Filmmusik mit dem Digitalpiano: Wichtige Tipps und Tricks zum Aufnehmen

Filmmusik mit dem Digitalpiano
Anleitung: Filmmusik am PC mit dem Digitalpiano | © Foto: Adobe Stock - bnenin

Mit einem Digitalpiano haben Klavierspieler die Möglichkeit, das Gerät an einen PC anzuschließen und die eigenen Klänge aufzunehmen. Wie das genau funktioniert, verrät dieser Beitrag.

Wer seine Klavierklänge am PC aufnehmen möchte, benötigt in der Regel nur ein passendes Kabel. Nahezu jeder Computer hat in der Regel die benötigten Audio-Anschlussmöglichkeiten, sodass die Verbindung kein Problem darstellt. Sofern das digitale Piano sogar Bluetooth fähig ist, wird noch nicht einmal ein Kabel vorausgesetzt.

Übrigens ist die Verbindung zwischen einem E-Piano und einem Computer nicht nur zum Aufnehmen praktisch. Auch weitere Hersteller-Sounds oder Firmware-Updates lassen sich über diese Verbindung herunterladen.

Diese Anschlüsse besitzt ein Digitalpiano

In den meisten Fällen verfügt das E-Piano über die folgenden Anschlussarten, die für die Verbindung zum PC zum Einsatz kommen können.

  • Klinkenkabel: Voraussetzung für diese Anschlussart ist, dass der PC einen Line-In-Eingang besitzt. Am Digitalpiano ist dagegen der Line-Out-Anschluss nötig. Verfügt der PC über eine Soundkarte, dann sind meistens Line-Eingänge im Miniklinken-Format mit 3,5 mm Klinke vorhanden. Bei Apples Computern gilt allerdings eine Ausnahme, denn schon seit Jahren gibt es keine Audio-Ausgänge mehr. Hier ist die Verbindung mittels USB nötig.
  • USB: Die zweite Variante, die vorwiegend bei Apples Rechnern notwendig ist, aber auch generell beliebt ist, stellt die Verbindung mittels USB-Kabel dar. Benötigt wird je nach Rechner ein USB-A-Kabel oder ein USB-B-Kabel. Beim Mac ist das USB-C-Kabel das benötigte Zubehör.
  • Midi: Um das Digitalpiano per MIDI mit dem Rechner zu verbinden, ist am Piano ein USB-To-Host-Anschluss nötig und am PC eine USB-Schnittstelle. Normalerweise wird anschließend nur ein USB-Kabel benötigt, um die Signale an den PC weiterzugeben.

Wie können Klänge am Digitalpiano am PC aufgenommen werden?

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Computer, Tablet oder Recorder für die Aufnahme | © Foto: Adobe Stock – junce11

Um das eigene Klavierspiel aufzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Audioaufnahmen lassen sich beispielsweise mit einem Tablet, Computer oder einem Recorder tätigen. Wenn sich ein Anwender für eine MIDI-Aufnahme entscheidet, können diese mit einem Tablet, Smartphone oder am Computer aufgenommen werden. Sofern das Instrument dafür geeignet ist, lassen sich direkte Aufnahmen oder alternativ MIDI-Aufzeichnungen auch über einen USB-Stick übertragen.

Um sich für die jeweils beste Übertragungsart zu entscheiden, ist es wichtig, sein eigenes E-Piano zu kennen oder sich vor dem Kauf zu informieren. Meist geht es nur um die passende Pianotastatur (z.B. mit welcher Anschlagdynamik) oder den Klang (z. B. wie viele Klangfarben) des Instrumentes. Doch auch die Anschlüsse sind relevant.

Ideal ist es, wenn das Digitalpiano über einen USB To Host Anschluss verfügt, um MIDI-Daten von einem Computer und an einen Computer zu übertragen. Gleichzeitig sollte auch ein USB-Stick-Anschluss vorhanden sein, damit das eigene Klavierspiel beispielsweise als WAV-Datei aufgezeichnet werden kann. Selbst MIDI-Daten lassen sich dadurch im internen Speicher aufnehmen und über einen USB-Stick an den Computer übertragen.

Alternative Aufnahme-Möglichkeiten

Fernab der klassischen Variante, indem ein Kabel das Digitalpiano mit dem PC verbindet, gibt es noch eine weitere Alternative. Hierfür findet die Aufnahme mit einem Audiorecorder statt. Dieser hat ein integriertes Mikrofon eingebaut und bietet Speichermöglichkeiten und kann daher ebenfalls als Piano-Aufnahmegerät fungieren.

Gerade bei Digitalpianos kommt diese Alternative aber aufgrund der Anschlüsse nur selten zum Einsatz. Genau jene Anschlüsse sind ein großer Vorteil gegenüber den klassischen Klavieren, weshalb die Kabel-Methode auch besonders einfach ist.

Aufnahme – Schritt für Schritt erklärt

Wenn die Aufnahme zwischen dem Digitalpiano und dem PC erfolgt ist, kommt es zur Aufnahme der Klänge. Doch wie funktioniert so etwas? Wir unterscheiden erneut zwischen den verschiedenen Möglichkeiten der Übertragung, denn abhängig dessen unterscheidet sich auch die Aufnahme.

  • Aufnahme über das Klinkenkabel: Wenn die beiden Geräte über ein Klinkenkabel verbunden sind, kann der Anwender danach die Recording Software am PC öffnen. Als Eingangsquelle muss der Line-Eingang gewählt werden. Danach kannst du die Auflösung bestimmen, in der aufgenommen werden soll – beispielsweise 24 Bit.
    Als dritter Schritt ist das Einpegeln des Signals vom Piano notwendig. Ist der Pegelausschlag zu niedrig, kommt nur ein schwaches Signal ein. Verzerrungen gibt es dagegen bei einem zu hoch ausschlagenden Pegel. Das Signal muss daher gut eingepegelt werde. Die Software gibt anhand von Farbsignalen an, wann der Pegel gut eingestellt ist.
    Starte danach die Aufnahme und lasse nach der Aufnahme die Töne noch etwas nachklingen (achte auch auf den Nachhall). Danach speichern und schon ist die Digitalpiano-Aufnahme über das Klinkenkabel fertig.
  • Aufnahme über MIDI: Sofern deine Geräte diese Variante unterstützen, ist sie besonders gut für die Nachbearbeitung, zum Komponieren und für ganze Songs geeignet. Hast du deine Aufnahme über das Klinkenkabel getätigt, dann ist die Nachbearbeitung dagegen recht schwer und nur mit Fachwissen und entsprechenden Tools möglich.
    Besser ist daher die Aufnahme via MIDI. Dabei werden keine Audiodateien übertragen, sondern Steuerdaten. Diese Daten zeichnet der Computer auf, sodass sie später leichter editiert werden können. Um die Aufnahme via MIDI zu starten, musst du das Digitalpiano verkabeln und benötigst du eine DAW-Software. Öffne diese Software und stelle in den MIDI-Einstellungen den USB-Port ein, an dem das Piano angeschlossen ist. Danach erstellst du eine leere MIDI-Spur und stellst den MIDI-Kanal als Empfängerkanal ein, auf dem das Instrument sendet. Stelle nun die gewünschte Taktart und das Song-Tempo ein und starte die Aufnahme.
  • Aufnahme über einen Recorder: Natürlich könntest du für die Aufnahme deiner Stücke auch einen Audiorecorder verwenden. Du kennst sie vielleicht als Field Recorder, Handheld- oder Digital-Recorder. Zu den Audiorecordern zählt im Grunde genommen sogar ein Diktiergerät. Durch die integrierten Mikrofone kannst du die Klänge vom Digitalpiano mit dem Recorder aufnehmen. Verbunden werden sie mit dem Line-Ausgang des Pianos.
    Durch die integrierten Speichermedien lassen sich die Aufnahmen ganz ohne einen PC aufnehmen. Früher oder später ist aber meistens auch eine PC-Verbindung gewünscht, um die Aufnahmen am Computer bearbeiten zu können.

Übrigens: Wenn du die Aufnahme mit einem Audio-Interface erledigst, ist die Qualität in der Regel besser. Das ist vorrangig wichtig, wenn du Songs komponieren oder noch weitere Instrumente hinzufügen möchtest, um dein eigenes klassisches Orchester am Laptop zu erstellen oder den Sound für ein späteres Video zu verwenden. In diesem Fall ist ein Audio-Interface für dich unabdingbar, da es wie mit einer integrierten Soundkarte am Computer vergleichbar ist.

Umgebung bei der Aufnahme auch relevant

Bei der Aufnahme von einem Digitalpiano spielt aber nicht nur die Übertragung eine Rolle. Diese ist die Grundvoraussetzung, aber andere Teilbereiche werden oft vergessen. So ist es wichtig, auch auf die Umgebung zu achten, in der die Aufnahme stattfindet.

In der Nähe des Pianos oder des Mikrofons sollten sich keine glatten Wände befinden, da somit die Aufnahmequalität nicht optimal sein könnte. Um die Klangqualität zu verbessern, können Anwender außerdem einen Reflexionsfilter einsetzen. Verschiedene Winkel der externen Lautsprecher oder des Mikrofons zu testen ist eine weitere Möglichkeit, um die Qualität der Aufnahme zusätzlich zu steigern.

Ehe es mit der finalen Aufnahme losgeht, sind Probeaufnahmen zudem empfehlenswert. Dadurch kann die Aufnahmeumgebung und auch das Equipment besser eingeschätzt werden. Wenn der Klang der Testaufnahmen gut passen, kann der Klavierspieler mit den richtigen Aufnahmen beginnen.

In welchem Dateiformat sollten Digitalpiano-Aufnahmen gespeichert werden?

Piano Musik aufnehmen am PC
Speicherung der Tonaufnahmen am Computer im passenden Dateiformat | © Foto: Adobe Stock – boyhey

Am Ende der Bearbeitung der Klavieraufnahmen steht die Frage, welches Dateiformat gut geeignet ist. Auch hier gibt es wieder viele Möglichkeiten, wobei die meisten Digitalpiano-Besitzer die gängigen Formate MPS als Format wählen.

Eine Alternative ist auch das Format OGG, welches mit einer etwas besseren Klangqualität aufwarten kann. Das Format WMA war früher sehr beliebt, gilt aber mittlerweile eher als veraltet. Da auch die Tonqualität mangelhaft ist, empfehlen wir es ebenfalls nicht mehr.

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Daniel D. Meister
Über Daniel D. Meister 5 Artikel
Daniel D. Meister ist Music Composer und Sound Designer. Er ist zwischen zwei Welten aufgewachsen: der großen Liebe seiner Eltern für Country Musik und der eigenen Faszination für Elektropop der beginnenden 1980er Jahre.

1 Kommentar

  1. „Ideal ist es, wenn das Digitalpiano über einen USB To Host Anschluss verfügt, um MIDI-Daten von einem Computer und an einen Computer zu übertragen. Gleichzeitig sollte auch ein USB-Stick-Anschluss vorhanden sein, damit das eigene Klavierspiel beispielsweise als WAV-Datei aufgezeichnet werden kann.“

    Und das wäre m. E. auch die beste Art am Digitalpiano aufzunehmen – nur mal so als Tipp. Schließlich ist das .wav-Format in der Audiobearbeitung sehr beliebt, wird von allen kleinen und großen Sound-Editoren unterstützt und ist nahezu verlustfrei. Einziger Nachteil: Jede .wav-Datei frisst Unmengen an Speicherplatz. Da moderne USB-Sticks, Computer und auch interne Speicher jedoch noch größere Unmengen an Speicherplatz zur Verfügung haben, sollte dieser Nachteil mittlerweile obsolet sein.

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