden können Filmemacher/innen sicherstellen, dass ihre Musikvideos richtig mit dem dazugehörigen Lied synchronisiert sind.

  9. Nachbearbeitung:

    Sobald das Material gefilmt ist, muss es bearbeitet und montiert werden, bevor es veröffentlicht werden kann. Das kann nach dem Musikvideo drehen ein langwieriger Prozess sein, deshalb solltest du in deinem Zeitplan genügend Zeit dafür einplanen.

  10. Final Cut / Rechte beim Drehen eines Musikvideos:

    Kläre frühzeitig, wie die Entscheidungswege beim Dreh des Musikvideos geregelt sind. Wer hat das Recht, zu entscheiden, in welcher Schnittfassung das Musikvideo veröffentlicht wird? Tipp: Falls du einen Song mit einem Video unterlegst, das nicht im Auftrag eines Musikers oder Musikverlags produziert wird, benötigst du die dazu erforderlichen Lizenzrechte.

1984 veröffentlichte Michael Jackson sein Album Thriller, das den gleichnamigen Titeltrack „Thriller“ enthielt. Das Album war ein riesiger Erfolg, und das Musikvideo war ein wichtiger Teil davon. Das Video wurde von John Landis gedreht und zeigte Jackson als Werwolf, der eine Gruppe von Menschen terrorisiert. Es enthielt auch einige von Jacksons berühmten Tanzbewegungen, die dazu beitrugen, dass das Video ein Hit wurde.

In „Vogue“ verwendete Regisseur David Fincher beim Musikvideo drehen eine Mischung aus Aufnahmen aus Schwarz-Weiß-Hollywood-Filmen und Farbaufnahmen von Madonna und ihren Tänzerinnen und Tänzern, um eine visuell beeindruckende Hommage an das alte Hollywood und die Ballsaal-Szene in Harlem zu schaffen. Das Video beginnt damit, dass Madonna eine Strophe aus Onyx’ Hit „Slam“ von 1992 rezitiert: „Strike a pose / There’s nothing to it“, und gibt damit den Ton für den Rest des Videos vor. Dann zeigt Fincher Aufnahmen von klassischen Hollywoodstars wie James Cagney, Marlene Dietrich und Greta Garbo, bevor er zu Farbaufnahmen von Madonna und ihren Tänzerinnen und Tänzern in verschiedenen glamourösen Outfits übergeht. Das Video endet mit einer Montage von Modeikonen wie Audrey Hepburn und Grace Kelly, was seinen Status als Hommage an den klassischen Hollywood-Glamour noch unterstreicht.

Gilt als eines der besten Musikvideos überhaupt: The Writing’s On the Wall  | © OK Go / YouTube

Tipps für Musikvideodreh

Die Geschichte des Musikvideos „Smells Like Teen Spirit“ mit Nirvana ist, dass die Band von Regisseur Samuel Bayer angesprochen wurde, ein Video für den Song zu drehen. Bayer hatte kurz zuvor Musikclips für andere Künstler gedreht, darunter die Pixies und Hole. „Smells Like Teen Spirit“ wurde im August 1991 in Los Angeles gedreht. Es zeigt die Band bei ihrem Auftritt in einer Highschool-Turnhalle, in der Schüler/innen der Band zujubeln. Das Video wurde sofort zu einem Hit. Es verhalf Nirvana zu weltweitem Ruhm und wird oft als eines der wichtigsten Musikvideos aller Zeiten angesehen.

Ob Michael Jacksons „Thriller“, Madonnas „Vogue“ oder Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ – diese Videos haben dazu beigetragen, eine Ära zu definieren und die Fantasie von Millionen Menschen zu beflügeln. Es gibt nur wenige Dinge, die ikonischer sind als ein großartiges Musikvideo.

Tipps zum erfolgreichen Musikvideos machen

Wenn es um Musikvideos geht, sind normalerweise zwei Hauptakteure am Entscheidungsprozess beteiligt: der Regisseur und der Musiker / Musikverlag. In manchen Fällen hat der Musiker eine klare Vision für das Video und arbeitet eng mit dem Regisseur zusammen, um diese zum Leben zu erwecken. Oder der Regisseur übernimmt die Verantwortung für das Konzept des Videos.

Letztlich ist es aber die Aufgabe des Musikers/der Musikerin oder seiner Vertreter, das Endprodukt abzusegnen, bevor es der Öffentlichkeit präsentiert wird. Nur so können diese sicherstellen, dass Image und ihre künstlerische Leistung so dargestellt werden, wie sie es wünschen. Obwohl also sowohl der Regisseur wie auch der Künstler eine wichtige Rolle bei der Erstellung eines Musikvideos spielen, beachten unseren wichtigsten Tipp: am Ende sind es der Musiker oder seine Vertreter, die entscheiden, welche Schnittfassung veröffentlicht wird.

Erfolgsfaktoren von Musikvideos
  • In erster Linie müssen Musikvideos natürlich einen großartigen Song haben. Die Musik ist immer das Herzstück des Videos, und ohne einen Ohrwurm oder einen einprägsamen Text wird das Video schnell verpuffen.
  • Zweitens muss das Video ein starkes visuelles Konzept haben, das den Song ergänzt. Ein gutes Video zeigt Bildwelten, die sowohl auffällig als auch symbolisch sind und dem Betrachter helfen, den Song besser zu verstehen.
  • Und schließlich, das ist unser dritter Tipp, hat ein erfolgreiches Musikvideo in der Regel eine gewisse Kontroverse oder einen Schockwert. Ob Jacksons Zombie-Tanz in Thriller, Madonnas sexy Performance oder Nirvanas Anti-Establishment-Haltung – ein bisschen Kontroverse kann einem Video sehr helfen, sich von der Masse abzuheben.

Jetzt, wo du die Grundlagen der Produktion eines Musikvideos und unsere Tipps kennst, ist es an der Zeit, dein eigenes Video zu planen! Wenn du als Musiker oder Musikproduzent Hilfe für das Drehen von Musikvideos benötigst, wende dich an eine professionelle Videoproduktionsfirma. Sie werden können dich bei jedem Schritt des Prozesses unterstützen, vom Konzept bis zur Postproduktion.

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Pavel Sokolov
Über Pavel Sokolov 54 Artikel
Pavel studiert Film Editing. Er mag François Truffaut, Terrence Malick, Dr Pepper, seinen Thermaltake View 71 TG, Musik von Seeed und alle Dinge, die mit der Farbe Rot zusammenhängen, aber keinem Lebewesen Schmerzen bereiten.

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