Geniale Dokumentarfilme: Diese drei Dokus haben das Potenzial, dein Weltbild zu ändern!

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Koch und Geheimagent: Ulrich Løvenskjold Larsen (Ausschnitt Filmposter) | © BBC Films

Das Leben schreibt die besseren Geschichten. Dies beweisen aktuell gleich 3 geniale Dokumentarfilme: »Der Maulwurf – Undercover in Nordkorea« von Regisseur Mads Brügger, »The Dissident« des Oscar-prämierten Dokumentafilmers Bryan Fogel und »Alternate Endings: Six New Ways to Die in America« von Matthew O’Neill und Perri Peltz.

Ein genialer Dokumentarfilm streift dem Lebensalltag die Harmlosigkeit ab und blickt hinter das, was die Welt und die Menschen bewegt. Ob mit Liebe, Hass oder – weil manchmal gar nichts anderes übrig und das Lachen im Hals stecken bleibt – mit Humor: »The Dissident«, »Alternate Endings: Six New Ways to Die in America« und »Der Maulwurf – Undercover in Nordkorea« sind drei absolut empfehlenswerte und sehenswerte Dokfilme, die ein großes Publikum verdienen!

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1
The Dissident Jamal Khashoggi geniale Dokumentarfilme

The Dissident

Filmtipp: Geniale Dokumentarfilme

Filmtitel
Regie
Bryan Fogel
Darsteller
(als sich selbst:) Jamal Khashoggi, Omar Abdulaziz, Fahrettin Altun, John O. Brennan
Bewertung
⭐⭐⭐⭐⭐
Documentary, Crime
⭐⭐⭐⭐⭐

zz.  »Der Dissident« ist ein Dokumentarfilm, der in seiner Entstehungsgeschichte die ganze Absurdität unseres politischen Zeitgeschehens in sich vereinigt. Es ist die Geschichte eines Mordes ohne Leiche, den es nach der Meinung einiger nächtiger Personen gar nie hätten geben dürfen. Produziert von den mit einem Oscar nominierten Regisseur Bryan Fogel, wurde der Film bei seiner Premiere am Sundance Filmfestival noch mit Standing Ovations bejubelt. Zu den Applaudierenden im Publikum gehörte auch der anwesende Netflix-Chef Reed Hastings. Filmemacher Bryan Fogel hatte seinen vorherigen Dokfilm »Ikarus« bereits für Netflix produziert und bei der Oscar-Verleihung dem Streaming Anbieter auch explizit für die Unterstützung gedankt.

Wir versuchen nicht, die Mächtigen mit der Wahrheit zu konfrontieren. Wir versuchen zu unterhalten.
Reed Hastings

CEO Netflix

Seinem jüngsten Film »Der Dissident« haben diese Verbindungen nicht geholfen: Zu brisant und gefährlich war dessen Inhalt für Netflix. Auch Amazon Chef Jeff Bezos, der in der Doku vorkommt und öffentlich die Aufklärung des Mordes am Journalisten Jamal Khashoggi, der für seine Zeitung Whasington Post über Saudi Arabien schrieb, forderte, verhalf dem Film vorerst nicht zu einem Deal mit Amazon. Am Mord von Khashoggi wollte sich keiner der global aktiven Streaming-Anbieter die Finger verbrennen. Allein darum ist es Amazon und Apple hoch anzurechnen, dass diese genial gemachte Doku über einen staatlich angeordneten Auftragsmordes diese Tage nun doch im Web einem großen Publikum zugänglich gemacht wird.

 

Oscarverdächtig ist dieser geniale Dokumentarfilm unbedingt! Spannend wie ein Thriller, deckt Regisseur Fogel auf, was in den letzten Stunden von Jamal Khashoggi, der in der saudischen Botschaft in Istanbul nicht mehr als seine Heiratspapiere abholen wollte, passiert ist. Seine Doku schafft es, unbequeme Fragen zu stellen und gleichzeitig hoch spannend zu sein. Die Filmpuls Redaktion meint: absolut sehenswert.

Zitat Hastings: SPIEGEL, 15/21

Streamen
DVD oder Blu-ray Disc
Bewertung: ★★★★★ = sehr zu empfehlen | ★ = nicht sehenswert


2
Der Maulwurf - Undercover in Nordkorea geniale Dokumentarfilme

Der Maulwurf - Undercover in Nordkorea

Filmtitel
Regie
Mads Brügger
Darsteller
(als sich selbst:) Ulrich Løvenskjold Larsen, Mads Brügger, Alejandro Cao de Benos de Les y Pérez
Bewertung
⭐⭐⭐⭐⭐
Action Thriller Doku
⭐⭐⭐⭐⭐

apri.  Dinge gibt’s, die gibt’s gar nicht. Da ist ein Koch der sich selbst zum Geheimagenten macht. Und ein Gangster, der sich als Milliardär ausgibt, weil beide gemeinsam die Welt verbessern wollen: »Der Maulwurf – Undercover in Nordkorea« ist ein Doku-Thriller aus dem echten Leben über zwei gewöhnliche Männer, die sich auf eine unerhört gefährliche zehnjährige (!) Mission begeben. Dies, um in die geheimnisvollste und brutalste Diktatur der Welt einzudringen: Nordkorea.

 

Der Dokumentarfilm erzählt die wahre Geschichte von „The Mole“ (deutsch: Maulwurf), einem gewöhnlichen Familienvater aus Dänemark (Ulrich Løvenskjold Larsen), der sich als Agent versucht und zusammen mit „Mr. James“, einem ehemaligen Jet-Set-Kokainhändler, der sich als skandinavischer Milliardär ausgibt, die Machenschaften des nordkoreanischen Regimes quasi im Alleingang mit versteckter Kamera aufdecken will. Mehr als einmal bringt sich der Familienvater, dessen Frau von seinem irren Projekt nichts weiß, dabei in Lebensgefahr.

 

Zusammen mit dem Regisseur Mads Brügger deckt Ulrich Løvenskjold Larsen auf, dass Nordkorea mit Waffenhandel die UN-Sanktionen verletzt. Auf unglaubliche Weise verschafft sich Larsen als Maulwurf Schritt für Schritt Zugang ins Zentrum eines echten, international tätigen kriminellen Netzwerks, das Drogen und Waffen für dubiose Auftraggeber produziert und weltweit vertreibt.

 

Die Protagonisten im Dokumentarfilm dokumentieren ihre Treffen mit versteckten Kameras und Mikrofonen. Sie filmen, wenn Verträge unterzeichnet werden, Abmachungen verhandelt werden oder sie in einen Plan eingeweiht wird, auf einer Privatinsel eine streng geheime, unterirdische Waffen- und Drogenfabrik irgendwo in Afrika zu bauen, die als Luxus-Hotel getarnt werden soll. Dabei ist nicht immer klar, ob man Absicht vermuten soll, wo Dummheit und Kühnheit Hand in Hand gehen.

Nordkorea sagt, dänischer Dokumentarfilm über angeblichen Sanktionsbruch ist „erfunden“
Reuters, 15.10.20

Wenn diese Geschichte als Spielfilm erzählt werden würde, kein Mensch würde sie glauben! So unglaublich, so tief menschlich und authentisch sind die Geschehnisse, die einen unnachahmlichen Sog entwickelt und einem geradezu in die Handlung einsaugt. Die Redaktion Filmpuls empfiehlt: unbedingt ansehen – besser als mit dem Dokumentarfilm »Der Maulwurf – Undercover in Nordkorea« kann man einen verregneten Sonntagnachmittag nicht verbringen.

Streamen
DVD oder Blu-ray Disc
Bewertung: ★★★★★ = sehr zu empfehlen | ★ = nicht sehenswert


3
Alternate Endings: Six New Ways to Die in America - geniale Dokumentarfilme

Alternate Endings: Six New Ways to Die in America

Filmtitel
Regie
Matthew O'Neill, Perri Peltz
Darsteller
(als sich selbst:) Steve Berkoff, Barbara Jean, Emily Mathias
Bewertung
⭐⭐⭐⭐⭐
Dokumentarfilm
⭐⭐⭐⭐⭐

zz.  Das menschliche Leben ist bekanntlich ein vorübergehender Zustand. Die Regisseure Matthew O’Neill und Perri Peltz sind in »Alternate Endings: Six New Ways to Die in America« der Frage nachgegangen, wie sich das Bewusstsein über die eigene Vergänglichkeit und das Business mit dem Tod in einer Zeit, in der die Kirche und Religion immer schwächer werden, entwickelt. Sie reisen in diesem Dokufilm dazu kreuz und quer durch die USA und porträtieren in dieser Doku Personen, die sich ihren Tod oder die Art ihrer Bestattung ganz bewusst aus einer Vielzahl von Optionen ausgewählt haben. Ob Bio-Bestattung, ein letzter wilder Ritt mit einer Rakete ins Weltall oder ganz einfach ein würdevoller Tod, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint alles erlaubt, was möglich ist (und wofür am Ende des Tages jemand in den Geldbeutel zu greifen bereit ist).

 

Es ist das Verdienst dieses eindrücklichen Dokumentarfilmes, dass er niemals voyeuristisch ist und mit unglaublichem Fingerspitzengefühl gegenüber den kranken Beteiligten und ihren Angehörigen agiert. Die Kamera selbstlos schaut hin, der Film stellt Fragen, überlässt es aber dem Zuschauer, die ganz persönliche Antwort auf den Umgang mit dem Tod zu finden. Weil die Filmemacher verstanden haben, dass dies wohl die einzige vertretbare Art ist, sich als aufgeklärter Mensch mit dem Themenkomplex Tod auseinanderzusetzen. Aus Sicht der Redaktion von Filmpuls ein unverzichtbarer Film für alle, die das Leben lieben, sich aber auch mit grundlegenden Fragen zur eigenen Existenz konfrontieren möchten.

Streamen
nur im Kino
Bewertung: ★★★★★ = sehr zu empfehlen | ★ = nicht sehenswert



 

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