Meilensteine und Schnittstellen für Filme und Videos erfolgreich festlegen

Jeder Schritt ein Schritt in die richtige Richtung

Meilensteine und Schnittstellen bei der Videoproduktion richtig definieren und vereinbaren
Keine Probleme, nur Lösungen ...

Filme funktionieren auf unterschiedlichsten Ebenen. Ganz besonders gilt das für die Verbindung von inneren und äußeren Welten. Dabei spielt die Sprache der Blumen eine bedeutende Rolle.

Dieser Artikel entschlüsselt mit der Blumensprache ein filmisches Gestaltungselement erster Güte, welches aufgrund seiner einzigartigen Schönheit immer gesehen, deshalb aber fast nie in seiner inhaltlichen Bedeutung für die Inszenierung gewürdigt wird. Zudem findest du hier eine Tabelle, welche die Bedeutung der Blumen für dich aufschlüsselt.

Das musst du wissen

  • Der Dreh mit echten Blumen ist nicht ohne Risiken. Meist bleibt nur ein beschränktes Zeitfenster, bevor die zarten Gewächse im warmen Scheinwerferlicht verwelken.
  • Rein technisch betrachtet sind Blumen auf dem Filmset ein Teil des Dekors.
  • Gleichzeitig lassen sich Blumen auch als Sprachcode einsetzen. Jede Art, teilweise abgestuft nach Farbe, besitzt eine eigene Bedeutung.
  • Während früher von der Sprache der Blumen gesprochen wurde und die tiefere Bedeutung der Blumenwahl einem großen Publikum klar war, gilt das heute oftmals nur noch rote Rosen.

Lass die Blumen sprechen!

Es gibt mehr als nur eine handvoll Dinge, auf die man als Filmemacher besser verzichtet. Dazu gehören Dreharbeiten auf Wasser oder im Schnee, Geschichten mit Tieren, die sich nicht dressieren lassen, die Zusammenarbeit mit Schauspielern in tiefen Lebenskrisen oder Verfolgungsjagden in der Luft, bei denen die Kamera zwei bewegte Objekte im Raum erfassen muss. Weiter zählen dazu Dreharbeiten in Dekors, bei denen die Sprache der Blumen tragende Rolle spielt.

Sprache der Blumen: Setfoto Big-Fish
Ewan McGregor und Alison Lohman in «Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht»
Video ThumbnailFilme funktionieren auf unterschiedlichsten Ebenen. Ganz besonders gilt das für die Verbindung von inneren und äußeren Welten. Dabei spielt die Sprache der Blumen eine bedeutende Rolle. Dieser Artikel entschlüsselt mit der Blumensprache ein filmisches Gestaltungselement erster Güte, welches aufgrund

Filmpuls wünscht frohe Festtage! | © Virgin Lands

Warum? Die beim Spielfilme eingesetzten Scheinwerfer erzeugen eine Höllenhitze, besonders in geschlossenen Räumen. Der zauberhaften, fragilen Schönheit von Blumensträußen sind solche Temperaturen nicht gerade bekömmlich.

Empfindliche Pflanzen reduzieren das für den Dreh einer Szene zur Verfügung stehende Zeitfenster. Um dies zu vermeiden, gibt es nur zwei Alternativen. Entweder die Arbeit mit künstlichen Gewächsen oder ein Zugriff auf extrem große Mengen an echten Blumensträußen. Dies damit man diese immer wieder erneuern kann.

Trotzdem sind künstliche Pflanzen für hochauflösende Filme und Perfektionisten in Hollywood keine Option. Der Sprache der Blumen gegenüber stehen digitale Tricksereien.

Blumensträuße in Hollywoodfilmen stehen darum für echtes Handwerk, ausgeführt von den besten Floristen dieser Welt. Von Spezialisten, die sich und ihre Kunst mühelos in das komplex verzahnte Räderwerk der Arbeitsabläufe auf dem Filmset einzufügen wissen.

Aber damit ist es nicht getan.

Erstens sind Blumensträuße als Gestaltungselement weit mehr als nur ein Teil des Dekors. Ihre Bedeutung überragt alle anderen Dekorelemente deutlich.

Zweitens bekommt die Blumensprache nicht selten eine ähnlich wichtige Rolle wie der Drehort zugeschrieben.

Drittens sind sie oftmals schon im Drehbuch erwähnt und als inhaltlich wichtiger Teil der Handlung hervorgehoben.

Und natürlich spielt auch die Bedeutung der Farben bei Blumen immer eine Rolle.

Woher kommt die Sprache der Blumen?

Der Umgang mit Pflanzenblüten in einem Film ist weit weniger Zufall, als es für den unwissenden Zuschauer auf den ersten Blick scheinen mag. Genau so wie es für Kameraeinstellungen und Kamerafahrten Regeln gibt, haben auch Blumensträuße ihren Kodex. Sie haben ihre eigene und erstaunlich komplexe Bedeutung: die Blumensprache.

Deswegen waren Blumensträuße für den Menschen schon lange ein Mittel, Dinge zu sagen die sich nicht einfach so in Worte fassen lassen. Darum hat Blumensprache auch heute noch ihre Gültigkeit.

Zu Zeiten allerdings, in denen die gesellschaftlichen Umgangsformen noch viel strikteren Zwängen unterlagen, boten sich Pflanzenblüten geradezu als Geheimsprache und als Symbol an. Mit der Sprache der Blumen ließen sich weit mehr als Herzensangelegenheit kommunizieren. Was man nicht als Worte in den Mund nehmen durfte, konnte man ohne die Regeln von Anstand und Sittsamkeit zu verletzen mit Blumensträußen sagen. Das galt für Signale der Zuneigung genau so wie für Abneigung. Darum konnte die Sprache der Blumen hier helfen.

Ihre Majestät, die Königin Viktoria von England

Die versteckte Kommunikation mit Blumen war erfolgreich, sodass immer breitere Kreise darauf Rückgriff nahmen. Die Geheimsprache wurde öffentlich. Ab der viktorianischen Epoche zur Zeit von Königin Viktoria in England (1837 bis 1901) wurde die Bedeutung der Pflanzenblüten in delikaten Situationen für die Kommunikation wichtiger als Briefe. Die nur mit Blumensträußen vermittelbaren Botschaften waren dabei überraschend vielfältig. Kein Wunder sind Filmemacher und Regisseure noch immer von ihrer Bedeutung fasziniert.

Nachrichten als Blumensträuße verschlüsselt waren für die Empfängerin oder den Empfänger unverblümt klar. Manchmal sogar überdeutlich und schmerzhaft. Im Spielfilm von heute ist das nicht anders.

Nicht nur für Filmanalysen ist das Wissen um die Blumensprache wertvoll. Kenntnisse der Blumensprache helfen auch im Alltag, die Freude beim Empfänger zu steigern, statt in Fettnäpfchen zu treten. Überdies weiß man nie, was der Adressat eines Blumenstraußes über die Sprache der Blumen selber weiß.

Blumensprache: Welche Blumenart bedeutet was?

BlumeVerschlüsselte Bedeutung
AkeleiWas bist Du für ein Schwächling!
AnemoneIch möchte bei Dir sein
AmaryllisIch bin froh um Deine Freundschaft
AsterDu bist nicht treu
BlausternVergiss alles und vergib mir bitte!
BrennnesselIch durchschaue Dich
CallaIch bewundere Deine Schönheit
ChrysanthemeMein Herz gehört (noch) niemandem
DahlieIch bin schon vergeben
DistelDas ist mir zu gefährlich
EdelweißDu bist wunderschön
EibeMeine Liebe für Dich ist ewig
EnzianDeine Schönheit überwältigt mich
GänseblümchenMeine Gefühle sind nicht zu erschüttern
GerberaMit Dir wird alles noch schöner
GladioleSei nicht so stolz
HortensieDu bist weniger wert als Du Dir einbildest
HibiskusWas bist Du für eine zarte Schönheit
IrisIch bin Dir immer treu
JasminDu bist einfach bezaubernd
KapuzinerkresseEtwas verbirgst Du vor mir
KletteIch mag es nicht wie Du an mir klebst
KornblumeIch werde die Hoffnung nicht aufgeben
KrokusDas muss ich mir nochmals überlegen
MalveSchön, dass Du meine beste Freundin bist
NarzisseDu bist sehr eitel
Nelke (gelb)Du verdienst meine Verachtung
Nelke (weiß)Ich bin noch zu haben
PetersilieWie kann ich Dir etwas Liebes tun?
PfefferminzeVerzeihe mir bitte!
Rose (blau)Das ist nicht möglich
Rose (rot)Meine Liebe für Dich geht über alles andere
Rose (weiß)Mein Herz kann keine Liebe spüren
SalbeiIn Gedanken bin ich bei Dir
SchilfBitte entscheide Dich endlich!
Tulpen (rot)Mein Liebe dauert ewig
VergissmeinnichtVergiss mich nicht

Die Art und Weise, wie all diese Arten arrangiert oder überbracht werden, bietet reichen Spielraum für weitere Signale. So kehren auf dem Kopf stehende Blüten in der Blumensprache ihren Sinn ins Gegenteil. Beispielsweise rote Rosen, die „zufällig“ mit ihrem Stil nach oben übergeben wird, signalisieren dem wissenden Blumenkenner: „Meine Liebe zu dir ist mir unwichtig.“

Blumen im Spielfilm: die schönsten Filme und Momente

Auswahl der Redaktion ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Gerne nehmen wir weitere Filme in diese Liste auf.

Bill Murray sucht in „Broken Flowers“ nach einer anonymen Frau die behauptet, er sei der Vater ihres Kindes. Dazu hat er eine Liste seiner Ex-Freundinnen erstellt, die er nun nach und nach besucht. Dabei trifft er auf eine junge Floristin, deren Gewächse, so wie die damit verbunden Farben, den Spielfilm weit über die Begegnung hinaus prägen.

Auch in der abgehobenen Welt von „The Great Gatsby“ mit Leonardo DiCaprio nutzt Baz Luhrmann die Blumensprache, um innere und äußeren Welt zu visualisieren.

In der Tragikomödie „Big Fish“ bepflanzt Edward Bloom gleich ein ganzes Feld um seine Traumfrau zu beeindrucken.

Alice übermalt als Kind im Wunderland die weißen Rosen der Königin mit roter Farbe und löst damit eine Kette von Ereignissen aus.

„American Beauty“ hat sich mit einer ikonischen Szene in das Gedächtnis einer ganzen Generation gebrannt. Hier träumt Lester Burnham (Kevin Spacey) von Angela, der Freundin seiner Tochter, die in seiner Fantasie nackt in einem Meer aus roten Rosen badet.

Bereits 60 Jahre hat Victor Fleming in „The Wizard of Oz“ die auf jungfräulichen Teenager getrimmte Judy Garland in einem Blütenmeer schlafen lassen. Auch Rosa, die tote Frau von Hauptdarsteller Marlon Brando, wird im skandalösen „The Last Tango in Paris“ in einem Blumenmeer begraben.

Im Spielfilm „Vertigo“ von Alfred Hitchcock zerstört die Hauptfigur zu Beginn des Klassikers ein wundervolles Blumenarrangement in einem Blumenladen. Hitchcock nutzt das Verhältnis seiner Hauptfigur zu den fragilen Gewächsen und die Sprache der Blumen zur Verstärkung ihrer Charakterbeschreibung. Später taucht derselbe Blumenstrauß in einer Traumsequenz erneut auf.

Ähnlich verhält es sich bei „The Town“. Hier spielt Pete Postlethwait einen hochtalentierten Floristen, der seinen Blumenshop aber nur zur Tarnung seiner wahren Absichten nutzt und dessen gewalttätige Natur in einem völligen Kontrast zu seinem Umgang mit zarten Blüten steht.

Blumensprache für jede Gelegenheit

Der Filmpuls zu diesem Artikel über die Sprache der Blumen wurde uns von Blumenversand24 zugespielt. Die Redaktion bedankt sich für den Input. Der Beitrag wurde ohne Gegenleistung erstellt. | filmpuls logo


Im Interesse der Lesbarkeit sind in diesem Artikel die Bezeichnungen auf die männliche Form reduziert. Gemeint sind immer Frauen und Männer | Titelbild: Dreharbeiten für „Der große Gatsby“ | Quelle Zuordnung Blumen / Sprache:

Dieser Artikel beschäftigt sich mit Meilensteine bei Film und Video. Er erklärt, wie man diese definieren kann und wie man mit dem Auftraggeber sinnvolle Ablaufmuster vereinbart.

Die Herstellung eines Videos muss möglichst effizient erfolgen. Gleichzeitig ist eine möglichst hohe Qualität zu erreichen und will der Kunde informiert sein. Wo liegt das richtige Maß zwischen Risikomanagement und Dokumentation, zwischen Flexibilität und Planungssicherheit? Die Definition von Meilensteine hilft dabei.

Das musst du wissen

  • Die Produktion eines Videos ist immer in einem gewissen Ausmaß von Zielkonflikten geprägt. Film ist ein Wirtschaftsgut, das der Kommunikation dient und künstlerische Aspekte besitzt.
  • Mit der Definition von Meilensteinen und der Vereinbarung von Schnittstellen zwischen den Beteiligten wird die Effizienz bei der Projektabwicklung gesteigert und die Qualität erhöht.
  • Abhängig von der Komplexität eines Projektes kann eine durchschnittliche Videoproduktion in vier bis acht Stufen abgewickelt werden.

Meilensteine und Schnittstellen bei der Videoproduktion

Filme und Video sind keine Anzüge, die man ab Stange kauft und schon vor dem Kaufentscheid in den eigenen Händen halten kann. Sondern es sind hochkomplexe Projekte, bei denen vielerlei Faktoren sich gegenseitig beeinflussen und das Arbeitsergebnis mitprägen. Ob Low Budget Video oder teurer Imagefilm, die Mechanik beim Setzen der Meilensteine bleibt medienbedingt immer dieselbe.

Filmschaffende aus den USA pflegen das eigene Ego gerne und oft mit dem Ausspruch „Film is War!“ (auf deutsch: „Film bedeutet Krieg“). Gemeint ist damit nicht das Teamwork, sondern die Komplexität der Projektarbeit gekoppelt mit wirtschaftlichen und künstlerischen Erwartungen. Schnell kann es dabei zu spektakulären Kollisionen kommen.

Konfliktfelder bei der Herstellung von Film und Video

Das Aufeinanderprallen gegensätzlicher Ansichten ist bei Auftragsproduktionen keine Option. Imagefilme, CEO-Videos, Testimonials und Produktfilme erfüllen eine klare Aufgabe. Sie müssen sich einer Kernaussage unterordnen. Diese Schlüsselbotschaft ist möglichst eindeutig und überzeugend, gerne auch originell, zu transportieren. Darauf sollte alle Energie aller Beteiligten gehen.

Möglich wird dies, wenn alle potenziellen Konfliktfelder bei der Videoproduktion erkannt und vorab zur Produktionsaufnahme als Meilensteine zwischen Videoproducer und Auftraggeber geregelt sind.

Checkliste mit Grundsatzfragen

Dabei hilft die Beantwortung folgender, wichtiger drei Fragen:

  1. Wo liegen die Projektrisiken? Wie geht man damit um? Risikovermeidung ist immer auch ein Kostenfaktor. Wo liegt der für die jeweilige Aufgabe und den konkreten Kunden optimale Grat? (Der Klassiker im Umgang mit Risiken: man erkennt sie und benennt sie, spricht aber nicht darüber, wie die Risiken vermieden werden können).
  2. Wie soll dokumentiert werden? Schriftlichkeit generell und die Verschriftlichung von Vorgängen und Entscheidungen konkret bedeutet für alle Beteiligten Nachvollziehbarkeit und Sicherheit. Umgekehrt kann eine Flut von E-Mails, Protokollen, Gesprächsnotizen und Memos erstaunlich schnell auch dazu führen, dass diese Dokumente nicht mehr gelesen werden und bei Problemen dann schnell als Juristenfutter eine steile Karriere machen. Darf eine eilige Freigabe eines wichtigen Projektschrittes am Telefon unter Zeitdruck möglich sein? Wird ein solcher Entscheid nachträglich noch festgehalten? Wie erfahren die weiteren Beteiligten davon?
  3. Wann ist ein Wissensgefälle zwischen der Filmproduktion und dem Auftraggeber kein Problem und wo wird es problematisch? Ein Auftraggeber beauftragt in der Regel einen Videoproducer als Spezialisten, weil dieser mehr als der Kunde kann. Kommt Halbwissen ins Spiel, kann es schnell gefährlich werden. Was passiert und wer trägt die Verantwortung, wenn der Kunde einen Fachbegriff in einem Briefing verwendet, diesen dabei aber falsch versteht?

Diese Fragen müssen vor dem Start der Produktion thematisiert werden. Zugleich dienen sie beim Imagefilm erstelllen nicht nur als Grundlage für die Meilensteine, sondern auch als Indikator für den Grad der Professionalität des Anbieters und als Warnlicht für mögliche Inkompetenz.

Meilensteine und Schnittstellen definieren

Je größer und je komplexer ein Projekt, desto höher die Anzahl der Projektmeilensteine und desto detaillierter ist die Definition von Schnittstellen bei Film und Video. Für ein abgefilmtes Testimonial reichen drei einfache Stufen zum Abgleich mit dem Kunden während für einen aufwendigen Imagefilm die dreifache Anzahl Entscheidungspunkte noch zu wenig ist.

Meilensteine, der Name sagt es, sind Meilensteine. Wegmarken die man auf dem Weg zur Zielerreichung erreicht. Je enger diese Wegmarken gesetzt sind, desto geringer ist die Chance, dass einer der Teilnehmer auf der Reise vom Weg abkommt. Meilensteine können in der Regel auf unterschiedlichen Wegen und mit unterschiedlichen Kostenfolgen und Zeitbudget erreicht werden. Was passiert, wenn ein Meilenstein verfehlt oder nicht erreicht werden kann, ist vertraglich zu regeln.

An Schnittstellen dürfen, anders als der Wortsinn das sagt, keine Schnitte entstehen. Informationen sollen sich auch nicht überschneiden. Darum sind Schnittstellen das Zentrum für sich deckende Informationen zu einem gewissen Zeitpunkt im Projektablauf. Hier werden in regelmäßigen Abständen die Summe aller verfügbaren Fakten aufbereitet und abgeglichen. Dies damit für die nächsten Schritte ein Konsens entstehen kann.

Phasen der Produktion

Eine Produktion besteht nicht nur beim Spielfilm aus mehr als nur drei summarischen Projektteile. Drehvorbereitung (auch Vorproduktion oder Preproduction genannt), Dreharbeiten (Production) und die Bildbearbeitung und Tonbearbeitung (Postproduction) sind zwar für jede audiovisuelle Produktion ausschlaggebend. Trotzdem bilden sie nicht alle Meilensteine der Filmproduktion ab. Das Wesen einer Filmproduktion definieren beim Auftragsfilm die folgenden acht Ereignisse:

  1. Parametrisierung
  2. Kreation
  3. Drehvorbereitung
  4. Dreharbeiten
  5. Nachproduktion
  6. Finalisierung
  7. Versioning
  8. Archivierung

Der Schritt der Parametrisierung definiert die Eckdaten. Gegebenenfalls geschieht dies im Rahmen einer Ausschreibung und im Briefing.

Versioning

Beim Versioning werden, der Name sagt es, Versionen des Videos erstellt. Außerdem ist Herstellung unterschiedlicher Längenversionen im Einsatz für Social Media heute meist ein Must. Oft gehören auch Sprachversionen dazu. Das Stiefkind der Produktion ist die Archivierung. Trotzdem muss zu einem späteren Zeitpunkt der Zugriff auf das Material (Originalmaterial? Nur die verwendeten Szenen? Nur die finale Schnittversion?) sichergestellt sein.

Checkliste und Beispiel für Ablaufmuster

1: Parametrisierung

  • Auf Basis des Kundenbriefings erstellt die Produktionsfirma eine Analyse. Dazu legt sie gemeinsam mit dem Kunden die Eckdaten fest und definiert nachdem in Absprache mit dem Auftraggeber die Production Values (die Allokation der Mittel innerhalb der Produktion zwecks Maximierung der Wirkung und darum auch verbunden mit einem Benchmarking.) Am Ende steht das Briefing für die Kreationsphase.

2: Kreation

  • Hier entsteht der Film oder das Video ein erstes Mal. Einerseits, weil die Kreativkompetenz die Fakten in Bilder übersetzt. Andererseits, weil diese Bilder nur in Wörtern festhalten und darum das spätere Ergebnis erst unzureichend definieren können. Die Kreation endet mit der Freigabe zur Filmproduktion. Basis dazu können eine Filmskizze, ein Exposé, ein Drehbuch oder ein Storyboard oder weitere Formen sein.

3: Drehvorbereitung

  • Drehvorbereitung ist als Begriff für die Vorproduktion präziser und ist diesem vorzuziehen, weil Kunden unter Bewegtbildproduktion meist den gesamten Herstellungsprozess verstehen und nicht nur die Dreharbeiten. Casting, Suche der Drehorte und Darsteller und alle logistischen Vorbereitungen für die Abwicklung der Dreharbeiten finden in diesem Teilschritt statt. Auch das Team (Beleuchter, Kameramann, Aufnahmeleiter etc.) werden zu diesem Zeitpunkt verpflichtet. Einzig die Person des Regisseurs ist meist schon seit der Kreation an Bord.

4: Dreharbeiten

  • Der für Außenstehende spannendste Teil der Filmherstellung, obwohl in Tat und Wahrheit bei einer professionellen Filmproduktion nahezu jeder hier erfolgende Atemzug geplant ist. Hier gibt es keine Zufälle. Und wo es sie gibt, werden sie bewusst eingeplant und zugelassen.

5: Bild- und Tonbearbeitung.

  • Der Film erhält im Filmschnitt und der Montage seine Gestalt. Ist der digitale Bildschnitt freigegeben folgen beispielsweise digitale Effekte, Ton und Sound Design.

6: Finalisierung / 7: Versioning / 8: Archivierung

  • Das Video oder Film wird, meist in Versionen an den Kunden ausgeliefert und sauber archiviert wird.

Einfache Projekte: 4 Meilensteine

Die Sicherstellung von Qualität und Zielerreichung bei einfacheren Projekten (Testimonial, Produktvideo) mit engem Budgetkorsett wird mit vier Meilenstein-Meetings sichergestellt

  1. An Kick-Off Meeting nach Auftragsvergabe, noch vor der Kreationsphase, Ziele definieren, erklären und/oder zusammenfassen
  2. Abnahme der Drehvorlage und ferner Freigabe zur Umsetzung, verbunden mit Budget-Check
  3. Schnittabnahme und OK zur Endfertigung
  4. Abnahme Endprodukt

Je nachdem sind zusätzliche Zwischenschritte sinnvoll. Ebenfalls sind die auf das Kick-Off folgenden Besprechung mit einem Beschlussprotokoll als rechtsgültige Zwischenabnahmen dokumentiert.

Aufwendige Projekte: 8 Meilensteine

Bei anspruchsvollen Projekten (Imagefilm, Werbevideo) werden Qualität und der Projektfortschritt mit acht Meilensteine / Sitzungen abgesichert

  1. Freigabe der Parametrisierung und Allokation der Produktionswerte zum Filmkonzept
  2. Kick-Off nach Auftragsvergabe: Ziele festlegen, erläutern oder nochmals rekapitulieren vor Start der Kreation
  3. Freigabe Drehvorlage zur Umsetzung und Drehvorbereitung, (Budget-Checks erfolgen i. d. R. separat, sofern kein Pauschalbudget)
  4. PPM (Pre-Prodution Meeting). Hier werden alle Details der Bewegtbildproduktion ausführlich besprochen (Darsteller, Drehorte, Kostüme, Kamerabewegungen, Wetterrisiken, etc,)
  5. Erste Schnittabnahme mit Layout Ton, anschließend Optimierungen
  6. Finale Abnahme mit la und Freigabe zur Endfertigung
  7. Abnahme des Films oder Videos in seiner finalen Form
  8. Abnahme Versionen (Längen und Sprachen, etc.)

Je nach Aufgabenstellung sind weitere Zwischenschritte erforderlich. Alle Meilensteine-Meeting sind mit einem Gesprächs- oder mindestens mit einem Beschlussprotokoll in rechtsgültiger Form dokumentiert.


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