«Es gibt keine Regeln beim Filmemachen. Nur Sünden. Die grösste Sünde ist das Unwissen.» - Frank Capra

Plansequenz

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Eine Plansequenz ist eine einzige, meist überdurchschnittlich lange Einstellung in einem Film oder einem Video.

Plansequenz als dramaturgisches Gestaltungsmittel

Eine Plansequenz kann dramaturgisch aus unterschiedlichen Gründen wünschenswert sein. Ruht die Kamera ohne Veränderung auf einer statischen Szene, kann die Plansequenz rein durch die Tatsache ihrer Länge entweder Spannung oder Irritation hervorrufen (aus Sicht des Zuschauers: "Warum geschieht jetzt nichts?"). Plansequenzen können aber auch zur Erzeugung von Nähe und Authentizität das filmtechnische Mittel des Schnitts absichtlich durch Kamerabewegungen ersetzen. Diesfalls fährt oder schwenkt die Kamera und führt den Zuschauer anstelle des Schnitts.

Für Plansequenzen bekannte Regisseure und Beispiele

Als Meister der Plansequenz genannt werden für den europäischen Film oft die Regisseure Jean-Luc Godard, Michelangelo Antonioni und Theo Angelopoulos. Die im Film Rope von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1948 oftmals zitierten Plansequenzen sind differenziert zu betrachten. Hitchcock drehte zwar während der Länge einer Filmrolle tatsächlich ohne Unterbruch und damit Plansequenzen, kaschierte aber durch Wischblenden Schnitte und Uebergänge zwischen den einzelnen Plansequenzen, so dass diese für das ungeübte Auge des Zuschauers aus "einem Guss" erschienen. Eine ähnliche Methode, wenn auch aus anderen Motiven, wendete 1981 Regisseur Wolfgang Peterson für seinen Film Das Boot an.

Die einst durch die Filmlänge erzwungene Längenbegrenzung einer Plansequenz hat sich seit der Etablierung digitaler Aufnahmeverfahren für Kinofilme erübrigt. 2015 realisierte der deutsche Regisseur Sebastian Schipper mit Victoria einen 140-minütigen, aus einer einzigen Einstellung bestehenden Spielfilm.