«Es gibt keine Regeln beim Filmemachen. Nur Sünden. Die grösste Sünde ist das Unwissen.» - Frank Capra

Unsichtbare Schnitte

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Als unsichtbare Schnitte werden Übergänge zwischen Einstellungen bezeichnet, welche für das menschliche Auge zwar sichtbar sind, gestaltungspsychologisch vom Zuschauer aber nicht wahrgenommen werden. Der unsichtbare Schnitt ist also, anders als das Wort besagt, nicht unsichtbar, sondern rückt darum in den Hintergrund, weil er vom Zuschauer als selbstverständlich wahrgenommen wird. Unsichtbare Schnitte werden auch als découpage classique (französisch) und continuity editing (englisch) bezeichnet.

Unsichtbare Schnitte: Funktionsweise

Unsichtbare Schnitte werden vom Auge und von Hirn als Teil der konventionellen Filmsprache erkannt und darum aus Sicht der Wahrnehmung weniger stark gewichtet als der Inhalt eines Films oder Videos.

Voraussetzungen damit unsichtbare Schnitte funktionieren

Unsichtbare Schnitte werden als solche wahrgenommen werden, wenn entweder Einstellungsgrößen markant verändert werden, wenn Dialogszenen aus zwei Perspektiven (Schuss- und Gegenschuss) aufgezeichnet werden, wenn kein Achsensprung in der Schnittfolge stattfindet, eine Story elliptisch (ohne Redundanten) erzählt wird, wenn die Kamera sich bei einer Veränderung ihrer Position um einen Winkel von mindestens 30-Grad 30-Grad-Regel verändert oder wenn sich der Abstand der Kamera zu einem Objekt oder zu einer Person bei gleichbleibendem Blickwinkel markant ändert.

Abgrenzung zu versteckten Schnitten

Keine unsichtbaren sondern versteckte Schnitte sind der Match Cut, der Jump Cut, Wischblenden, Schnitte in die Bewegung oder Sprünge von identisch scheinenden Nahaufnahmen (Beispiel: Close-Up von Kaffee in einer Tasse auf den vergleichbaren Inhalt in einer anderen Kaffee-Tasse.

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