Der Weg zum Drehbuchautor: Was du wissen musst

Drehbuchautor werden
Traumberuf Drehbuchautor | © Adobe Stock

Wenn du ein Fan von Filmen bist, dann hast du wahrscheinlich schon davon geträumt, ein Drehbuch zu schreiben. Kein Wunder: Drehbuchschreiben ist einer der kreativsten Berufe in der Unterhaltungsbranche. Du kannst als Drehbuchautor nicht nur Geschichten erfinden, die Millionen von Menschen gefallen, sondern auch sehen, wie dein Werk auf der großen Leinwand zum Leben erweckt wird.

Es gibt zahlreiche Wege, um Drehbuchautor zu werden. In diesem Artikel bekommst du einige Ratschläge und Tipps, die dir auf deinem Weg helfen.

Drehbuchautor als Beruf

Beim Schreiben eines Drehbuchs geht es nicht nur darum, sich als Autor Geschichten auszudenken; es ist auch ein hochtechnischer Job, der ein tiefes Verständnis von Struktur, Charakterentwicklung und Erzähl-Konventionen erfordert. Um erfolgreich zu sein, musst du in der Lage sein, deine Kreativität mit einem ausgeprägten Verständnis für die Mechanismen des Filmemachens zu kombinieren. Zugleich verbringen gute Autoren sehr viel Zeit mit Recherche – sie wissen, worüber sie schreiben.

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du als Drehbuchautor das Handwerk des Schreibens für Film und Fernsehen gut beherrschst. Das bedeutet nicht nur, dass du tolle Geschichten erfinden und schreiben kannst, sondern auch, dass du weißt, wie du deine Drehbücher richtig formatierst und Storys in den unterschiedlichen Spielfilm-Genre erzählst, die von der Branche nachgefragt werden.

Ebenso ist es hilfreich, wenn du dich in der Film- und Fernsehbranche gut auskennst. Wenn du weißt, wie die Filmindustrie funktioniert, hast du einen Vorsprung, wenn es darum geht, dass deine Drehbücher in die richtigen Hände gelangen.

Ausbildungswege

Es gibt keine einheitliche Antwort auf die Frage, wie man das Schreiben lernt. Während sich einige dafür entscheiden, das Autorenhandwerk an einer Universität zu studieren, bringen sich andere das Handwerk durch Online-Kurse oder Bücher selbst bei. Wer lernen will, wie man ein Drehbuch schreibt, hat viele Möglichkeiten. Welcher Weg der beste ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen und Zielen und dem Talent jedes Einzelnen ab.

Woher immer du kommst und wer du bist:

Bevor du auch nur ein einziges Wort schreibst, ist es wichtig, so viele Drehbücher wie möglich zu lesen. Damit bekommst du ein Gefühl für die Struktur und den Stil des Drehbuchschreibens. Es ist auch hilfreich, sich die entsprechenden Filme anzusehen, um zu verstehen, wie die Geschichte visuell erzählt wird. Und schließlich ist es entscheidend, hast du einmal mit Schreiben losgelegt, dass du weiterschreibst, auch wenn du anfangs das Gefühl hast, mit deiner Story nur langsam voranzukommen. Mit Hingabe und harter Arbeit kann jeder lernen, wie man ein gutes Drehbuch schreibt.

Ob im Selbststudium oder beim Filmstudium: Als Drehbuchautor muss man die Grundlagen der dramaturgischen Struktur einer Geschichte zu verstehen. Eine gut erzählte Geschichte hat – stark vereinfacht – einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Jede Szene muss die Geschichte voranbringen. Außerdem ist der Dialog ein wichtiges Instrument, um glaubwürdige Charaktere zu schaffen und die Handlung voranzutreiben. Mehr Tricks und Tipps findest du in meiner Anleitung über das Drehbuchschreiben.

Bekannte Drehbuchautoren und wie sie wurden, was sie sind

Wie jeder Drehbuchautor weiß, ist ein großartiger Film mehr als nur eine Ansammlung von schönen Bildern. Es gibt viele Möglichkeiten, Filme schreiben zu lernen, aber eine der besten ist, sich die Filme berühmter Drehbuchautoren anzusehen.

Indem du die Arbeit dieser Meisterautoren studierst, kannst du Einblicke in das Handwerk des Drehbuchschreibens gewinnen und lernen, wie du deine eigenen fesselnden Geschichten schreiben kannst.

Was du durch das Ansehen von Filmen berühmter Filmautoren lernen kannst:

  • Welche Art von Story sich für Verfilmungen eignen
  • Was für Genre für die große Leinwand oder für Serien produziert werden
  • Welche Produktionsfirmen welche Art Drehbücher verfilmen
  • Was die Geschichten mit dem Drehbuchautor zu tun haben
  • Wie man eine gute Geschichte strukturiert
  • Wie man glaubwürdige Charaktere erschafft
  • Wie man Dialoge schreibt, die natürlich klingen
  • Wie man Bilder einsetzt, um seine Geschichte mit einem visuellen Medium zu erzählen,
  • Warum der Ton beim Film keine Nebenrolle spielen sollte

Zusätzlich zu diesen wichtigen Erzähltechniken lernst du auch, die Wichtigkeit von Genre, Aktualität und Zielpublikum zu verstehen. Wenn du also ernsthaft vorhast, Drehbuchautor/in zu werden, solltest du die Filme berühmter Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren auf deine Liste der Pflichtfilme setzen.

Zu den weltweit berühmtesten Drehbuchautoren, deren Filme du analysieren solltest, zählen:

  • James Cameron:

    James Cameron zeigte schon früh Interesse am Film und am Schreiben. Er begann seine Karriere als Drehbuchautor mit einem kanadischen Low-Budget-Film namens „Piranha II: The Spawning“. Danach schrieb und inszenierte er die „Terminator“-Reihe, „Titanic“ und natürlich „Avatar“. Seine Filme haben weltweit bisher über 8 Milliarden Dollar eingespielt. Cameron besuchte keine Filmschule. Stattdessen arbeitete er als Lkw-Fahrer und Modellbauer, bevor er in die Filmindustrie einstieg. Cameron bestätigte in diversen Interviews, dass er das Filmemachen und das Handwerk des Filmautors durch das Lesen von Büchern und das Ansehen von Filmen gelernt hat.

  • William Goldman:

    Goldman ist für seine Arbeit an Filmklassikern wie „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ und „The Princess Bride“ bekannt. Für seine Arbeit an „All the President’s Men“ hat er außerdem einen Oscar gewonnen. William Goldman wurde Drehbuchautor, nachdem er eine erfolgreiche Karriere als Romanautor gemacht hatte. Er besuchte keine Filmschule, aber er studierte Theater und Schreiben am Oberlin College. Nach seinem Abschluss zog er nach New York City. Dort arbeitete als Journalist und Assistenzprofessor, bevor er sein erstes Drehbuch, „Butch Cassidy and the Sundance Kid“, verkaufte. Goldmans Erfolg als Drehbuchautor war zum Teil auf seine Fähigkeit zurückzuführen, Dialoge zu schreiben, die natürlich und realistisch klangen. Obendrein hatte er ein Händchen dafür, Figuren zu schaffen, mit denen sich das Publikum identifizieren konnte. Überdies war Goldman in der Lage, seine Romane für die Leinwand zu adaptieren, was vielen anderen Schriftstellern nicht gelang.

  • Quentin Tarantino:

    Tarantino ist einer der einflussreichsten Filmemacher seiner Zeit. Seine Filme zeichnen sich durch scharfe Dialoge, nicht-lineare Handlungsstränge und eine charakteristische Mischung aus Humor und Gewalt aus. Bekanntheit erlangte Tarantino durch sein Drehbuch für den Film „Reservoir Dogs“ von 1992. Der Erfolg führte dazu, dass Tarantino mit dem Drehbuch und der Regie von „Pulp Fiction“ beauftragt wurde, der 1994 bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Mit Filmen wie „Jackie Brown“, „Kill Bill“ und „Inglorious Basterds“ und „Django Unchained“ feierte Tarantino weiterhin große Erfolge bei Kritik und Publikum. Obwohl Tarantino keine Filmschule besucht hat, haben ihn seine einzigartige Vision und seine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, zu einem der erfolgreichsten und einflussreichsten Filmemacher seiner Generation gemacht.

  • Charlie Kaufman:

    Kaufman ist eine der innovativsten und einzigartigsten Stimmen des modernen Kinos. Zu seinen Werken gehören „Being John Malkovich“, „Adaptation“ und „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“. Charlie Kaufman begann seine Karriere als Drehbuchautor in den frühen 1990er-Jahren. Nach seinem Abschluss in Englisch an der New York University zog er nach Los Angeles, um eine Karriere beim Film zu verfolgen. Er begann als Entwicklungsassistent für eine kleine Produktionsfirma zu arbeiten, merkte aber schnell, dass der Job nicht zu ihm passte. Daraufhin nahm er einen Job als Verkäufer in einer Videothek an, wo er eine Gruppe von aufstrebenden Filmemachern kennenlernte, die ihn ermutigten, selbst zu schreiben. Im Jahr 1995 verkaufte er sein erstes Drehbuch, „The Schmucks“, an Columbia Pictures. Im folgenden Jahr schrieb er das Drehbuch für „Being John Malkovich“, das für drei Oscars nominiert wurde. Er gilt als einer der innovativsten und originellsten Drehbuchautoren der Gegenwart.

  • Francis Ford Coppola:

    Coppola ist eine Legende in Hollywood und hat unter anderem „Der Pate“ und „Apocalypse Now“ gedreht. Er hat für seine Arbeit mehrere Oscars gewonnen. Bevor Francis Ford Coppola ein legendärer Regisseur wurde, war er nur ein weiterer Drehbuchautor, der versuchte, in Hollywood Fuß zu fassen. Coppola wurde 1939 in Detroit, Michigan, geboren und entwickelte schon in jungen Jahren eine Liebe zum Film. Nach der Highschool besuchte er die Universität, wo er Englisch und vergleichende Literaturwissenschaft studierte. Nach seinem Abschluss ging er nach Los Angeles und träumte davon, Drehbuchautor zu werden. Sein erster Durchbruch kam, als er als Drehbuchleser bei den MGM Studios angestellt wurde. Von dort aus begann er, seine eigenen Drehbücher zu verkaufen und schrieb schließlich das Drehbuch für „Der Pate“. Ob es nun an seinen Fähigkeiten als Autor oder an seiner guten Menschenkenntnis liegt, Francis Ford Coppola ist zweifellos einer der Meister seines Fachs.

  • Woody Allen:

    Allen ist einer der produktivsten und erfolgreichsten Filmemacher aller Zeiten, mit Klassikern wie „Annie Hall“ und „Manhattan“. Außerdem wurde er für Dutzende von Oscars nominiert. Woody Allen ist in New York City geboren und aufgewachsen, und sein frühes Leben war voller künstlerischer Einflüsse. Sein Vater Marty war Jazzmusiker und seine Mutter Rae Malerin und Filmliebhaberin. Schon früh begann Allen, Comedy-Sketche zu schreiben, und mit 17 Jahren hatte er seinen ersten professionellen Auftritt. Nach der Schule besuchte er kurz die New York University, brach das Studium aber nach einem Semester ab, um sich auf seine Schriftstellerkarriere zu konzentrieren. Schon bald schrieb er regelmäßig für verschiedene humoristische Zeitschriften. 1965 verkaufte er sein erstes Drehbuch, „What’s New Pussycat?“ Seitdem hat Woody Allen unter anderem Filmklassiker wie „Annie Hall“ und „Manhattan“ geschrieben und als Regisseur gedreht. Bevor der #metoo-Skandal Wood Allen in den Abgrund riss, wurde er als einer der produktivsten Drehbuchautoren, Autorenfilmer und Filmemacher aller Zeiten angesehen.

Fehler gefunden? Jetzt melden

Gabriela Weingartner 19 Artikel
Gabriela Weingartner ist überzeugt, dass der Autor Patrick Süskind recht hat, wenn er sagt: »Man muss gescheit sein, um in der dummen Sprache des Films eine Geschichte klug erzählen zu können.«

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*