»Moonfall«: Regisseur Roland Emmerichs neuester Thriller mit Halle Berry | Filmkritik

Moonfall Halle Berry Roland Emmerich Filmkritik
Moonfall mit Halle Berry, von Roland Emmerich | © Lionsgate Movies

Moonfall ist der neueste Thriller von Regisseur Roland Emmerich. In dem Film spielt Halle Berry eine Frau, die den Mond daran hindern muss, auf die Erde zu fallen und dabei auf Aliens stößt. Der Film hat von den Kritikern gemischte Kritiken erhalten, aber hat er in den Augen des Kinopublikums das Zeug zu einem erfolgreichen Sommerblockbuster?

Um es vorwegzunehmen: Moonfall ist ein spaßiger Hollywoodschinken alter Schule, der sich stark auf Spezialeffekte verlässt. Das ist eine gute und eine schlechte Sache. Einerseits sind die Digitaleffekte beeindruckend und tragen dazu bei, ein Gefühl von Größe zu vermitteln. Andererseits gibt es Momente, in denen die CGI offensichtlich ist und die Wirkung des Films und die Glaubwürdigkeit der Story beeinträchtigt.

Der Mann hinter diesem Blockbuster, Regisseur Roland Emmerich, stammt aus Deutschland. Der Deutsche ist auch Drehbuchautor und Produzent, der vorwiegend für seine amerikanischen Katastrophenfilme bekannt ist. Zu seinen bekanntesten Kinofilmen gehören „Independence Day“, „The Day After Tomorrow“ und „2012“.

Emmerich begann seine Karriere in seinem Heimatland Deutschland, wo er als Produktionsassistent bei einer Reihe von Filmen arbeitete, bevor er 1984 mit „Das Prinzip Arche Noah“ sein Regiedebüt gab. Danach zog er nach Hollywood, wo er mit Filmen wie „Universal Soldier“ und „Stargate“ erfolgreich war. In den letzten Jahren hat sich Emmerich auf historische Dramen wie „Anonymous“ und „Midway“ konzentriert. Trotz der Kritik an einigen seiner Filme bleibt Roland Emmerich noch immer einer der kommerziell erfolgreichsten Regisseure aller Zeiten.

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Filmkritik Moonfall

Moonfall

Science-Fiction-Katastrophenfilm

Filmtitel
Moonfall (2022)
Regisseur
Roland Emmerich
Hauptdarsteller
Halle Berry, Patrick Wilson, John Bradley (II)
Filmkritik
⭐⭐
Action
⭐⭐

„Moonfall“ erzählt die Geschichte einer Gruppe von Astronauten unter der Leitung von Jocinda Folwer (Halle Berry), die in einem Wettlauf gegen die Zeit die Erde vor einer drohenden Kollision mit dem Mond retten müssen. Nachdem sie über den bevorstehenden Weltuntergang informiert wurden, müssen die Astronauten nicht nur mit Aliens, sondern auch mit ihren eigenen Dämonen kämpfen und sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und lernen, einander zu vertrauen.

Online
nur im Kino
Filmbewertung: ★★★★★ = sehr zu empfehlen | ★ = nicht sehenswert


Mit dem Blockbuster „The Day After Tomorrow“ kann Moonfall leider nicht mithalten. Die Story ist zu vorhersehbar, und das Ende ist ein wenig enttäuschend. Ob das Budget für diesen Film 200 Millionen Dollar oder 50 Millionen Dollar betrug, ist schwer zu sagen. Die Kinozuschauer mochten den Film bisher im Kino nicht besonders. Der Box Office in den USA sieht nicht gut aus für Moonfall und auch in Deutschland startete der Film in den Kinos eher verhalten. „Ein totales Desaster!“, nannte eine amerikanische Zeitung den Film.

 

Die Geschichte von Moonfall ist aber auch etwas gar einfach geraten. Es geht – wieder einmal – darum, dass eine Gruppe von Menschen, die die Welt vor einer Invasion von Außerirdischen retten muss. Die schauspielerischen Leistungen in Moonfall sind brauchbar. Halle Berry spielt die Anführerin der Gruppe, und sie macht ihre Sache gut. Weitere Hauptrollen spielen Patrick Wilson, Kelly Yu, John Bradley-West und Charlie Plummer. In dem Film haben auch Michael Peña und Donald Sutherland einen Gastauftritt. Im Innern des Mondes kommt es schließlich zum Showdown: die Menschen gegen die Aliens. Die Frage dabei ist nicht neu: Wer wird gewinnen?

 

© Foto: Wikipedia
Halle-Berry-Moonfall

Halle Berry ist nicht ohne Grund eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen ihrer Generation. Sie hat in einer Reihe von Filmen mitgespielt, die von der Kritik gelobt wurden, darunter „Monster’s Ball“, „Die Another Day“ und „Gothika“.

 

Halle Berry hat Geschichte geschrieben, als sie als erste afroamerikanische Frau für ihre Rolle in Monster’s Ball den Oscar als beste Schauspielerin gewann. Es war ein Moment, der nicht nur von der schwarzen Gemeinschaft gefeiert wurde, sondern von Menschen auf der ganzen Welt, die darin einen Sieg für die Vielfalt in Hollywood sahen. Berrys Sieg war umso bedeutender, als er zu einer Zeit erfolgte, als die Academy wegen ihrer mangelnden Vielfalt unter Beschuss geriet. Als Reaktion auf die Kritik unternahm die Academy Schritte, um ihre Mitglieder zu diversifizieren und ihr Wahlverfahren inklusiver zu gestalten. Infolgedessen wurde Berrys Sieg als ein Zeichen des Fortschritts gewertet. Auch wenn es noch Raum für Verbesserungen gibt, hat ihr historischer Sieg 2002 gezeigt, dass sich Hollywood in die richtige Richtung bewegt.

 

Auch an den Kinokassen ist Berry erfolgreich: „X-Men: The Last Stand“ und „Catwoman“ spielten weltweit jeweils über 100 Millionen Dollar ein. Neben ihrer Schauspielkarriere ist Berry auch ein ehemaliges Model und eine Schönheitskönigin, die 1986 zur Miss World gekrönt wurde.

Halle Berry macht in Moonfall einen soliden Job als Hauptdarstellerin. Sie verleiht ihrer Rolle ein Gefühl von Dringlichkeit und Intensität, das für das Funktionieren des Films notwendig ist.

 

Die Kameraarbeit in Moonfall, mehrheitlich digital im Computer erzeugt, ist wie immer bei Emmerich gut. Auch die Kulissen und Schauplätze sehen toll aus. Aber ihre im Vergleich zu früheren Filmen von Emmerich sehr geringe Anzahl lässt vermuten, dass das Budget eher knapp war und man vielleicht doch nicht so sicher war, ob der Film das Zeugs zu einem Blockbuster hat. Die Außerirdischen immerhin sind als Digitaleffekte gut gestaltet, wenn auch nicht so, wie man dies erwarten würde, und auch die Actionsequenzen sind gekonnt ausgeführt. Vor allem die Sequenz, in der der Mond auf die Erde zu fallen droht, ist hervorragend gemacht.

 

„Moonfall“ und „2001: Odyssee im Weltraum“ sind zwei Spielfilme, die von Kritikern nach dem Kinostart miteinander verglichen wurden. „Moonfall“ ist ein Science-Fiction-Katastrophenfilm, während „2001“ ein klassischer Science-Fiction-Film unter der Regie von Stanley Kubrick ist. Beide Filme behandeln das Thema der Weltraumforschung, unterscheiden sich aber in ihrer Herangehensweise an dieses Thema. „Moonfall“ ist actionreicher, mit spannenden Szenen und einer temporeichen Handlung. 2001 ist dagegen ein eher intellektueller Kultfilm, der sich auf die psychologischen Auswirkungen der Raumfahrt konzentriert.

 

Der Soundtrack zum Film von Thomas Wander und Harald Kloser ist gut, aber nicht besonders einprägsam.

 

Zwar sind die Spezialeffekte hochwertig, aber sie reichen nicht aus, um den Film vor seiner vorhersehbaren Geschichte und seinem glanzlosen Ende zu retten. Wenn du ein Fan von Roland Emmerichs früheren Arbeiten bist, solltest du dem Film vielleicht eine Chance geben. Andernfalls würde ich dazu raten, vielleicht zu warten, bis der Film auf DVD oder Blu-Ray herauskommt.

 

Es lohnt sich also nur, diesen Kinofilm anzuschauen, wenn man auf der Suche nach etwas Eskapismus ist. Man sollte nur nicht zu viel erwarten. Und nicht zu viel denken. Mein persönliches Fazit: Moonfall ist ganz und gar nicht perfekt, aber er ist immerhin über mehr als die Hälfte der Filmlänge unterhaltsam und spannend.

 

Was hältst du von Moonfall? Lass es uns in den Kommentaren unten wissen. Vielen Dank fürs Lesen!


 

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© Video: YouTube / Netflix

Pavel Sokolov
Über Pavel Sokolov 54 Artikel
Pavel studiert Film Editing. Er mag François Truffaut, Terrence Malick, Dr Pepper, seinen Thermaltake View 71 TG, Musik von Seeed und alle Dinge, die mit der Farbe Rot zusammenhängen, aber keinem Lebewesen Schmerzen bereiten.

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