Das sind die Geheimnisse der Teamarbeit in einer gut funktionierenden Filmcrew

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Produktionsarbeit ist Teamarbeit | © Adobe Stock

Film ist Teamwork. Nur in Ausnahmefällen lässt sich ein Film ganz allein herstellen. Aber was heißt eigentlich Teamwork? Was gilt es zu beachten, dass die Zusammenarbeit in einem Filmteam funktioniert? In diesem Artikel findest du Antworten, die dir bei der Rekrutierung deiner Filmcrew helfen.

Eine Filmcrew zusammenzustellen bedeutet, ein Team mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Fachleuten auf ein Ziel auszurichten. Oder, wenn du dein eigenes Video drehst, in einer Gruppe motivierter Talente diverse Aufgaben und Rollen an Personen zu verteilen, die möglicherweise noch nie zuvor zusammengearbeitet haben.

Was ist dabei zu beachten gilt, erklären wir dir hier. Wenn du wissen willst, wo und wie du ein Filmteam findest, ließ unseren Artikel zur Frage, wie man Filme selber dreht.

Wie findet eine Filmcrew als Team zusammen?

Erfolgreiche Teamarbeit beginnt mit effektiver Kommunikation und gegenseitigem Respekt. Wenn eine Gruppe von Personen zusammenkommt, die noch nie zuvor zusammengearbeitet haben, kann es einige Zeit dauern, bis ein zusammenhängendes und koordiniertes Team entsteht. Das gilt hauptsächlich dann, wenn die Teammitglieder unterschiedliche Berufserfahrungen haben, einen verschiedenen kulturellen Hintergrund haben oder in verschiedenen Bereichen arbeiten. Es gibt jedoch einige wichtige Strategien, die dabei helfen können, ein Team schnell zu bilden und effektiv zusammenzuarbeiten.

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© Foto: freepik
Gewusst wie

Wie groß darf oder muss eine gute Filmcrew sein?

Die Größe eines Teams richtet sich immer nach der Projektgröße. Darum gibt es auf Anfrage nach der richtigen Größe keine Antwort, die für alle Filmprojekte wichtig ist. Trotzdem habe gibt es eine Regel, die man unbedingt berücksichtigen sollte.

Aus Faustregel aus hunderten von Filmproduktionen gilt, dass ein Team nur dann persönlich geführt werden kann, wenn es nicht größer als 5–7 Personen ist. Ist die Anzahl der Beteiligten größer, sollte man das Team in Gruppen aufteilen, die dann jeweils von einer Person geführt werden. Darum gibt es in professionellen Filmproduktionen die sogenannten Departments, denen jeweils ein Head of Department vorangestellt ist.

Eine Strategie besteht darin, dafür zu sorgen, dass jeder seine eigene Rolle und die der anderen Teammitglieder genau kennt. Das bedeutet, dass konkrete Ziele gesetzt, Zeitpläne für die Umsetzung festgelegt und Verfahren für den Informationsaustausch und die Beilegung von Meinungsverschiedenheiten entwickelt werden.

Außerdem sollten die Teammitglieder von Anfang an ermutigt werden, Fragen zu stellen, Ideen auszutauschen und Bedenken zu äußern.

Wenn du eine Atmosphäre der Zusammenarbeit, des Vertrauens und der offenen Kommunikation förderst, können selbst neue Teams schnell zu großartigen Teams werden. Was kannst du tun, damit die Teamarbeit gut funktioniert?

Warum eine Filmcrew nicht nur ein Ziel, sondern auch eine Vision benötigt

Erfolgreiche Teams sind immer darauf bedacht, nicht nur ihre Ziele zu erreichen, sondern auch eine klare Vision zu haben. Ein gut definiertes Ziel gibt dem Team etwas Konkretes, auf das es hinarbeiten kann, und den einzelnen Mitgliedern etwas, auf das sie gemeinsam hinarbeiten können.

Bei einer Vision geht es jedoch nicht nur darum, ein Ziel festzulegen, sondern auch den Weg zu beschreiben, der das Team dorthin führt.

Eine gute Teamvision berücksichtigt darum sowohl Teilziele und Meilensteine als auch langfristige Pläne. Sie gibt den Mitgliedern etwas, an dem sie sich in anstrengenden Zeiten festhalten können, und gibt ihnen eine Richtung vor, wenn sie die nächsten Schritte festlegen. Indem sie sich sowohl auf Ziele als auch auf Visionen konzentrieren, können Teams sicherstellen, dass sie sich immer in die richtige Richtung bewegen, hin zum Erfolg.

Wie löst man Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten in einem Team zu lösen. Das Wichtigste ist, ruhig und konzentriert zu bleiben und dabei alle Sichtweisen auf das Problem anzuerkennen.

Es kann auch hilfreich sein, Menschen um Rat zu fragen, die nicht direkt in die Situation involviert sind, aber vielleicht wertvolle Einblicke oder Erfahrungen haben, die du nutzen kannst. Außerdem ist es wichtig, kompromissbereit zu sein, auch wenn das bedeutet, dass man auf dem Weg dorthin einige Opfer bringen muss.

Profi-Tipp #1

Unterscheide streng zwischen Kritik und Feedback: Feedback ist eine objektive Information über eine Situation oder Leistung, die mit der Absicht gegeben wird, jemandem zu helfen, sich zu verbessern. Kritik hingegen ist eine subjektive, negative Meinung oder ein Urteil über jemanden oder etwas. Konstruktives Feedback ist spezifisch, objektiv und zielt darauf ab, eine Situation oder Leistung zu verbessern.

Schließlich ist es wichtig, während des gesamten Prozesses die Kommunikation klar und offenzuhalten, damit alle Beteiligten die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse und Bedenken zu äußern und auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten. Wenn du diese Schritte befolgst, kannst du Meinungsverschiedenheiten in deinem Team mit Leichtigkeit ausräumen und eine Einigung erzielen, mit der alle zufrieden sind.

Kann ein Team ohne Chef funktionieren?

Für viele Filmschaffende ist der Herstellungsleiter oder Produzent ein wesentlicher Bestandteil einer effektiven Teamarbeit. Schließlich sind es oft die Visionen und die Führung des Leiters, die den Kurs der Zusammenarbeit bestimmen, und ohne jemanden, der die Ziele überwacht und die Filmcrew motiviert, kann es für ein Team schwierig sein, sein volles Potenzial zu erreichen.

Trotzdem gibt es Situationen, in denen ein Team ohne Chef genauso gut – oder sogar besser – arbeiten kann. Wenn zum Beispiel alle Crewmitglieder hoch qualifizierte und selbst motivierte Fachleute sind, die klare Ziele vor Augen haben, brauchen sie – zumindest phasenweise – keine Anweisungen von außen, um ihre Arbeit zu erledigen und die Ziele zu erreichen.

Profi-Tipp #2

Um eine effektive Führungskraft zu sein, musst du in der Lage sein, deine Ideen klar zu kommunizieren, Beziehungen aufzubauen, Entscheidungen zu treffen und anderen ein Vorbild zu sein. Führungspersönlichkeiten müssen auch in der Lage sein, sich an veränderte Bedingungen anzupassen und ihr Team auf das Ziel auszurichten. Gute Führungskräfte verfügen über eine Kombination dieser Fähigkeiten.

Wenn außerdem jedes einzelne Mitglied ein hohes Maß an Freiheit genießt und seine Zeitpläne und Aufgaben selbst verwalten kann, kann das zu einem Motivationsschub führen, weil dann niemand wie im Kindergarten sämtliche Details und Parameter der Arbeit vorgibt. Ob eine Filmcrew mit oder ohne strenge Führung am besten funktioniert, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab – so von den individuellen Fähigkeiten und den organisatorischen Normen -, sodass diese Frage nicht eindeutig zu beantworten ist.

Warum Nachbesprechungen wichtig sind

Nachbesprechungen in regelmäßigen Intervallen sind wichtig, um sicherzustellen, dass alle auf dem gleichen Stand sind und wissen, was passiert ist.

Die Nachbesprechung ermöglicht zudem eine offene Kommunikation darüber, was gut gelaufen ist und was noch verbessert werden kann. Obendrein können die Teilnehmer/innen bei einem Debriefing Fragen stellen und auf Risiken hinweisen, die sonst allenfalls nicht erkannt werden würden.

Wie halte ich die Motivation in der Filmcrew über eine längere Zeitdauer aufrecht?

Jeder Produzent weiß, dass es eine große Herausforderung sein kann, die Motivation in einer Filmcrew aufrechtzuerhalten, besonders über einen längeren Zeitraum hinweg.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die zu schwindender Motivation beitragen können, darunter die fehlende Möglichkeit, die Ziele und das Vorgehen zu verstehen, übersteigerte Selbstzufriedenheit und Stress wegen zu langen Drehtagen.

Profi-Tipp #3

Letztlich kann man ein Team am besten motivieren, wenn man sowohl an die rationale als auch an die emotionale Seite appelliert: Fakten helfen, die Logik der Argumente zu verstehen, während Emotionen es ermöglichen, sich mit der Botschaft auf einer persönlichen Ebene zu identifizieren und verbinden. Wer beide Arten der Motivation nutzt, kann Menschen erfolgreicher zum Handeln bewegen.

Es gibt jedoch auch eine Reihe von Dingen, die Filmproduzenten tun können, um die Mitglieder einer Filmcrew zu motivieren und bei Laune zu halten.

Eine wichtige Strategie ist es, die Ziele des Teams klar und sichtbar zu machen. Es ist auch wichtig, regelmäßig Gelegenheit für Feedback und Anerkennung zu geben. Wer der Filmcrew zeigt, dass ihre Bemühungen geschätzt werden, kann das viel dazu beitragen, ihre Motivation aufrechtzuerhalten.

Schließlich sollten sich die Produzenten und die Mitarbeitenden in der Filmproduktion zusätzlich zu den schon erwähnten Punkten unbedingt bemühen, ein positives und unterstützendes Arbeitsumfeld zu schaffen. Dazu gehören nicht nur vernünftige Arbeitszeiten, sondern auch und ganz besonders ein gutes Catering und Sorge dafür zu haben, dass für die Filmcrew auf dem Filmset auch reichlich Getränke und Snacks zur Verfügung stehen.

Fazit

Auch bei der Zusammenstellung von Teams und bei der Arbeit in einem Team gilt: Man lernt immer dazu. Mit einer guten Beobachtungsgabe und der Fähigkeit zur Selbstkritik kannst du, mit deinem Team und in deinem Team wachsen und damit Dinge erreichen, die allein niemals möglich sind.

Was sind deine Erfahrungen bei der Arbeit mit und in Filmteams? Lass es uns im Kommentarfeld wissen.

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Redaktion Filmpuls
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